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Mittel-, Ost- und Südosteuropa
Noch vor 20 Jahren war Albanien ein völlig verarmter Staat, von jahrzehntelanger Diktatur gezeichnet und vom Rest der Welt isoliert. Wer Albanien heute besucht, findet ein anderes Land vor: weltoffen, mediterran und lebensfroh. Die vielen Neubauten und bunten Hochhäuser von Tirana lassen fast vergessen, dass das Land nach wie vor Unterstützung benötigt und zahlreiche Reformprojekte auf Umsetzung warten. Trotz einiger Fortschritte fehlt besonders in den verarmten Regionen des Landes noch immer die grundlegende Infrastruktur. Handlungsbedarf besteht in vielen Bereichen – von der Grundbildung für Kinder über den ländlichen Straßenbau bis zur Stromversorgung.
Seit dem Ende des Kosovo-Kriegs 1999 bemüht sich Albanien um gute Beziehungen zu seinen Nachbarstaaten und fördert die Zusammenarbeit mit ihnen. Das Land trat im April 2009 der NATO bei und ist Mitglied im Regionalen Kooperationsrat (Regional Co-operation Council, RCC), der Nachfolgeorganisation des Stabilitätspakts für Südosteuropa, mit dem die Staatengemeinschaft versucht, den Frieden in der Region langfristig zu sichern. Albanien unterstützt dadurch die Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft, gemeinsame Sicherheits- und Wirtschaftsstrukturen in der Region aufzubauen. Langfristig möchte Albanien Mitglied in der Europäischen Union werden. Seine Wirtschaft ist schon jetzt klar auf die Europäische Union ausgerichtet. Im April 2009 trat ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen mit der EU in Kraft. Gleichzeitig reichte die albanische Regierung ihren Antrag auf Beitritt zur Europäischen Union ein.
Nach wie vor ist Armut ein gravierendes Problem Albaniens. Die albanische Wirtschaft wuchs in den vergangenen Jahren kontinuierlich. Die albanische Regierung reformierte das Wirtschaftsrecht, verringerte die bürokratischen Hürden und eröffnete kürzlich einen sogenannten One-Stop-Shop für Unternehmenslizenzen. Weitere Verbesserungen sind allerdings noch erforderlich. Nach wie vor behindern Korruption und organisiertes Verbrechen, mangelnde Rechtssicherheit, ungeklärte Eigentumsfragen und Defizite in der Infrastruktur die wirtschaftliche Entwicklung. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit trägt zu einer Verbesserung des Investitionsklimas bei.
Im Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International erreichte Albanien 2008 nur einen Punktwert von 3,4 von 10 möglichen Punkten.
Entwicklungspolitische Zusammenarbeit
Zu Deutschland pflegt Albanien eine enge und partnerschaftliche Beziehung. Die Bundesrepublik genießt als Förderer des albanischen Reformprozesses hohes Ansehen. Entwicklungspolitisch engagiert sich Deutschland in Albanien besonders in den Bereichen Trinkwasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung, Energie sowie nachhaltige Wirtschaftsentwicklung. Damit soll ein Beitrag zur Armutsbekämpfung im Sinne der Nationalen Strategie für Entwicklung und Integration 2007–13 (NSDI) geleistet werden. Den Rahmen für die albanisch-deutsche Zusammenarbeit bilden das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union sowie der 2009 eingeleitete Beitrittsprozess.
Deutsche Botschaft

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Albanien
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