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Kambodscha

Muslimische Frauen im Dorf Svay Khleang lesen ein Buch über das Khmer-Rouge-Tribunal, veröffentlicht vom Documentation Center of Cambodia. Urheberrecht: Brendan Brady/IRIN

Situation und Zusammenarbeit

Nach Ende des Bürgerkriegs musste die kam­bod­scha­nische Gesell­schaft in fast allen Bereichen neu be­gin­nen: Staat­liche In­sti­tu­tionen waren zer­schla­gen, die Infra­struktur war zerstört, fast die gesamte geistige Elite des Landes war umgebracht oder ins Exil getrieben worden. Die Be­völ­kerung war nach jahr­zehnte­langen Konflikten verarmt und ohne Ausbildung. Bis heute ist Kam­bod­scha eines der am stärksten mit Land­minen und Blind­gängern be­las­te­ten Länder der Welt, jedes Jahr werden dadurch rund 250 Menschen getötet oder verletzt. Vor diesem Hinter­grund sind die bisher erzielten Leistungen be­mer­kens­wert. Der Neu­an­fang eröffnete die Mög­lich­keit der nationalen Versöhnung und des Aufbaus von demo­kra­tischen Struk­turen unter Ein­be­ziehung der Zivilgesellschaft.

Boulevard Achar Mean in Phnom Penh, Kambodscha (c) BMZKambodscha ist seit 1993 eine konstitutionelle Monarchie mit einem demo­kra­tischen Mehr­parteien­system. Die Regierung ver­folgt eine liberale Wirt­schafts­politik und setzt erfolgreich eine auf makro­öko­no­mische Stabilisierung ausgerichtete Finanz- und Wirtschafts­politik um. Auf der anderen Seite zeigen sich jedoch in gesell­schafts­po­li­tischen Bereichen zunehmend autoritäre Ten­den­zen. Die regierende Kam­bod­scha­ni­sche Volkspartei (CPP) be­hin­dert aktiv die Arbeit re­gie­rungs­kritischer Politiker und benutzt Gesetzgebung, Verwaltung und Justiz, um politische Gegner unter Druck zu setzen. Die Institutionen des Staates sind noch schwach, es fehlen stabile rechtliche und wirtschaftliche Rahmen­bedingungen. Das Land ist daher noch weit von der Erreichung internationaler demokratischer Standards entfernt.

Korruption ist weit verbreitet und wird in der Gesellschaft tra­di­tio­nell weit­gehend akzeptiert. Auf dem Kor­rup­tions­wahr­neh­mungs­index 2010 der Nicht­re­gie­rungs­orga­nisation Transparency International rangiert Kambodscha unter 178 Staaten auf Platz 154. Auch beim Umweltschutz zeigen sich deutliche Defizite: Na­tür­liche Res­sou­rcen werden ausgebeutet, ohne dass die teil­weise gra­vie­ren­den Schäden für die Umwelt in Betracht gezogen werden. Insbesondere die illegale Abholzung der Tropenwälder und die Überfischung des Mekong und des Tonle Sap bedrohen die kambodschanischen Ökosysteme. Die unzureichende Ab­was­ser- und Müllentsorgung und eine auf wenig effizienten Diesel­generatoren beruhende Energie­erzeugung gehören ebenso zu den großen Problemen des Landes.

Wirtschaftliche Perspektiven

Die Bevölkerung Kambodschas ist jung: Ein Drittel der rund 15 Millionen Einwohner sind unter 15 Jahre alt. Bereits jetzt sind die sehr hohe Arbeitslosigkeit und die Unterbeschäftigung zentrale Probleme der Wirtschaftsentwicklung. Sie drohen sich noch zu verschärfen.

