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Asien
"Strahlend schönes, königlich leuchtendes Land" – so lautet die Übersetzung des Ländernamens Sri Lanka. Die Vergangenheit der Insel im Indischen Ozean ist eng mit der Geschichte Europas verbunden: Im 16. und 17. Jahrhundert übernahmen Portugal und die Niederlande als Kolonialmächte die Kontrolle über das damalige Königreich. Anfang des 19. Jahrhunderts erklärten die Briten die Insel zur Kronkolonie Ceylon und entmachteten den letzten singhalesischen Herrscher. Die Briten regierten 150 Jahre auf der Insel und führten den Tee ein, der lange Zeit Hauptexportprodukt des Landes war. 1948 erlangte Ceylon seine Unabhängigkeit, 1972 wurde das Land unter dem Namen Sri Lanka zur Republik. Anders als in vielen anderen asiatischen Ländern war das politische System Sri Lankas seit der Unabhängigkeit immer demokratisch geprägt.
Doch fast drei Jahrzehnte lang wurde der Inselstaat von schweren inneren Auseinandersetzungen zwischen Singhalesen und Tamilen, den zwei größten ethnischen Gruppen des Landes, erschüttert. Tamilische Separatisten kämpften im Norden und Osten des Landes für einen unabhängigen tamilischen Staat. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind dem Konflikt bis zu 100.000 Menschen zum Opfer gefallen. Im Mai 2009 endete der Bürgerkrieg mit dem Sieg der srilankischen Armee über die tamilischen Rebellen. Anfang September 2011 wurde der 1983 verhängte Ausnahmezustand offiziell aufgehoben.
Im Januar 2010 fanden vorgezogene Präsidentschaftswahlen statt, in denen sich der amtierende Präsident Mahinda Rajapaksa mit deutlichem Vorsprung behaupten konnte. Auch bei den folgenden Parlamentswahlen im April 2010 konnte das Bündnis um Rajapaksa (United People's Freedom Alliance, UPFA) knapp 60 Prozent der Wählerstimmen erreichen. Durch anschließende Parteiübertritte von Oppositionspolitikern erreichte die Allianz eine Zwei-Drittel-Mehrheit, die für Verfassungsänderungen notwendig ist. Im September 2010 verabschiedete das Parlament einen Verfassungszusatz, der die Machtfülle des Präsidenten deutlich erweiterte. So wurde die bisherige Beschränkung auf maximal zwei sechsjährige Amtszeiten aufgehoben. Außerdem kann der Staats- und Regierungschef nun Positionen in eigentlich unabhängig angelegten Institutionen besetzen, etwa bei Justiz und Polizei.
Auch nach dem Ende des Bürgerkriegs bleibt die humanitäre Situation vieler Menschen im Nordosten Sri Lankas kritisch. In den früheren Konfliktregionen fehlt es an Nahrungsmitteln, sauberem Trinkwasser und medizinischer Versorgung. Von den 300.000 Flüchtlingen, die von der Regierung in der Endphase des Bürgerkriegs mit Gewalt in Lagern festgehalten wurden, konnten noch nicht alle in ihre Heimatorte zurückkehren. Etwa 7.500 Menschen waren im Herbst 2011 weiterhin in Lagern oder bei Gastfamilien untergebracht. Die Regierung hat die Auflösung der Lager bis Ende 2011 angekündigt.
Entwicklungspolitische Zusammenarbeit mit Sri Lanka
Deutschland ist seit Ende der 1950er Jahre entwicklungspolitisch in Sri Lanka engagiert. Nachdem der Bürgerkrieg 2006 wieder aufgeflammt war, strukturierte die Bundesregierung ihre Entwicklungszusammenarbeit um. Zahlreiche entsandte Fachkräfte mussten abgezogen und einzelne Vorhaben vorzeitig beendet werden. Derzeit folgt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit in Sri Lanka dem OECD-Prinzip "stay engaged, but differently" (sinngemäß: engagiert bleiben – aber in veränderter Form). Die Projekte sind nun vollständig auf Konfliktprävention und Friedensförderung ausgerichtet.
Derzeit fördert die Bundesregierung in der bilateralen staatlichen Zusammenarbeit sechs Vorhaben: Unterstützung von Initiativen für soziale Integration und Transformation, Verwaltungsförderung im Norden und Osten, Stärkung des Mikrofinanzsektors, Friedensförderung durch berufliche Ausbildung von Jugendlichen im Osten Sri Lankas, Friedenserziehung und Unterstützung von rückkehrenden Binnenvertriebenen. In Vorbereitung befindet sich der Aufbau eines Berufsbildungszentrums im Norden Sri Lankas und der Bau einer Geburtsklinik.
Für die Fortsetzung laufender Vorhaben hat das BMZ 2011 16,5 Millionen Euro zugesagt.
Deutsche Botschaft

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