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Mittel-, Ost- und Südosteuropa
Im Herbst 2004 blickte die Welt auf die Ukraine: Die "Orangene Revolution" weckte Hoffnung auf mehr Freiheit und Demokratie in dem osteuropäischen Land. Hunderttausende Ukrainer demonstrierten – geschmückt mit orangefarbenen Tüchern und Schals – friedlich in der Hauptstadt Kiew gegen Fälschungen bei den Präsidentschaftswahlen im Oktober und November 2004. Der Protest führte zu Neuwahlen, bei denen sich der westlich orientierte Viktor Juschtschenko gegen seinen Konkurrenten Viktor Janukowitsch durchsetzte.
Doch es gelang nicht, die Dynamik der Revolution in gefestigte demokratische Bahnen zu lenken. Die folgenden Jahre waren durch politische Instabilität, brüchige Koalitionen und innenpolitische Machtkämpfe zwischen Präsident und Premierminister geprägt. Bei den Präsidentschaftswahlen im Januar 2010 wurde Viktor Janukowitsch gewählt. Es folgte eine zügige Regierungsbildung, eine Zentralisierung der Macht mit Ausweitung der Befugnisse des Präsidenten und eine deutliche Annäherung an Russland. Die Lage hat sich insgesamt beruhigt, aber im Hinblick auf den im Jahre 2004 eingeleiteten Demokratisierungsprozess sind deutliche Rückschritte festzustellen. Dies wird insbesondere durch die Aufhebung der Verfassungsreform von 2006 sowie bezüglich der Unabhängigkeit der Medien deutlich.
Die Ukraine ist nach Russland flächenmäßig der zweitgrößte Staat Europas und erklärte im August 1991 ihre Unabhängigkeit von der sich auflösenden Sowjetunion. Von 1994 bis 2004 wurde das Land von Präsident Leonid Kutschma regiert, ehemals ein hoher Funktionär der Kommunistischen Partei. Er leitete zwar schrittweise die Transformation der zentralistischen Planwirtschaft zu einer Marktwirtschaft ein, dennoch erlebte die Wirtschaft des Landes zunächst einen drastischen Einbruch: Das Bruttoinlandsprodukt ging um fast 60 Prozent zurück. Die Auswirkungen sind bis heute zu spüren; die Ukraine gehört zu den ärmsten Ländern Europas.
Ende der 1990er Jahre erholte sich die Wirtschaft zusehends, doch die internationale Wirtschafts- und Finanzkrise von 2007 stoppte den Aufschwung wieder. Um dem Staatsbankrott zu entgehen, war das Land auf Milliardenkredite des Internationalen Währungsfonds (IWF) angewiesen. 2010 verzeichnete die ukrainische Wirtschaft wieder eine Wachstumsrate von rund vier Prozent. Die neue Regierung hat ein umfangreiches Reformprogramm aufgelegt, um die politischen Rahmenbedingungen und das Investitionsklima zu verbessern.
Zusammenarbeit mit Deutschland
Die Ukraine gehört zu den Kooperationsländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, mit denen die Bundesrepublik auf Basis zwischenstaatlich vereinbarter Verträge eng zusammenarbeitet. Deutschland unterstützt die Ukraine seit 2002 beim Aufbau eines demokratischen Rechtsstaats und marktwirtschaftlicher Strukturen. Die ukrainisch-deutsche Entwicklungszusammenarbeit konzentriert sich dazu auf die Schwerpunkte nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, Energie und Energieeffizienz sowie Bekämpfung von HIV und AIDS.
Deutsche Botschaft

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