Eine kambodschanischer Fischer auf dem See Tonle Sap. Urheberrecht: David Gough/IRINDas Land ist stark von der Land­wirt­schaft ge­prägt. Der Agrar­sektor bie­tet für die meisten Menschen die ein­zige Ein­kom­mens­mög­lich­keit – mehr als 80 Pro­zent der Be­völ­ke­rung leben und ar­bei­ten auf dem Land. Die Land­wirt­schaft wird zum großen Teil als Sub­sis­tenz­wirt­schaft be­trie­ben. Pro­duk­ti­vi­tät und Be­deu­tung des Agrar­sek­tors neh­men je­doch ten­den­ziell ab, sein An­teil am Brutto­in­lands­pro­dukt be­trägt nur noch ein Drit­tel. Der Dienst­leis­tungs­sektor macht hin­gegen bereits 45 Pro­zent der Wirt­schafts­leis­tung aus. Ins­be­son­dere der Tou­ris­mus hat in den letzten Jahren an Be­deu­tung ge­won­nen, ein wei­teres Wachs­tum in diesem Be­reich ist wahr­schein­lich. 2010 be­suchten 2,5 Mil­lionen Tou­risten das Land, zwei Drit­tel stammten aus Asien.

Die regionale Integration Kambodschas wurde durch den Beitritt zu internationalen Organisationen wie der Vereinigung Süd­ost­asia­tischer Länder (ASEAN, 1998) und der Welt­han­dels­or­ga­ni­sa­tion (WTO, 2004) vorangetrieben. Dadurch wurde das Land aus seiner wirt­schaft­lichen Isolation geholt. Das 2010 in Kraft ge­tre­te­ne Frei­han­dels­ab­kom­men zwischen ASEAN und China sowie die Ausweitung der "Everything But Arms"-Initiative der EU bieten zusätzliche Export­chancen für Kambodscha, sind aber auch mit neuen Schwie­rig­kei­ten verbunden. Denn außer der Textil- und der Tourismus­industrie, die das wirtschaftliche Wachstum tragen, gibt es kaum konkurrenzfähige Branchen. Sogar landwirtschaftliche Produkte werden in das Agrarland importiert.

Die Bundesrepublik ist nach den USA und Singapur der wichtigste Abnehmer kambodschanischer Waren: Im Jahr 2009 gingen 7,5 Prozent der Exporte des Landes nach Deutschland.

Armutsbekämpfung und Mil­len­niums­ent­wick­lungsziele

Die weit verbreitete Armut ist das drängendste Problem Kam­bod­schas. Sie erschwert alle weiteren Bemühungen zur Erreichung der Millenniumsentwicklungsziele (MDG). Nach Einschätzung des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) stehen einigen Fortschritten – zum Beispiel bei der Einschulungsrate oder der Reduzierung der Kindersterblichkeit – zahlreiche Defizite gegenüber. Im Index der menschlichen Entwicklung (HDI 2011) liegt Kambodscha lediglich auf Platz 139 von 187 Ländern und zählt damit zu den am wenigsten entwickelten Ländern Asiens.

Seit 1994 ist der Anteil der von Einkommensarmut betroffenen Menschen jährlich um ein Prozent gesunken. Dennoch gelten weiterhin 5,6 Millionen Kambodschanerinnen und Kambodschaner als extrem arm. Dabei ist das Gefälle zwischen städtischen und ländlichen Gebieten besonders ausgeprägt: Rund 80 Prozent der Armen leben auf dem Land. Das Gesundheitssystem wird derzeit noch aufgebaut, auch das Bildungssystem muss noch weiter verbessert werden. Die Analphabetenrate liegt gegenwärtig bei 22 Prozent, bei Frauen und in ländlichen Regionen ist sie noch höher. Die Kindersterblichkeit ist mit 88 auf 1.000 Geburten nach Afghanistan die höchste in ganz Asien. Nur etwa 60 Prozent der Menschen haben gesicherten Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Fortschritte gibt es hingegen beim Kampf gegen HIV und AIDS: Bis vor kurzem hatte das Land die höchste Verbreitungsrate in Asien – mittlerweile werden jedoch gute Erfolge bei der Ein­däm­mung der Neu­in­fek­tionen erzielt. Auch bei der Bekämpfung von Malaria und Tuberkulose zeigen sich Ver­bes­se­rungen. Positiv bewertet das UNDP zudem die Bemühungen um eine Re­du­zie­rung von geschlechts­spezifischer Dis­kri­mi­nie­rung, etwa im Bil­dungs­bereich, bei der Ein­kom­mens­verteilung oder der politischen Partizipation von Frauen.

