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Asien
Bhinneka Tunggal Ika – Einheit in Vielfalt: Seit der Unabhängigkeitserklärung 1945 ziert dieser aus dem Sanskrit stammende Wahlspruch das Wappen der Republik Indonesien. Laut Zensus von 2010 gehören die rund 237,5 Millionen Einwohner des Inselstaats etwa 300 verschiedenen Volksgruppen an und sprechen mehr als 200 Sprachen und Dialekte. Das Land hat die viertgrößte Bevölkerung der Welt; annähernd 90 Prozent gehören dem Islam an, sie bilden die größte islamische Gemeinde der Erde. Indonesien besteht aus mehr als 17.000 Inseln, von denen gut 6.000 bewohnt sind. Der Inselstaat erstreckt sich von Westen nach Osten über rund 5.000 Kilometer, das entspricht ungefähr der Entfernung von Gibraltar bis Moskau. Die Regenwälder Indonesiens gelten als die artenreichsten der Erde.
Trotz der Größe und enormen Vielfalt des Landes haben die meisten Menschen ein stark ausgeprägtes Nationalgefühl. Das vom Volk erzwungene Ende der jahrzehntelangen autoritären Alleinherrschaft von Präsident Suharto ist ein deutlicher Beleg dafür: Nach schweren sozialen Unruhen, ausgelöst durch die asiatische Finanzkrise 1997/98, musste der Diktator im Mai 1998 zurücktreten. Der politische Umbruch verlief weitgehend friedlich, Indonesien befindet sich seitdem in einem tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandlungsprozess. Auf dem schwierigen Weg der Demokratisierung hat das Land bereits deutliche Fortschritte erzielt und gilt inzwischen als weitestgehend stabile Demokratie.
Auch die regionalen Konflikte und teils gewalttätigen Auseinandersetzungen der Vergangenheit haben an Schärfe verloren. Die ehemalige indonesische Provinz Timor-Leste, deren Besatzung von schweren Menschenrechtsverletzungen begleitet war, erlangte 2002 ihre Unabhängigkeit. Seitdem bemühen sich beide Länder um Aussöhnung und gute Nachbarschaft. Die Provinzen Aceh und Papua erhielten 2002 einen umfassenden Autonomiestatus, wodurch jahrzehntelange Kämpfe beendet werden konnten. Auch die Auseinandersetzungen zwischen Christen und Muslimen in Zentral-Sulawesi und auf den Molukken wurden durch Friedensabkommen weitestgehend beigelegt.
Hervorragende makroökonomische Daten und einer der größten Binnenmärkte Südostasiens sorgen inzwischen für gute wirtschaftliche Aussichten. Zudem gelang die Wandlung von einem eher zentral gelenkten planwirtschaftlichen System zu einer Marktwirtschaft. Zahlreiche Herausforderungen bleiben allerdings bestehen, denn die indonesische Wirtschaft ist nach wie vor durch staatliche Eingriffe geprägt. Die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und verstärkte Investitionen der Privatwirtschaft werden durch die allgegenwärtige Korruption, die geringe Leistungsfähigkeit des Staates, die lange vernachlässigte Infrastruktur und das unzureichende Bildungsniveau vieler Menschen gehemmt. Im "Doing Business Report 2012" der Weltbank belegt Indonesien lediglich Platz 129 von 183 Staaten.
Die indonesische Wirtschaft hat die globale Finanz- und Wirtschaftskrise ohne Probleme überstanden. Im Gegenteil: 2009 konnte ein über den Erwartungen liegendes Wirtschaftswachstum von 4,5 Prozent erwirtschaftet werden. 2010 und 2011 lag das Wachstum jeweils bei über sechs Prozent.
Indonesien übernimmt im südostasiatischen Raum sowohl politisch als auch wirtschaftlich mehr und mehr Verantwortung und hat das Potential, zu den wirtschaftlich starken asiatischen Nachbarländern aufzuschließen. Seit Anfang 2010 ist der Inselstaat mit den ASEAN-Staaten Brunei, Malaysia, Philippinen, Singapur und Thailand sowie mit China in einer Freihandelszone verbunden – gemessen am Handelsvolumen der drittgrößte Wirtschaftsraum weltweit. Zudem ist Indonesien als einziges der zehn ASEAN-Mitglieder in der G20 vertreten.
Deutsch-Indonesische Zusammenarbeit
Die Beziehungen zwischen Indonesien und Deutschland sind gut. Die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit zielt darauf ab, der regionalen und weltweiten Bedeutung Indonesiens Rechnung zu tragen. Gemeinsam mit Indien, Brasilien, Mexiko und Südafrika zählt Indonesien zur Gruppe der globalen Entwicklungspartner der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Die fünf Länder gelten als zukünftige regionale Großmächte und haben eine Schlüsselrolle bei der Lösung von globalen Entwicklungsfragen.
So ist das Land ein bedeutender Partner im globalen Klimaschutz: Indonesien weist die zweitgrößten Tropenwaldbestände der Erde auf, gilt allerdings durch illegalen Einschlag und Brandrodung auch als weltweit drittgrößter Emittent von Kohlendioxid. Ein Engagement in diesem Bereich ist daher im deutschen Interesse – entsprechend wurde bei den deutsch-indonesischen Regierungsverhandlungen im Oktober 2011 der Ausbau der Kooperation im Bereich Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung vereinbart. Außerdem unterstützt Deutschland sein Partnerland bei der Förderung der Privatwirtschaft sowie im Bereich gute Regierungsführung und Dezentralisierung.
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