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Lateinamerika und Karibik
Die USA im Norden, der südamerikanische Kontinent im Süden: Mexiko nimmt geostrategisch eine wichtige Position ein. Das aufstrebende Schwellenland ist nach Brasilien die zweitgrößte Wirtschaftsnation Lateinamerikas, weltweit die zwölftgrößte Handelsnation und der siebtgrößte Erdölproduzent. Mexiko zeigt großen Ehrgeiz, Anschluss an die Industrienationen zu finden. Zugleich gibt es im Land extreme soziale Unterschiede. Fast die Hälfte der Bevölkerung lebt unterhalb der nationalen Armutsgrenze. Kriminalität, mangelnde Transparenz, Mängel im Justizwesen und starke Umweltzerstörungen sind Entwicklungshemmnisse.
Aufgrund seiner politischen und wirtschaftlichen Bedeutung in der Region zählt Mexiko zu den Schwellenländern, mit denen die Bundesrepublik eine enge strategische Partnerschaft anstrebt. Mexiko ist globaler Entwicklungspartner, also ein Land, das bei der Lösung von globalen und regionalen Herausforderungen eine tragende Rolle einnimmt. Dies wird zum Beispiel daran deutlich, dass Mexiko sich aktiv in internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen und der Organisation der Amerikanischen Staaten (OAS) engagiert und bereit ist, mehr regionale und globale Verantwortung zu übernehmen. Im Rahmen der G20 erarbeitet Mexiko gemeinsam mit den G8-Staaten und anderen großen Schwellenländern Lösungen für wichtige Fragen der finanziellen, technologischen und umweltpolitischen Zusammenarbeit. 2012 wird Mexiko den G20-Vorsitz übernehmen.
Mexiko und Deutschland pflegen seit Jahrzehnten intensive Beziehungen. Mehr als 1.200 Firmen deutscher Herkunft sowie zahlreiche wissenschaftliche, kulturelle und soziale Einrichtungen sind in Mexiko aktiv. Deutschland wird als privilegierter Partner in Europa angesehen. Die Außenminister beider Länder unterzeichneten im April 2007 eine "Gemeinsame Erklärung", um die Beziehungen in allen Bereichen zu intensivieren.
2004 wurde die Entwicklungszusammenarbeit mit Mexiko überprüft und der finanziellen und personellen Leistungsfähigkeit des Landes angepasst. Ein Grundsatz der Kooperation ist, dass keine Maßnahmen unterstützt werden, die Mexiko angesichts seiner steigenden Wirtschaftskraft auch in Eigenleistung erbringen kann.
Die mexikanisch-deutsche Zusammenarbeit konzentriert sich vor allem auf die Unterstützung politischer Reformprozesse, den Transfer von Know-how und die Förderung von Anliegen mit weltweiter Bedeutung wie Klima- und Ressourcenschutz. Zudem werden Partnerschaften mit Wirtschaftsunternehmen (Public Private Partnership) und mit der Wissenschaft gefördert. Die Schwerpunkte der Zusammenarbeit sind Umwelt- und Ressourcenschutz – insbesondere städtisch-industrieller Umweltschutz und seit 2011 Biodiversitätsschutz – und die Förderung von erneuerbaren Energien und Energieeffizienz. Querschnittsthema beider Schwerpunkte ist der Klimaschutz. Über Beratung beim Aufbau der neu gegründeten mexikanischen Agentur für Entwicklungszusammenarbeit, AMEXCID, unterstützt Deutschland Mexiko außerdem dabei, selbst eine aktive entwicklungspolitische Geberrolle in Lateinamerika zu übernehmen. Über Dreieckskooperationen tragen Mexiko und Deutschland gemeinsame Erfahrungen in die Region und leisten damit einen Beitrag zur Entwicklung weiterer Länder.
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