Die kambodschanische Regierung bemüht sich intensiv um die Reduzierung der Armut. Die aktuelle Regierungsstrategie (Rect­an­gu­lar Strategy II) sowie der unter Mitwirkung der Zivil­ge­sell­schaft entwickelte nationale Armutsbekämpfungsplan (Na­tion­al Strategic Development Plan, NSDP) sollen zu einem nachhaltigen Wirt­schafts­wachs­tum und dadurch zur Armuts­minderung führen. Be­schäf­ti­gungs­förderung, Gleich­stellung der Geschlechter und soziale Gerechtigkeit sind Teile der Strategie, deren Kernstück Good Governance ist. Alle bi- und multilateralen Geber haben ihre aktive Unterstützung für die Strategie und den Um­set­zungs­plan zugesagt und richten ihre Zusagen an den Prioritäten der kambodschanischen Regierung aus.

Schwerpunkte der Zusammenarbeit

Zwischen 1969 und 1992 waren die diplomatischen Beziehungen zwischen Kambodscha und der Bundesrepublik unterbrochen. In dieser Zeit gab es, ebenso wie in den Jahren 1997 und 1998 aufgrund großer politischer Instabilität, keine Ent­wick­lungs­zu­sam­men­arbeit. In der Zwischenzeit bestanden jedoch von 1969 bis 1975 und von 1979 bis zur Wiedervereinigung diplomatische Beziehungen zur DDR.

Die kambodschanisch-deutsche Zusammenarbeit konzentriert sich derzeit auf die folgenden entwicklungspolitischen Schwer­punkte:

  • Ländliche Entwicklung (Landreform und regionale Wirtschaftsentwicklung)

  • Aufbau des Gesundheitswesens (Qualitätssicherung der Gesundheitsdienstleistungen und Aufbau einer sozialen Krankenversicherung)

"Demokratie, Zivilgesellschaft, öffentliche Verwaltung und gute Regierungsführung" ist in der Arbeit der Bundesregierung in Kambodscha ein Querschnittsthema, das in allen laufenden Programmen beachtet wird. Zudem gibt es einige gezielte Pro­gramme zur Verbesserung der Verwaltung und zur Stärkung der Demokratie.

Im Rahmen der kambodschanisch-deutschen Re­gie­rungs­ver­hand­lungen im Dezember 2011 in Bonn machte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Neu­zu­sagen im Umfang von 21,5 Millionen Euro für die Jahre 2011 und 2012. Aufgrund der schlimmsten Überflutungen seit zehn Jahren und als Zeichen der Solidarität wurde Kambodscha zu­sätzlich Unterstützung zur Überwindung der Flutschäden an der ländlichen Infrastruktur für Anfang 2012 in Aussicht gestellt.

Sonderthema Rote-Khmer-Tribunal

Tribunal in Kambodscha. Urheberrecht: ECCCDie Aufarbeitung der Gräueltaten des Rote-Khmer-Regimes ist eine sehr wichtige Vor­aus­set­zung für die weitere Ent­wick­lung Kam­bod­schas. Aus diesem Grund unterstützt das BMZ das aus inter­na­tio­nalen und kam­bod­scha­nischen Richtern bestehende sogenannte Rote-Khmer-Kriegsverbrechertribunal. 2010 wurde das erste Urteil gegen einen Führungskader der Roten Khmer gesprochen: Der ehemalige Leiter des berüchtigten Gefängnisses Tuol Sleng, Kaing Guek Eav, wurde zu 35 Jahren Haft verurteilt. Vier weiteren politischen Führern der Roten Khmer werden unter anderem Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und Völkermord vorgeworfen. Das Verfahren gegen sie wurde im Juni 2011 eröffnet.

