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Asien
Indien gilt als die "größte Demokratie der Welt" und ist trotz vieler Spannungen seit der Gründung 1947 weitgehend stabil geblieben. Das Land hat eine föderale Struktur aus 28 Bundesstaaten und sechs Unionsterritorien, die Hauptstadt Neu-Delhi verfügt über einen besonderen Rechtsstatus.
Gemessen an der Einwohnerzahl ist Indien das zweitgrößte Land der Welt: Auf dem Subkontinent leben knapp 1,2 Milliarden Menschen, die Mehrheit von ihnen auf dem Land. Die Vielfalt der Ethnien, Religionen und Sprachen ist groß, die wirtschaftlichen und sozialen Unterschiede zwischen den gesellschaftlichen Gruppen sind nach wie vor erheblich. Das laut Verfassung offiziell abgeschaffte Kastensystem bestimmt bis heute den Alltag. Frauen und Mädchen werden vielfach benachteiligt, Kinderarbeit ist vor allem in den unteren sozialen Schichten noch immer verbreitet.
Indiens Industriesektor zählt inzwischen zu den größten der Welt. Geprägt wird er neben der traditionell besonders wichtigen Textilindustrie vor allem durch Schwerindustrie, Maschinenbau und chemische Industrie. Auch Raumfahrt-, Elektronik- und Nuklearindustrie sind vergleichsweise hoch entwickelt. Indische Fachkräfte und Wissenschaftler sind in vielen Bereichen international gefragt.
Die Kluft zwischen reich und arm ist allerdings nach wie vor sehr groß. Einer wachsenden wohlhabenden Mittel- und Oberschicht von etwa 100 Millionen Menschen stehen mehr als 900 Millionen Menschen gegenüber, die mit weniger als umgerechnet 2,50 US-Dollar pro Tag auskommen müssen. Indien ist das Land mit den meisten armen Menschen in der Welt. Der Kampf gegen die Armut bleibt daher die größte Herausforderung für Staat und Gesellschaft.
Wegen seiner großen wirtschaftlichen und politischen Bedeutung nimmt Indien eine Schlüsselposition bei der Lösung globaler Fragen wie Armutsbekämpfung oder Klimaschutz sowie bei der Sicherung der politischen Stabilität in ganz Südasien ein. Indien ist deshalb einer der wichtigsten globalen Entwicklungspartner der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Die Entwicklungszusammenarbeit stellt zugleich eine wichtige Komponente der strategischen Partnerschaft zwischen Deutschland und der Republik Indien dar.
Schwerpunkte der Entwicklungszusammenarbeit sind die Bereiche Umwelt, Energie und nachhaltige Wirtschaftsentwicklung. Im Mittelpunkt stehen Vorhaben zur Förderung der erneuerbaren Energien und Verbesserung der Energieeffizienz, zur Anpassung an den Klimawandel im Nordosten Indiens, zur Unterstützung umweltrelevanter städtischer Infrastrukturmaßnahmen, zur Förderung von kleinen und mittelgroßen Unternehmen, sowie zur Beratung beim Aufbau sozialer Sicherungssysteme für die bisher benachteiligten Bevölkerungsgruppen.
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