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Asien
Die Islamische Republik Pakistan gehört zu den deutschen Kooperationsländern der ersten Stunde: Die pakistanisch-deutsche Entwicklungszusammenarbeit besteht seit 1961. Anlässlich des 50. Kooperationsjubiläums im Jahr 2011 wurden Entwicklung, Stand und Perspektiven der Zusammenarbeit umfassend reflektiert und die Herausforderungen und Handlungsfelder der künftigen Zusammenarbeit gemeinsam herausgearbeitet.
Gemessen an der Einwohnerzahl ist Pakistan das sechstgrößte Land der Erde und gleichzeitig die zweitgrößte islamische Nation. In der internationalen Staatengemeinschaft spielt Pakistan eine bedeutende Rolle. Durch seine geografische Lage als Nachbar von Indien, China, Iran und Afghanistan hat das Land großen Einfluss auf die Stabilität der gesamten Region. Die Beziehungen zwischen Pakistan und seinen Anrainerstaaten haben in den vergangenen Jahren weltweit große Aufmerksamkeit gefunden. Dies gilt aufgrund von Aufstandsbewegungen und Terroranschlägen insbesondere für die Grenzregion zu Afghanistan. Pakistan allein als Nachbarn Afghanistans wahrzunehmen, würde dem Land und seinen Menschen jedoch nicht gerecht werden.
Pakistan blickt auf eine bewegte Geschichte zurück und hat ein außergewöhnliches kulturelles Erbe. Beides hat noch heute prägenden Einfluss auf das politische und gesellschaftliche Leben im Land. Mit der Unabhängigkeit Britisch-Indiens vom Vereinigten Königreich im Jahr 1947 wurde zugleich eine Aufteilung in die hinduistisch geprägte Republik Indien und die Islamische Republik Pakistan vollzogen. Durch den Konflikt um die Region Kaschmir kam es zu mehreren kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Indien und Pakistan. 1971 wurde Ostpakistan als Volksrepublik Bangladesch unabhängig. Seit 2003 befinden sich die Atommächte Indien und Pakistan in einem vorsichtigen Annäherungsprozess. Dieser ist allerdings immer wieder großen Belastungen, wie den Terroranschlägen von Mumbai 2008, ausgesetzt.
Nach schweren innenpolitischen Unruhen im Jahr 2007 fanden 2008 in Pakistan Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt. Damit wurde der friedliche Übergang von einer Militärherrschaft zu einer demokratisch gewählten Regierung vollzogen. Regierungsführung und demokratische Institutionen weisen aber noch Defizite auf. Zwar hat die Regierung Pakistans bereits wichtige Reformen verabschiedet. Doch sie steht weiter vor der Herausforderung, das Land politisch und wirtschaftlich zu festigen.
Nachdem Taliban die Kontrolle über Teile der heutigen Provinz Khyber-Pakhtunkhwa (früher: Nordwestgrenzprovinz) und der Stammesgebiete (Federally Administered Tribal Areas, FATA) übernommen hatten, führte die pakistanische Regierung 2009 mehrere Militäroffensiven durch, um die staatliche Kontrolle in diesen Gebieten wiederherzustellen. Der Konflikt mit den Extremisten ist noch nicht ausgestanden. Immer wieder kommt es zu Gefechten und Anschlägen. Die innerstaatlichen Auseinandersetzungen haben bereits Tausende von Todesopfern gefordert.
Auch die wirtschaftliche Situation Pakistans bleibt äußerst angespannt. Armut, Energieengpässe und hohe Lebensmittelpreise bestimmen den Alltag vieler Bürger.
Immer wieder wird das Land von Naturkatastrophen getroffen. Ein schweres Erdbeben, das im Oktober 2005 in Pakistan mehr als 70.000 Menschenleben forderte, hat in der Region Azad Jammu Kaschmir große Teile der Infrastruktur zerstört. Im Sommer 2010 sorgten starke Monsunregenfälle für katastrophale Überschwemmungen. Mehr als 20 Millionen Menschen und ein Fünftel des pakistanischen Staatsgebiets waren direkt betroffen. Pakistan wurde dadurch in seiner wirtschaftlichen Entwicklung um Jahre zurückgeworfen. Im August und September 2011 verursachte starker Monsunregen in der südlichen Provinz Sindh erneut schwere Schäden, wieder waren mehrere Millionen Menschen betroffen.
Bilaterale Beziehungen
Pakistan ist einer der wichtigsten Partner Deutschlands in Südasien. Die Beziehungen zwischen Pakistan und der Bundesrepublik sind traditionell freundschaftlich. Für Pakistan ist Deutschland der wichtigste Handelspartner in der EU, und es ist sehr am Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen interessiert. Pakistan gehört nicht zur Gruppe der am wenigsten entwickelten Länder (Least Developed Countries). Aufgrund seiner geografischen Lage in einer krisengeschüttelten Region, vielfältiger innenpolitischer Umbrüche und Konflikte sowie seiner großen Bedeutung für das weltweite Erreichen der Millenniumsentwicklungsziele (MDG) ist Pakistan jedoch eines der anspruchvollsten Kooperationsländer der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.
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