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Asien
Bhinneka Tunggal Ika – Einheit in Vielfalt: Seit der Unabhängigkeitserklärung 1945 ziert dieser aus dem Sanskrit stammende Wahlspruch das Wappen der Republik Indonesien. Laut Zensus von 2010 gehören die rund 237,5 Millionen Einwohner des Inselstaats etwa 300 verschiedenen Volksgruppen an und sprechen mehr als 200 Sprachen und Dialekte. Trotz dieser Bevölkerungsvielfalt haben die meisten Menschen ein stark ausgeprägtes Nationalgefühl. Das Land hat die viertgrößte Bevölkerung der Welt, bildet die größte islamische Gemeinde der Erde und besteht aus mehr als 17.000 Inseln, von denen gut 6.000 bewohnt sind. Der Inselstaat erstreckt sich von Westen nach Osten über rund 5.000 Kilometer, das entspricht ungefähr der Entfernung von Gibraltar bis Moskau. Die Regenwälder Indonesiens gelten als die artenreichsten der Erde.
Wirtschaftlich ging es nach der Unabhängigkeit bergauf, aber im Inneren kam es in der Vergangenheit immer wieder zu schweren Konflikten. Auseinandersetzungen prägen auch die jüngste Geschichte: 1999 Kämpfe zwischen Christen und Muslimen auf den Molukken, 2002 ein verheerendes Attentat islamistischer Terroristen auf Bali, 2003 Verhängung des Kriegsrechts in der nach Unabhängigkeit strebenden Provinz Aceh auf Sumatra.
Die asiatische Finanzkrise erfasste Indonesien 1997 besonders stark. Nach schweren sozialen Unruhen musste der damalige Diktator Suharto zurücktreten. Der politische Umbruch verlief dann aber weitgehend friedlich. Auf dem schwierigen Weg der Demokratisierung hat das Land seitdem deutliche Fortschritte erzielt. Indonesien gilt inzwischen als weitestgehend stabile Demokratie.
Hervorragende makroökonomische Daten und einer der größten Binnenmärkte Südostasiens sorgen inzwischen für gute wirtschaftliche Aussichten. Zudem gelang die Wandlung von einem eher zentral gelenkten planwirtschaftlichen System zu einer Marktwirtschaft, die allerdings nach wie vor durch starke staatliche Eingriffe geprägt ist.
Die wirtschaftliche Lage hat sich zwar verbessert, das Niveau von vor 1997 konnte allerdings noch nicht wieder erreicht werden. Dennoch überstand die indonesische Wirtschaft dank eines starken Inlandskonsums in Verbindung mit staatlichen Konjunkturprogrammen die globale Finanz- und Wirtschaftskrise ohne Probleme. Im Gegenteil: 2009 konnte ein über den Erwartungen liegendes Wirtschaftswachstum von 4,5 Prozent erwirtschaftet werden. Für 2010 wird ein Wachstum von rund sechs Prozent erwartet.
Indonesisch-deutsche Zusammenarbeit
Die Beziehungen zwischen Indonesien und Deutschland sind gut. Die indonesisch-deutsche Entwicklungszusammenarbeit zielt darauf ab, der regionalen und weltweiten Bedeutung Indonesiens Rechnung zu tragen. So ist das Land ein bedeutender Partner im globalen Klimaschutz: Indonesien weist die zweitgrößten Tropenwaldbestände der Erde auf, gilt allerdings durch illegalen Einschlag und Brandrodung auch als weltweit drittgrößter Emittent von Kohlendioxid. Ein Engagement in diesem Bereich ist daher im deutschen Interesse – entsprechend ist Klimaschutz ein Schwerpunkt der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit. Außerdem unterstützt Deutschland sein Partnerland bei der Förderung der Privatwirtschaft sowie im Bereich gute Regierungsführung und Dezentralisierung.
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