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Mittel-, Ost- und Südosteuropa
Die Beziehungen zwischen Deutschland und Georgien gehen bis ins 19. Jahrhundert zurück, als deutsche Einwanderer am öffentlichen Leben des lange zum zaristischen Russland gehörenden Gebiets teilnahmen. In einer kurzen Phase der Unabhängigkeit nach dem Zusammenbruch des Zarenreiches unterhielten die beiden Staaten von 1918 bis 1921 enge Beziehungen. Nach dem Zerfall der Sowjetunion war Deutschland 1991 das erste Land, das die Unabhängigkeit Georgiens anerkannt hat. In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurde eine intensive Zusammenarbeit aufgebaut; die gegenseitige Wertschätzung ist groß.
In Georgien leben nahezu 100 unterschiedliche Ethnien, gut zwei Drittel der Bevölkerung sind Georgier. Das Land verfügt über ein reiches und eigenständiges kulturelles Erbe, das trotz der langen Zugehörigkeit zu Russland und der Sowjetunion seinen Bestand bewahren konnte und internationale Anerkennung genießt.
Früher war Georgien eine vergleichsweise wohlhabende Sowjetrepublik. Mit Auflösung der Sowjetunion brachen die Absatzmärkte und das Tourismusgeschäft zusammen, das Bruttoinlandsprodukt sank zunächst um 70 Prozent. Ab Mitte der neunziger Jahre erholte sich die georgische Wirtschaft langsam. Die Unterstützung Russlands für die Gebiete Abchasien und Südossetien, die nach Unabhängigkeit von Georgien streben, und die klare Westorientierung Georgiens belasten die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern. Im August 2008 eskalierte der Konflikt in einen Krieg – seitdem sind die diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern unterbrochen. Durch die seit 2006 bestehende russische Handelsblockade für Einfuhren aus Georgien, die Nachwirkungen des Krieges sowie die globale Wirtschafts- und Finanzkrise wurde auch die bis dahin dynamische Wirtschaftsentwicklung Georgiens beeinträchtigt.
Die Bundesrepublik engagiert sich aktiv für den Wiederaufbau Georgiens und der Region Südkaukasus. In den Bereichen Entwicklungs- und Wirtschaftszusammenarbeit gehört Deutschland zu den wichtigsten Partnern Georgiens. Hinzu kommen vielfältige akademische, kulturelle und zivilgesellschaftliche Kontakte.
Georgien gehört zu den Ländern, die Deutschland im Rahmen thematischer und regionaler Programme fördert. Mit der Kaukasus-Initiative leistet die Bundesregierung einen engagierten Beitrag zur regionalen Zusammenarbeit und zur Konfliktprävention zwischen Armenien, Aserbaidschan und Georgien.
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