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Asien
Vom Pazifik über ganz Asien bis zu den Grenzen Europas reichte einst das Mongolenreich des Dschingis Khan. Doch die Zeiten von Macht und Weltherrschaft sind lange vorbei. Auf dem Index der menschlichen Entwicklung der Vereinten Nationen (HDI 2010) steht die Mongolei heute auf Platz 102 von 169 ausgewerteten Staaten. Mehr als ein Drittel der Bevölkerung lebt in Armut.
Mit weniger als zwei Einwohnern pro Quadratkilometer ist die Mongolei der am dünnsten besiedelte Staat der Welt. Nur rund 2,8 Millionen Menschen leben in dem zentralasiatischen Land, das mehr als viermal so groß ist wie die Bundesrepublik. Mehr als 50 Prozent der Landesfläche bestehen aus Baum- und Grassteppe. Der Westen ist durch Gebirge, der Süden durch die Wüste Gobi geprägt. Etwa ein Drittel der Mongolen sind Nomaden, die Schafe, Ziegen, Rinder, Pferde oder Kamele züchten.
Unter den Transformationsländern des ehemaligen Ostblocks gilt die Mongolei als beispielhaft: Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion baute die ehemalige sozialistische Volksrepublik schnell und konfliktfrei demokratische und marktwirtschaftliche Strukturen auf. Der Staat bekennt sich zu rechtsstaatlichen Prinzipien und zur Achtung der Menschenrechte.
Doch die Bedingungen sind schwierig: In der Mongolei herrschen extreme klimatische Verhältnisse mit geringen Niederschlägen und großen Temperaturschwankungen mit mehr als 40 Grad Celsius im Sommer und bis zu minus 50 Grad im Winter. Geografisch liegt das Land isoliert zwischen Russland und China, von beiden Nachbarn ist es wirtschaftlich abhängig. Zwar ist die Mongolei sehr reich an Rohstoffen, die Exporteinnahmen hängen jedoch von den stark schwankenden Weltmarktpreisen ab, die dadurch die gesamte wirtschaftliche Lage des Landes beeinflussen.
Die Entwicklung wird zudem durch eine äußerst schwache Infrastruktur behindert, besonders in den Bereichen Energie und Transport. Vor allem die ländlichen Regionen sind vom wirtschaftlichen Aufschwung des Landes abgekoppelt. Eine wachsende Umweltzerstörung droht vor allem den Nomaden die Lebensgrundlage zu entziehen.
Entwicklungszusammenarbeit
Die Mongolei gehört zu den Kooperationsländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, mit denen die Bundesrepublik auf Basis zwischenstaatlich vereinbarter Verträge eng zusammenarbeitet. Bis 1990 pflegte die Mongolei enge Kontakte mit der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Nach der Wiedervereinigung übernahm die Bundesrepublik Deutschland die zahlreichen Entwicklungsprojekte der DDR. Bei der Entwicklungszusammenarbeit ist Deutschland der mit Abstand größte europäische Partner der Mongolei. Nach Japan und den USA ist die Bundesrepublik das drittwichtigste Geberland. Die Zusammenarbeit konzentriert sich auf die nachhaltige Wirtschaftsentwicklung. Im Mittelpunkt stehen der Rohstoffbereich, der Erhalt der Biodiversität und im Energiebereich die Erhöhung der Energieeffizienz.
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