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Timor-Leste
Ländliche Entwicklung in Timor-Leste
Als Timor-Leste 2002 die Unabhängigkeit erlangte, war die Produktivität der Landwirtschaft gering. Das Land war auf Lebensmittelimporte und Nahrungsmittelhilfen angewiesen. Bis heute kann das Land seinen Nahrungsmittelbedarf nicht selbst decken – und dies, obwohl der größte Teil der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig ist: Die meisten Bauern produzieren nur für den Eigenbedarf.
Regierung, Privatsektor und Zivilgesellschaft ist es bisher nicht gelungen, die für den Übergang von der Subsistenzwirtschaft zur marktorientierten Produktion erforderlichen Kompetenzen und Strukturen aufzubauen. Durch ein integriertes ländliches Entwicklungsprogramm soll das Angebot künftig erhöht werden und auch der Export von landwirtschaftlichen Produkten soll steigen.
Das Vorhaben trägt in Zusammenarbeit mit dem Landwirtschaftsministerium und anderen öffentlichen Institutionen in Timor-Leste dazu bei, die nötige Strukturanpassung der Wirtschaft zu beschleunigen und zu steuern. Es ist in drei Komponenten unterteilt:
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Agrarpolitik und Wirtschaftsentwicklung
Diese Komponente umfasst die fachliche Beratung des Landwirtschaftsministeriums und anderer Ministerien und Einrichtungen. Es werden Instrumente zur Förderung des Privatsektors entwickelt und die formale Ausbildung wird gefördert. -
Ländliche Wirtschaftsinitiativen
Diese Programmkomponente unterstützt unternehmensnah und dezentral lokale Wirtschaftsinitiativen auf Dorf- oder Distriktebene. Auch Wirtschaftsaktivitäten außerhalb des Agrarsektors werden gefördert. Das Vorhaben trägt zur fachlichen Qualifizierung der lokalen Verwaltungen bei und stellt Mittel für Pilotprojekte zur Verfügung. Dabei werden, unter anderem, auch Gender-Aspekte berücksichtigt: Ein Beispiel dafür ist die Einbindung von Fraueninitiativen bei der Vermarktung von nicht-landwirtschaftlichen Produkten aus dem Bereich des Kunsthandwerks. Auch andere Gruppen mit großem Armutsrisiko, wie Jugendliche und Veteranen, werden bei Einkommen schaffenden Maßnahmen unterstützt. -
Betriebsentwicklung und Marktproduktion
Diese Komponente umfasst eine direkte Zusammenarbeit mit einzelnen Betrieben der Landwirtschaft, der Fischerei und der Verarbeitung sowie Dienstleistungsunternehmen. Vermittelt werden Kenntnisse zur Ausweitung der Produktion und zur Produktivitätssteigerung. Dazu gehören auch praktische Lösungen einer Zusammenarbeit zwischen Produzenten der Landwirtschaft und Fischerei mit Betrieben des Handels und der Verarbeitung, zum Beispiel durch Vertragsanbau. Mit wachsender Unternehmerzahl und steigender Managementkompetenz verlagert sich die Beratung auf die Entwicklung einer überbetrieblichen Zusammenarbeit von Produzenten, Händlern und Mitarbeitern verarbeitender Betriebe.
Als regionaler Schwerpunkt wurden vier Distrikte im Ostteil des Landes gewählt. Durch die systemische Verknüpfung von Aktivitäten auf mehreren Ebenen setzt das Programm die Vorgaben der nationalen Entwicklungsplanung um. Es bietet außerdem Potenzial für öffentlich-private Entwicklungspartnerschaften sowie für eine Zusammenarbeit mit der internationalen Wirtschaft insbesondere im Bereich Fischereihandel, Bio-Öle, Öko-Tourismus und Industriekulturen.
Deutscher Beitrag:
Erste Phase (2006 bis 2008): 9 Millionen Euro,
zweite Phase (2009 bis 2011): 4 Millionen Euro
Geplante Laufzeit: 2006 bis 2011