Laut der vom Tribunal erstellten Übersicht über die freiwilligen Bei­träge zur nationalen sowie der inter­nationalen Komponente des Khmer-Rouge-Tribunals ist Deutschland nach Japan und Australien der dritt­größte Beitragszahler. Werden außerdem Auf­wen­dun­gen für Pro­jekte im Umfeld des Tribunals wie Opfer­be­treu­ung oder ge­sell­schaft­licher Dialog­prozess berücksichtigt, dürfte Deutschland an zweiter Stelle der Geber stehen. Die Bundes­re­gie­rung hat durch das BMZ und das Aus­wär­tige Amt bislang rund 8,6 Millionen Euro bereitgestellt. Das BMZ unter­stützt das Tribunal zusätzlich durch die langfristige Entsendung eines Rechts­experten in die Strafkammer des Gerichts. Diese Beiträge sollen neben der Aufarbeitung des Völkermordes auch dem Aufbau des Rechtswesens und der Rechtskultur in Kambodscha dienen.

Ländliche Entwicklung

Da die meisten Menschen auf dem Land leben und die Armut dort stark ausgeprägt ist, kon­zen­triert sich die kambodschanisch-deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­arbeit auf den länd­lichen Raum. Im Februar 2011 wurde die neue Schwer­punkt­strategie Ländliche Ent­wick­lung gemeinsam verabschiedet. Als über­grei­fen­des Ziel wurde die Verbesserung der Lebens­be­din­gungen der armen Land­be­völ­kerung, ins­be­son­dere von Frauen, festgelegt. Einen Beitrag dazu leisten Initiativen zur Stärkung der länd­lichen Privat­wirtschaft sowie zur Schaffung von Arbeits­plätzen und al­ter­na­ti­ven Ein­kom­mens­mög­lich­keiten. Durch die Einführung eines Mikro­kredit­systems und die regionale Förderung von Dienst­leis­tungen für kleine und mittlere Unter­nehmen wird ein Fundament zur Armuts­bekämpfung geschaffen.

Daneben wird seit 1995 im Rahmen der Finanziellen Zu­sam­men­arbeit das Straßen- und Wegenetz in ländlichen Gebieten re­pa­riert und neu gebaut. Das Vorhaben hilft, das Einkommen vieler Menschen in strukturschwachen Gebieten zu sichern und hat zu konkreten Fortschritten geführt, etwa zu erhöhten Ein­schu­lungs­quoten und ver­bes­ser­tem Zugang zu Gesundheitszentren.

Deutschland engagiert sich außerdem für eine Verbesserung der Stromversorgung auf dem Land. Ein landesweites, flächen­decken­des Stromnetz ist in Kambodscha nicht vorhanden, nur 17 Prozent der Haushalte haben Zugang zu Elektrizität. Hohe Strom­tarife belasten Wirtschaft und Bevölkerung. Die Bundes­republik fördert den Aufbau einer effizienten und bezahl­baren Ver­sor­gung. Für die Provinz Siem Reap wurde zudem ein Pilot­programm zur Förderung erneuerbarer Energien vereinbart.

Im Rahmen der Technischen Zusammenarbeit unterstützt Deutsch­land die Neustrukturierung des Landrechts. Deutschland stimmt sich dabei eng mit anderen inter­na­tio­nalen Gebern ab. Unter der Gewalt­herr­schaft der Roten Khmer (1975 bis 1979) wurden alle Grundbuch- und Katasterdaten vernichtet. Seit 1992 haben die Kambodschanerinnen und Kambodschaner wieder das Recht, Land zu besitzen. Angesichts der großen Abhängigkeit der Bevölkerung von landwirtschaftlichen Erträgen gilt es, die Ei­gen­tums- und Nutzungs­rechte für den Boden neu zu regeln und insbesondere für die Armen abzusichern.

