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Lateinamerika und Karibik
Nach Jahren der Militärdiktatur fanden in Honduras 1981 freie Präsidentschaftswahlen statt. Das Land erlebte einen langsamen Prozess der Demokratisierung. Die beiden großen Parteien wechselten sich in der Regierungsverantwortung ab – die politischen Verhältnisse galten als relativ stabil.
Im Juni 2009 wurde der seit 2006 amtierende Präsident Manuel Zelaya von den Streitkräften festgesetzt und nach Costa Rica gebracht; der Nationalkongress setzte den amtierenden Parlamentspräsidenten Roberto Micheletti als Nachfolger ein. International wurde die neue Regierung nicht anerkannt. Als Reaktion auf die Absetzung und Exilierung Präsident Zelayas haben die EU-Staaten im Juli ihre Botschafter aus Honduras zurückgerufen. Hintergrund des Konflikts: Präsident Zelaya wird vorgeworfen, mit Hilfe einer Verfassungsänderung eine zweite Amtszeit angestrebt zu haben. Nach der geltenden Verfassung darf ein Präsident nicht wiedergewählt werden. Zelayas Amtszeit endete im Januar 2010.
Nach seiner Absetzung und Exilierung ist Präsident Zelaya im September 2009 nach Honduras zurückgekehrt und hat in der brasilianischen Botschaft Zuflucht gefunden.
In Folge dieses Verfassungsstreits kam es zu Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern der unterschiedlichen Lager. Seitens der de facto-Regierung wurden mehrfach Ausgangssperren verhängt und nach der Rückkehr von Präsident Zelaya für einige Zeit der Ausnahmezustand verfügt. Dabei kam es zu Einschränkungen der Bürgerrechte.
Die internationale Gemeinschaft verurteilte die Absetzung von Präsident Zelaya und mahnte eine friedliche Lösung des Konflikts auf dem Verhandlungswege an. Vermittlungsbemühungen des costaricanischen Präsidenten und Friedensnobelpreisträgers Óscar Arias Sánchez, der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) und der Vereinigten Staaten von Amerika führten bislang nicht zu einer Lösung des Konflikts.
Die Gebergemeinschaft hat überwiegend die direkte Entwicklungszusammenarbeit mit der de facto-Regierung eingestellt. Lediglich Aktivitäten, die der Bevölkerung unmittelbar zugute kommen und humanitäre Hilfe werden fortgeführt.
Im November 2009 fanden in Honduras Präsidentschaftswahlen statt, die international umstritten waren. Sieger der Wahl ist der konservative Unternehmer Porfirio Lobo Sosa, der am 27.01.2010 sein Amt angetreten hat.
Armut und Arbeitslosigkeit
Honduras gehört zu den ärmsten Ländern Lateinamerikas. Mehr als die Hälfte der Einwohnerinnen und Einwohner leben unterhalb der nationalen Armutsgrenze; etwa 15 Prozent gelten als extrem arm. Die Industrie ist unterentwickelt, die internationale Wettbewerbsfähigkeit ist eingeschränkt. Nach wie vor lebt ein Drittel der Bevölkerung. von der Landwirtschaft. Arbeitslosigkeit, fehlende soziale Gerechtigkeit, Korruption und wachsende Kriminalität – auch durch Jugendbanden – erschweren die Entwicklung.
Der wirtschaftliche Aufschwung, der in den frühen 1990er Jahren begonnen hatte, wurde im Oktober 1998 durch den Hurrikan "Mitch" wieder zunichte gemacht. Mehr als 7.000 Menschen starben, 1,4 Millionen wurden obdachlos. 60 Prozent der Straßen und 70 Prozent der Plantagen, in denen Honduras Hauptexportprodukte Kaffee und Bananen angebaut werden, wurden zerstört. Die Gebergemeinschaft entwickelte einen Wiederaufbauplan (Plan Maestro de Reconstrucción y Transformación Nacional, PMRTN), der bis zum Jahr 2015 umgesetzt werden soll. Auch die Bundesrepublik beteiligte sich an den Wiederaufbauhilfen für Honduras.
Nachdem sich die honduranische Wirtschaft von den Folgen des Wirbelsturms weitgehend erholt hat, ist sie nun mit den Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise konfrontiert. Die Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (CEPAL) prognostiziert für 2009 nur ein Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent, 2008 waren es noch 4 Prozent. Armut und Arbeitslosigkeit werden dadurch in Honduras weiter steigen.
Zusammenarbeit von Honduras und Deutschland
Deutschland ist der größte europäische Handelspartner des Landes. Im Jahr 2008 betrug der Außenhandel mit der Bundesrepublik 243,2 Millionen Euro. Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit unterstützt Deutschland Honduras vor allem in den Bereichen Bildung, Umwelt- und Ressourcenschutz und nachhaltige Wirtschaftsentwicklung.
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