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Lateinamerika und Karibik
Seit der Unabhängigkeit von Spanien im Jahr 1821 war die Geschichte Guatemalas, abgesehen von kurzen demokratischen Phasen, durch wechselnde Militärdiktaturen geprägt. Linksgerichtete Guerilla-Bewegungen nahmen 1960 den Kampf gegen die Regierung auf. Dem folgenden, 36 Jahre währenden Bürgerkrieg fielen mehr als 200.000 Menschen zum Opfer. Im Jahr 1996 wurde der Bürgerkrieg durch die Unterzeichnung eines Friedensabkommens beendet, welches umfassende Reformen vorsah. Diese betrafen unter anderem den Aufbau des Rechtsstaats, die Bekämpfung von Straflosigkeit, die Steigerung der Steuerquote, die Erhöhung staatlicher Mittel für die Bereiche Gesundheit, Soziales und Bildung, eine Landreform, die Stärkung der Zivilgesellschaft sowie die Aufarbeitung der Vergangenheit.
Die ehrgeizigen Ziele, die im Friedensvertrag festgelegt wurden, konnten nicht oder nur bedingt erfüllt werden. Bei der Entwaffnung der Guerilla und der Verkleinerung der Armee wurden zwar Erfolge erzielt. Auch haben sich die Mitsprachemöglichkeiten der Bevölkerung verbessert. Die Staatseinnahmen sind jedoch nach wie vor gering, so dass oftmals die finanziellen Ressourcen fehlen, um notwendige Staatsaufgaben zu finanzieren.
Große Erwartungen weckte der Amtsantritt der sozialdemokratischen Regierung von Álvaro Colom (Unidad Nacional de la Esperanza, UNE) im Januar 2008. Das Regierungsprogramm sah insbesondere die Bekämpfung von Armut und die verstärkte Einbeziehung marginalisierter Bevölkerungsgruppen, vor allem indigener, vor. Notwendige Reformprozesse schreiten in Guatemala jedoch nur langsam voran.
Heute lebt die Hälfte der guatemaltekischen Bevölkerung in Armut; darunter ein Großteil der indigenen Bevölkerung. Das Land ist geprägt von ungleichen Besitz- und Eigentumsverhältnissen, fehlender Chancengleichheit, Diskriminierung insbesondere der indigenen Bevölkerung sowie mangelndem gesellschaftlichen Zusammenhalt. Guatemala gehört zu den gefährlichsten Ländern der Region. Nur zwei Prozent der Gewaltverbrechen werden aufgeklärt.
Zusammenarbeit mit Deutschland
Guatemala und Deutschland arbeiten seit mehr als 30 Jahren entwicklungspolitisch zusammen. Guatemala gehört zu den Kooperationsländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, mit denen die Bundesrepublik auf Basis zwischenstaatlich vereinbarter Verträge eng zusammenarbeitet. Aufgrund ihrer Sichtbarkeit und Beständigkeit genießt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit in Guatemala hohes Ansehen. Die Arbeitsschwerpunkte „Demokratische Regierungsführung mit Gerechtigkeit“ und „Bildung“ zielen darauf ab, die ländliche Entwicklung zu fördern, den Zugang zu Bildung zu verbessern und ihre Qualität zu steigern sowie den Friedensprozess zu unterstützen und zur Konfliktprävention beizutragen. Insbesondere die Situation der oftmals ökonomisch und sozial benachteiligten indigenen Bevölkerung soll verbessert werden.
In Guatemala sind eine Reihe bi- und multilateraler Geber in der Entwicklungszusammenarbeit tätig. Um die internationalen Bemühungen besser abzustimmen und effizienter zu gestalten, wurde 1998 eine Geberkoordinierungsrunde („G13“) ins Leben gerufen. Ihr gehören neun Geberländer, darunter Deutschland als eines der wichtigsten Geberländer Guatemalas, und sechs internationale Organisationen an.
Deutsche Botschaft

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