Aufbau des Gesundheitswesens

Zwei Mädchen aus Kambodscha. Urheberrecht: David Gough/IRINWährend des Pol-Pot-Regimes brach die Ge­sund­heits­ver­sor­gung völlig zu­sam­men. Fast alle Kran­ken­häu­ser wurden zerstört. Die kam­bod­scha­nische Re­gie­rung hat mit externer Un­ter­stüt­zung eine Stra­tegie für die Reform und den Aufbau des Ge­sund­heits­sektors entwickelt. Ziel ist es, insbesondere der armen Bevölkerung eine angemessene Gesund­heits­ver­sor­gung an­zu­bie­ten. Im Rahmen eines Programms zur sozialen Absicherung im Krank­heits­fall unter­stützt Deutsch­land Bemühungen, ein ge­mein­de­basiertes Kranken­ver­sich­er­ungs­system aufzubauen und vor allem finanz­schwachen Familien einen einfachen und günstigen Zugang zu einer hoch­wer­tigen medi­zi­nischen Versorgung zu verschaffen. Dabei arbeitet die deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­arbeit eng mit inter­nationalen Partnern wie der Welt­gesund­heits­organisation (WHO) zusammen.

Vor allem die Gesundheitssituation von Frauen und Kindern muss verbessert werden. Die kam­bod­scha­nisch-deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­arbeit konzentriert sich auf die Ausbildung von Mitarbeitern im Gesund­heits­sektor und auf die Einführung von Qualitäts­standards in der Aus- und Fortbildung von medi­zi­ni­schem Personal. Darüber hinaus werden Programme zur Fa­mi­lien­planung und Mutter-Kind-Gesundheit unterstützt.

Ein weiteres wichtiges Betätigungsfeld ist die Eindämmung von Infektionskrankheiten wie Malaria, Tuberkulose und HIV/AIDS zu. Der Anteil der HIV-Infizierten an der Bevölkerung ist in den 1990er Jahren stark angestiegen und erreichte einen Höchst­stand von 1,5 Prozent. Inzwischen ist die Quote wieder auf 0,7 Prozent gesunken (Stand: 2009).

Good Governance: Förderung von Demokratie, Zivilgesellschaft und öffentlicher Verwaltung

Good Governance ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für nachhaltige Entwicklung und erfolgreiche Armutsbekämpfung in Kambodscha.

Das Land, dessen institutionelle und physische Strukturen durch Kriege und das Terrorregime der Roten Khmer fast vollständig zerstört worden sind, steht vor vielfältigen Herausforderungen: Demokratisierung, die Gewährleistung der Menschenrechte, die Förderung der Zivilgesellschaft, der Aufbau der öffentlichen Ver­wal­tung, des Justiz­systems und des Finanz­wesens gehören ebenso dazu wie die Bekämpfung der weit verbreiteten Kor­rup­tion. Die Instru­men­ta­li­sierung von Justiz und Medien sowie die Behinderung der par­la­men­ta­rischen Opposition und zivil­ge­sell­schaft­licher Gruppen gehören auch unter der demo­kratisch legitimierten Regierung von Premier­minister Hun Sen weiterhin zum politischen Alltag.

Die Förderung von Demokratie, Zivilgesellschaft und öffentlicher Verwaltung wurde darum zwischen den Regierungen von Kam­bod­scha und Deutschland als Quer­schnitts­aufgabe der ge­mein­samen Ent­wick­lungs­zusammenarbeit festgelegt.

Oberstes Ziel ist es, zur Armutsbekämpfung und zum Aufbau einer gerechten Gesellschaftsstruktur beizutragen. Hierzu sollen demokratische Prinzipien in der kambodschanischen Gesellschaft verankert und die Aktionsfähigkeit der Zivilgesellschaft erhöht werden.

In Absprache mit den anderen in Kambodscha tätigen Ent­wick­lungs­partnern konzentriert sich Deutschland dabei auf drei Handlungsfelder:

  • Verwaltungsreform und Dezentralisierung

  • Steigerung von Transparenz und Verantwortlichkeit

  • Förderung der Menschenrechte (insbesondere Frauen­rechte) und der Zivilgesellschaft

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Lexikon der Entwicklungspolitik
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