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Asien
Im Mai 2002 wurde in Südostasien ein neuer Staat gegründet: Timor-Leste erlangte offiziell seine Unabhängigkeit. Der Weg bis dahin war lang und schwierig.
Timor-Leste umfasst den östlichen Teil der Insel Timor, die rund 500 Kilometer nordwestlich von Australien liegt. Der restliche Teil der Insel gehört, bis auf die Exklave Oecussi-Ambeno, zu Indonesien. Bis 1974 war das heutige Staatsgebiet eine portugiesische Kolonie.
Nach dem Rückzug Portugals brach ein Bürgerkrieg aus, in dem sich die „Revolutionäre Front für die Unabhängigkeit von Timor-Leste“ (FRETILIN) durchsetzte. FRETILIN rief 1975 die Unabhängigkeit des Gebietes aus. Kurz darauf besetzten indonesische Truppen das Land und machten es trotz internationaler Proteste zu einer indonesischen Provinz. Durch die Besatzung sollen in den folgenden 24 Jahren etwa 200.000 Menschen ums Leben gekommen sein.
Erst 1996 wurde der Konflikt von der Weltöffentlichkeit wahrgenommen. Auf Initiative der Vereinten Nationen fand 1999 ein Referendum statt, bei dem sich die große Mehrheit der Bevölkerung für die Unabhängigkeit Timor-Lestes aussprach. Pro-indonesische Milizen verwüsteten daraufhin das Land; wieder kamen sehr viele Menschen ums Leben, ein großer Teil der Bevölkerung flüchtete in den Westteil der Insel. Die Vereinten Nationen entsandten eine Friedenstruppe und setzten eine Übergangsverwaltung (UNTAET) ein, bis das Land 2002 endgültig unabhängig wurde. Am 27. September 2002 wurde Timor-Leste als Mitglied in die Vereinten Nationen aufgenommen.
Herausforderungen für die junge Demokratie
Der Prozess des Staatsaufbaus und der Vergangenheitsbewältigung in Timor-Leste ist mühevoll. Die junge Republik musste dabei bereits viele Rückschläge hinnehmen. Im April und Mai 2006 kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, die das öffentliche Leben zum Stillstand brachten. Timor-Leste stand am Rande eines Bürgerkriegs und sah sich gezwungen, um ausländische Unterstützung zu bitten. Durch das Aufstocken der Polizeikräfte im Rahmen der im September 2006 eingerichteten Integrierten Mission der Vereinten Nationen in Timor-Leste (UNMIT) hat sich die Sicherheitslage verbessert. Dennoch kommt es immer wieder zu Gewalt; im Februar 2008 wurden Attentate auf Staatspräsident Ramos-Horta und Premierminister Gusmão versucht.
Deutlich verbessert haben sich die Beziehungen zur ehemaligen Besatzungsmacht Indonesien. Die Grenzregelung zwischen Timor-Leste und dem indonesischen West-Timor ist weitgehend vollendet. Gegenseitige Staatsbesuche und gemeinsame Versöhnungsinitiativen haben geholfen, das starke Misstrauen zu verringern, das durch die Menschenrechtsverletzungen von 1999 entstanden war. Die Festigung der jungen Demokratie schreitet zehn Jahre nach der Unabhängigkeit voran: Für 2012 sind die dritten Präsidentschafts- und Parlamentswahlen geplant. Auch der Abzug der internationalen Schutztruppen, der bis zum 31. Dezember 2012 vorgesehen ist, gilt als positives Zeichen für die zunehmende Stabilisierung des Landes.
Timor-Leste muss aber weiterhin zahlreiche Herausforderungen meistern. Die Jahrzehnte der Gewalt haben sehr viele Menschen traumatisiert. Als eines der ärmsten Länder der Welt hat Timor-Leste mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten und einer hohen Arbeitslosigkeit zu kämpfen. Einnahmen aus der Erdöl- und Gasförderung in der Timor-See, die sich das Land mit Australien teilt, geben zwar Hoffnung auf wirtschaftliche Fortschritte. Dennoch wird Timor-Leste noch einige Zeit auf die Hilfe der Vereinten Nationen und anderer Geber angewiesen sein.
Entwicklungszusammenarbeit mit Deutschland
Timor-Leste gehört zu den Ländern, die Deutschland im Rahmen thematischer und regionaler Programme fördert. Die Beziehungen sind freundschaftlich. Deutschland unterstützt das südostasiatische Land seit 1999. In der Anfangsphase stand neben Nahrungsmittel-, Not- und Flüchtlingshilfe die Trinkwasserversorgung in den östlichen Distrikten im Mittelpunkt der Zusammenarbeit. Danach wurden die Entwicklung des maritimen Transportsektors und die Förderung von Beschäftigung und ländlicher Entwicklung als Schwerpunkte der Zusammenarbeit festgelegt.
Seit 2007 konzentriert sich die Zusammenarbeit auf den Schwerpunkt Friedensentwicklung, ergänzt durch ausgewählte Vorhaben zur Entwicklung des maritimen Transportsektors.
Deutsche Botschaft

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
Der Leiter der Vertretung in Indonesien ist zugleich als Botschafter in Timor-Leste mit Sitz in Jakarta akkreditiert.
Adresse:
Jalan M. H. Thamrin 1
10310 Jakarta
Indonesien
Telefon: 00 62 / 21 / 39 85 50 00
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