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Timor-Leste

Eine Fähre für Timor-Leste

Fährschiff Nakroma in Timor-Leste. Urheberrecht: Heinz-Josef Heile/GTZTimor-Leste be­steht aus dem Hauptl­and im Osten der Insel Timor, der Ex­klave Oecussi-Ambeno im indonesischen West­teil und den Inseln Atauro und Jaco. Verkehrs­ver­bindungen zwischen den Landes­teilen gibt es nur über den See­weg – die vorhandene Straße nach Oecussi-Ambeno führt durch indonesisches Staatsgebiet.

Wer die Straße passieren möchte, benötigt ein Visum, das aber nur in der Hauptstadt zu erhalten ist. Hinzu kommt, dass sich die meisten Einwohner die hohen Einreise- und Straßennutzungsgebühren nicht leisten können.

Der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur als Voraussetzung für weiteres Wirtschaftswachstum ist als erklärtes Ziel der Regierung im nationalen Entwicklungsplan verankert. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt deshalb das zuständige Ministerium und die Hafenbehörde (APORTIL) dabei, den Passagier- und Frachtverkehr in Timor-Leste zu verbessern.

Fährschiff Nakroma vor der Küste von Timor-Leste. Urheberrecht: Heinz-Josef Heile/GIZEine regel­mäßige Fähr­ver­bindung zwischen der Haupt­stadt Dili, der Exklave Oecussi-Ambeno und der Insel Atauro soll die Ver­marktung land­wirt­schaftlicher Produkte er­leichtern, Zu­gang zu Bildung und sozialen Dienst­leistungen schaffen und somit zur Verbesserung der Lebenssituation der Bevölkerung beitragen. Außerdem soll eine regelmäßige Fährverbindung nach Atauro einen Beitrag zum Aufbau des Tourismussektors leisten.

Im Rahmen des Vorhabens, das in Kooperation mit der Technischen Zusammenarbeit durchgeführt wird, wurde aus Mitteln der Finanziellen Zusammenarbeit der Ausbau der Infrastruktur in den Häfen Dili, Oecussi und Atauro und der Bau einer Fähre finanziert. Von 2003 bis 2006 wurde eine Passagierfähre zur Anbindung der Exklave und der Insel Atauro an die Hauptstadt Dili gechartert. Monatlich nutzten rund 3.400 Passagiere diese Verbindungen. Im Februar 2007 wurde dann das Fährschiff "Nakroma" offiziell übergeben – ein 50 Meter langes und mit Autos befahrbares Fährschiff, das bis zu 300 Passagiere und 170 Tonnen Fracht aufnehmen kann.

Das neue Schiff ist auch für die Nahrungsmittelversorgung der Bewohner der Exklave Oecussi-Ambeno von Bedeutung. Denn von November bis Februar sind sie auf Hilfslieferungen angewiesen. Als Dank für die gute Zusammenarbeit hat der Ministerrat von Timor-Leste beschlossen, die Fähre "Berlin-Nakroma" zu nennen.

Reparaturwerft

Damit die Sicherheit und Betriebstauglichkeit des Fährschiffs aufrechterhalten werden kann, wird in Timor-Leste eine Reparaturwerft aus Mitteln der Finanziellen Zusammenarbeit gebaut. Standort der Werft ist die gering besiedelte Tibar Bucht an der Nordküste, außerhalb der Hauptstadt Dili. Die Werft wird die Wartung und Reparatur der Fähre, aber auch anderer Schiffe, Fischereifahrzeuge, Baumaschinen oder Dieselgeneratoren ermöglichen. Bisher kann die Reparatur von Schiffen und größeren Maschinen nur im benachbarten Ausland durchgeführt werden, was hohe Kosten durch Anfahrt und Betriebsausfälle verursacht. Durch die neue Werft sollen die Wartungskosten der Fähre gesenkt werden, außerdem entstehen neue Arbeits- und Ausbildungsplätze. Das Vorhaben ist als Öffentlich-Private Partnerschaft (PPP) geplant – den Betrieb der Werft soll eine private Gesellschaft übernehmen. Die Regierung will die Tibar Bucht mittelfristig zum Handelshafen ausbauen.

Die Bundesrepublik hat das Transportministerium beim Aufbau der Hafenbehörde und bei der Aufstellung eines Hafenentwicklungsplans unterstützt und beraten.

Deutscher Beitrag: 12 Millionen Euro

Geplante Laufzeit: 2003 bis 2009

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