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Asien
Nomaden, die in traditionellen Jurten leben, Berge, die mehr als 7.000 Meter in den Himmel ragen, Kunsthandwerk, das an Zeiten erinnert, als Karawanen über die Seidenstraße zogen: Geschichte, Kultur und Natur lassen sich in Kirgisistan in malerischen Bildern beschreiben. Doch die Gegenwart des zentralasiatischen Staats sieht anders aus und ist vor allem von Armut, wirtschaftlichem Niedergang, politischen Unruhen und ethnischen Spannungen geprägt.
Kirgisistan wurde im 19. Jahrhundert durch das russische Zarenreich erobert, 1936 erhielt das Land den Status einer sozialistischen Sowjetrepublik. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion erklärte Kirgisistan am 31. August 1991 seine Unabhängigkeit. Die Bergrepublik – 90 Prozent des Landes liegen über 1.000 Meter hoch – galt in den Folgejahren als Vorzeigestaat in Zentralasien. Schneller als in anderen ehemaligen Sowjetrepubliken wurden politische und wirtschaftliche Reformen eingeleitet; eine aktive Zivilgesellschaft begleitete den Transformationsprozess.
Doch Ende der 1990er Jahre wurde der Regierungsstil in Kirgisistan zunehmend autoritär, immer stärker konzentrierte sich die Macht auf die Person des Präsidenten. Reformen wurden verschleppt, das Wohlstandsgefälle zwischen Nord und Süd vergrößerte sich.
Zweimal sorgten in den vergangenen zehn Jahren Volksaufstände für den Sturz des Staatsoberhaupts. So bildeten gefälschte Parlamentswahlen 2005 den Anlass zur "Tulpenrevolution" gegen Präsident Askar Akajew. Sein Nachfolger Kurmanbek Bakijew musste im Frühjahr 2010 zurücktreten, nachdem die Bevölkerung in Massendemonstrationen ihren Unmut über seine von Korruption und Vetternwirtschaft geprägte Politik geäußert hatte.
Im Zuge der politischen Unruhen kam es im Süden des Landes zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen der kirgisischen Bevölkerung und der usbekischen Minderheit. Der Konflikt forderte mehrere Hundert Tote, Zehntausende mussten flüchten.
Übergangspräsidentin Rosa Otunbajewa leitete im Juni 2010 ein Verfassungsreferendum ein, in dem eine Mehrheit für die Abschaffung des Präsidialsystems und den Aufbau einer parlamentarischen Demokratie stimmte. Otunbajewa wurde im Amt bestätigt. Die kirgisische Regierung steht nun vor der Herausforderung, den Demokratisierungsprozess voranzutreiben, die Wirtschaft anzukurbeln, sozialen Frieden herzustellen und die Korruption zu bekämpfen.
Zusammenarbeit mit Deutschland
Die kirgisisch-deutschen Beziehungen sind historisch durch die deutsche Minderheit in dem zentralasiatischen Staat geprägt. Im 19. Jahrhundert gründeten deutschstämmige Mennoniten erste Siedlungen. Während des Zweiten Weltkriegs wurden Deutschstämmige nach Kirgisistan zwangsumgesiedelt, eine weitere Zuwanderungswelle setzte in den fünfziger Jahren ein. Viele von ihnen kamen nach dem Zusammenbruch des Sowjetsystems als Aussiedler nach Deutschland. Lebten zu Beginn der neunziger Jahre noch rund 100.000 Deutschstämmige in Kirgisistan, wird ihre aktuelle Zahl auf etwa 10.000 geschätzt.
Kirgistan gehört zu den Kooperationsländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, mit denen die Bundesrepublik auf Basis zwischenstaatlich vereinbarter Verträge eng zusammenarbeitet. Die Entwicklungszusammenarbeit konzentriert sich auf die nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und den Gesundheitssektor.
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