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Lateinamerika und Karibik
El Salvador ist das kleinste Land Zentralamerikas, hat aber die höchste Bevölkerungsdichte. Etwa 37 Prozent der Bevölkerung leben in Armut, betroffen sind vor allem die Bewohnerinnen und Bewohner der ländlichen Gebiete. 40 bis 50 Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung sind arbeitslos oder unterbeschäftigt. Ein großes Problem ist die hohe Kriminalitätsrate, besonders unter Jugendlichen.
Studien zufolge gilt El Salvador als eines der weltweit anfälligsten Länder für Naturkatastrophen. Immer wieder ziehen tropische Wirbelstürme durch das Land. So starben im November 2009 zahlreiche Menschen durch Überschwemmungen und Erdrutsche in Folge des Hurrikans Ida. Zudem liegt El Salvador in einem Erdbebengebiet mit rund 60 aktiven Vulkanen. Von ihnen geht aber nicht nur Gefahr aus: Die vulkanische Asche ist in den fruchtbaren Tälern des Hochlands ein idealer Nährboden für Kaffeepflanzen. Seit 200 Jahren bringt der Kaffeeexport dem Land wertvolle Deviseneinnahmen.
Ein großer Teil der Anbauflächen konzentriert sich jedoch traditionell in den Händen weniger Großgrundbesitzer. Kleinbauern und landlose Saisonarbeiter sind sozial benachteiligt.
Auseinandersetzungen um eine Landreform, die Einhaltung der Menschenrechte und mehr soziale Gerechtigkeit mündeten 1979 in einen Bürgerkrieg, durch den mehr als 70.000 Menschen starben. Er wurde erst 1992 durch einen Friedensvertrag zwischen Regierung und Opposition beendet. Seither erlebt El Salvador einen Prozess der Demokratisierung. Die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen Anfang 2009 führten zum ersten demokratischen Machtwechsel seit dem Bürgerkrieg.
Entwicklungszusammenarbeit
Die Beziehungen zwischen El Salvador und Deutschland sind gut. Die Bundesrepublik ist als Hauptabnehmer salvadorianischen Kaffees ein wichtiger Handelspartner des zentralamerikanischen Landes.
2008 fanden die letzten bilateralen Regierungsverhandlungen statt. Seither wird die Entwicklungszusammenarbeit mit El Salvador auf grenzüberschreitende und regionale Kooperationsansätze ausgerichtet. So trägt zum Beispiel ein Regionalprojekt in der Grenzregion Trifinio zum Waldschutz, zur Sicherung der salvadorianischen Wasserressourcen und zur Katastrophenvorsorge bei. Auch in Regionalprojekte mit den Schwerpunkten Jugendgewaltprävention, nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und erneuerbare Energien/Energieeffizienz ist El Salvador eingebunden. Zudem war El Salvador eines der ersten Länder, für die 2008 im Rahmen der Initiative Klima- und Umweltschutz (IKLU) der Bundesregierung Mittel zur Verfügung gestellt wurden.
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