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Lateinamerika und Karibik
Nach Jahren der Militärdiktatur fanden in Honduras 1981 freie Präsidentschaftswahlen statt. Das Land erlebte einen langsamen Prozess der Demokratisierung. Die beiden großen Parteien wechselten sich in der Regierungsverantwortung ab – die politischen Verhältnisse galten als relativ stabil.
Im Juni 2009 wurde im Zuge eines Staatsstreichs der seit 2006 amtierende Präsident Manuel Zelaya von den Streitkräften festgesetzt und gegen seinen Willen nach Costa Rica gebracht. Der Nationalkongress setzte Parlamentspräsident Roberto Micheletti als Nachfolger ein. International wurde die neue Regierung nicht anerkannt. Im Laufe der politischen Krise kam es zu zahlreichen Verstößen gegen die Menschenrechte.
Die im November 2009 abgehaltenen Präsidentschaftswahlen waren international umstritten. Aus der Wahl ging der konservative Unternehmer Porfirio Lobo Sosa als Sieger hervor. Im Januar 2010 trat er sein Amt an. Lobo Sosa hat erklärt, er wolle die nationale Aussöhnung vorantreiben und sein Land in die Demokratie zurückführen.
Armut und Arbeitslosigkeit
Honduras gehört zu den ärmsten Ländern Lateinamerikas. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt unterhalb der nationalen Armutsgrenze; 18 Prozent gelten als extrem arm. Die Industrie ist unterentwickelt, die internationale Wettbewerbsfähigkeit eingeschränkt. Ein hohes Bevölkerungswachstum, große soziale Ungleichheit, Arbeitslosigkeit, Klientelpolitik und Korruption sowie eine wachsende Kriminalität erschweren die Entwicklung.
Honduras liegt in der tropischen karibischen Hurrikanzone. Der wirtschaftliche Aufschwung, der in den frühen 1990er Jahren begonnen hatte, wurde im Oktober 1998 durch den Wirbelsturm "Mitch" wieder zunichte gemacht. Mehr als 7.000 Menschen starben, 1,4 Millionen wurden obdachlos. 60 Prozent der Straßen und 70 Prozent der Plantagen, in denen Honduras' Hauptexportprodukte Kaffee und Bananen angebaut werden, wurden zerstört. Die Gebergemeinschaft entwickelte einen Wiederaufbauplan, der bis zum Jahr 2015 umgesetzt werden soll. Auch die Bundesrepublik beteiligte sich an den Wiederaufbauhilfen.
Nachdem sich die honduranische Wirtschaft von den Folgen des Hurrikans weitgehend erholt hatte, ist sie nun mit den Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise konfrontiert. Die Armut im Land hat sich dadurch weiter verschärft.
Zusammenarbeit von Honduras und Deutschland
Deutschland und Honduras arbeiten seit 50 Jahren entwicklungspolitisch zusammen. Die deutsche Unterstützung genießt in dem zentralamerikanischen Land aufgrund ihrer Beständigkeit und Sichtbarkeit hohes Ansehen.
Nach dem Staatsstreich 2009 stellte die Bundesregierung die direkte Zusammenarbeit mit der Regierung vorübergehend ein. Lediglich die humanitäre Hilfe sowie Aktivitäten, die der Bevölkerung unmittelbar zugute kamen, wurden fortgeführt. Mit Amtsantritt von Präsident Porfirio Lobo Sosa im Januar 2010 haben sich die Beziehungen wieder normalisiert. Im Januar 2011 fanden Regierungsverhandlungen über Art und Umfang der künftigen Entwicklungszusammenarbeit statt. Deutschland unterstützt Honduras vor allem in den Bereichen Bildung sowie Umwelt- und Ressourcenschutz.
Deutsche Botschaft

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