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Mittel-, Ost- und Südosteuropa
Ende der 1980er Jahre war Albanien ein völlig verarmter Staat, von jahrzehntelanger Diktatur gezeichnet und vom Rest der Welt völlig isoliert. Wer Albanien heute besucht, findet ein anderes Land vor: weltoffen, mediterran und lebensfroh. Neue Straßen, viele Neubauten und die bunten Hochhäuser von Tirana lassen fast vergessen, dass das Land nach wie vor Unterstützung benötigt und zahlreiche Reformprojekte auf Umsetzung warten. Trotz enormer Fortschritte fehlt besonders in ländlichen Regionen des Landes noch immer eine grundlegende Infrastruktur. Handlungsbedarf besteht in vielen Bereichen – von der gesicherten Grundbildung für Kinder über ganzjährig befahrbare Straßen, von einer zuverlässigen und den Umweltstandards entsprechenden Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung bis zu einer effizienten und ununterbrochenen Stromversorgung.
Albanien pflegt gute Beziehungen zu seinen Nachbarstaaten und fördert die Zusammenarbeit mit ihnen. Das Land trat im April 2009 der NATO bei und ist Mitglied im Regionalen Kooperationsrat (Regional Cooperation Council, RCC). Mit dieser Nachfolgeorganisation des Stabilitätspakts für Südosteuropa versucht die Staatengemeinschaft, den Frieden in der Region langfristig zu sichern. Albanien unterstützt die Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft, gemeinsame Sicherheits- und Wirtschaftsstrukturen in der Region aufzubauen.
Die Mitgliedschaft in der Europäischen Union (EU) ist Albaniens wichtigstes außenpolitisches Ziel. Die Wirtschaft ist schon jetzt klar auf die Europäische Union ausgerichtet. Im April 2009 trat das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen mit der EU in Kraft. Gleichzeitig reichte die albanische Regierung ihren Antrag auf Beitritt zur Europäischen Union ein. Die Befreiung von der Visumspflicht für albanische Staatsangehörige bei der Einreise in den Schengen-Raum, gültig seit dem 15. Dezember 2010, wird als wichtiger Schritt in Richtung Europa gesehen. Die Erreichung der EU-Standards stellt das Land jedoch noch vor große Herausforderungen. In jährlichen Berichten der EU-Kommission werden die Fortschritte bei der Erreichung der politischen und wirtschaftlichen Kriterien sowie die Fähigkeit, die Pflichten aus einer Mitgliedschaft umzusetzen, analysiert. Ende 2010 hat sich die EU-Kommission noch dagegen ausgesprochen, Albanien den Status eines Beitrittskandidaten zu geben.
Die absolute Armut im Land ist zwar stark gesunken. Das Wirtschaftswachstum konzentriert sich jedoch auf das Gebiet Tirana/Durres und hat vor allem die ländlichen Gebiete noch nicht erreicht. Landflucht ist die Folge. Die Entwicklung des ländlichen Raums ist daher neben Verbesserungen im Infrastrukturbereich eine Priorität der albanischen Regierung. Sie bemüht sich um eine Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen durch Wirtschaftsreformen und Verringerung bürokratischer Hürden.
Im Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International erreichte Albanien 2010 nur einen Punktwert von 3,3 von 10 möglichen Punkten. Nach wie vor behindern mangelnde Rechtssicherheit, Defizite in der Infrastruktur, ungeklärte Eigentumsfragen und organisiertes Verbrechen die wirtschaftliche Entwicklung. Obwohl die Parlamentswahlen von Juni 2009 vom Büro für Demokratische Institutionen und Menschenrechte (ODIHR) der OSZE als die bislang regelgerechtesten bewertet wurden, befinden sich Regierung und Opposition in einer Pattsituation, die eine funktionierende Demokratie behindert.
Entwicklungspolitische Zusammenarbeit
Die entwicklungspolitische Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Albanien begann 1988. Zu Deutschland pflegt Albanien eine enge und partnerschaftliche Beziehung. Die Bundesrepublik genießt als Förderer der albanischen Reformprozesse hohe Wertschätzung. Entwicklungspolitisch engagiert sich Deutschland in Albanien besonders in den Bereichen Trinkwasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung, Energie sowie nachhaltige Wirtschaftsentwicklung. Damit soll ein Beitrag zur Armutsbekämpfung im Sinne der albanischen Nationalen Strategie für Entwicklung und Integration 2007-13 (NSDI) geleistet und Albanien bei seinem Ziel der EU-Annäherung unterstützt werden.
Deutsche Botschaft

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
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Tirana
Albanien
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