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Asien

Wirtschaftswachstum fördern – Armut bekämpfen – Klima schützen

Diese Kartendarstellung gibt nicht in jedem Einzelfall die völkerrechtliche Position der Bundesregierung wieder.


In den ver­gan­genen Jah­ren hat die Be­völ­ke­rung in vielen Län­dern Asiens die wirt­schaft­liche Ent­wick­lung dyna­misch vor­an­ge­trieben. Die zu­neh­mende Öffnung der Märkte hat den Han­del der asia­tischen Län­der auch unter­ein­ander stark an­wachsen lassen. Die in­ter­na­ti­o­nale Wett­be­werbs­fähig­keit hat sich deut­lich verbessert.

Zwei Mädchen aus Kambodscha. Urheberrecht: David Gough/IRINDennoch kön­nen noch nicht alle Men­schen in glei­cher Weise am Auf­schwung Asiens teil­haben. Das wird unter anderem deut­lich, wenn man die Fort­schritte beim Er­rei­chen der Mil­len­ni­ums­ent­wick­lungs­ziele be­trach­tet, vor allem des Ziels, den An­teil der Armen an der Be­völ­ke­rung bis 2015 welt­weit zu hal­bie­ren. Laut des ent­spre­chenden Fort­schritts­berichts der Ver­einten Nationen (MDG Report 2011) sind die Armuts­raten in Ost­asien zwar ge­sun­ken – ein Erfolg, der vor allem auf dem wirt­schaft­lichen Wachs­tum in China beruht –, trotz­dem leben in Asien noch immer mehr als 700  Mil­lionen Men­schen in ab­so­luter Ar­mut. Dies sind rund zwei Drit­tel aller ab­so­lut Armen weltweit.

Auch andere Indikatoren zeigen, dass der wirt­schaft­liche Aufschwung nicht für die gesamte Bevölkerung zu Verbesserungen geführt hat. So weist Südasien weltweit den höchsten Prozentsatz an untergewichtigen Kindern auf. Bei Kindern aus den ärmsten Haushalten hat sich das seit 1995 kaum verändert.

Zerstörte Häuse in Afghanistan. Urheberrecht: Patrick Kinuthia/IRINZahlreiche inner­staat­liche Kon­flikte – zum Bei­spiel in Af­gha­nis­tan – ge­fährden die Ent­wick­lung der be­trof­fenen Län­der und wir­ken sich auf die Sta­bi­li­tät der gesamten Region aus. Ein großes Ent­wick­lungs­hemm­nis ist außer­dem, dass Asien immer wieder von Natur­katastrophen betroffen ist.

Das Spektrum der Regierungs­systeme in Asien reicht von der größten Demo­kratie der Welt in Indien bis zu tota­li­tären Regimen wie in Nord­korea. In vielen Ländern Asiens werden die Men­schen­rech­te ver­letzt – teil­weise massiv. Frauen und ethnische Min­der­heiten lei­den be­son­ders darunter. Viele Re­gie­rungen schaf­fen es zudem nicht, die nötigen öffent­lichen Dienst­leis­tun­gen bereit­zu­stellen. Kor­rup­tion ist weit ver­brei­tet und viele Ver­wal­tungs­struk­turen sind veraltet.

Die Bevölkerung Asiens wächst jedes Jahr im Durchschnitt um mehr als ein Prozent. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung von 2011 leben zurzeit 4,21 Milliarden Menschen in Asien. Das sind rund 60 Prozent der Weltbevölkerung.

Ein Fährboot vor Shanghai. Urheberrecht: phalanxAufgrund des starken Bevöl­kerungs- und Wirt­schafts­wachs­tums neh­men die Umwelt­probleme in Asien zu. Jedes Jahr werden rie­sige Wald­flächen ab­ge­holzt, oft­mals il­le­gal. Viele Men­schen aus länd­lichen Re­gionen wan­dern auf der Suche nach Arbeit in die Städte ab. Das führt vor allem in den großen Bal­lungs­gebieten zu Prob­lemen: Wegen des hohen Was­ser­ver­brauchs sinkt der Grund­wasser­spiegel und un­ge­klärte Ab­wäs­ser und wilde Müll­hal­den ver­schmut­zen das Trink­was­ser. In Süd­asien leben 44 Pro­zent der Menschen ohne ge­regelte Sanitär­versorgung.

Der Energiebedarf in der Region steigt. Die Sicherung einer ausreichenden Energie­versorgung – auch für Arme – wird die weitere wirt­schaft­liche und soziale Ent­wick­lung des Kon­ti­nents be­stimmen. Die großen asia­tischen Länder tragen durch ihre Kraft­werke und Industrie­anlagen mittler­weile er­heb­lich zur Ver­änderung des Welt­klimas bei. Bei der Ein­däm­mung des Klima­wandels sind sie darum unverzichtbare Partner.

Zu­sam­men­ar­beit Deutsch­lands mit den Ländern Asiens

Kein anderer Kontinent weist derart unterschiedliche Entwicklungsstände auf wie Asien: Aufstrebende Schwellen­länder wie China, Indien und Indonesien haben wachsenden poli­tischen und wirt­schaft­lichen Einfluss auf globaler Ebene. Staaten wie die Mongolei, Nepal oder Tadschikistan konnten dagegen bisher kaum vom wirt­schaft­lichen Wachstum in der Region pro­fi­tieren. Die Zu­sam­men­ar­beit mit den sehr unterschiedlichen Ko­ope­ra­tions­ländern differenziert zu gestalten, ist daher eine besondere He­raus­for­de­rung für die deutsche Ent­wick­lungs­po­li­tik.

Das deutsche En­gage­ment in Asien wird eng mit den Aktivitäten anderer Geber abgestimmt. Der Bedarf der Partner­länder, die besonderen Kompetenzen Deutsch­lands und die Arbeitsteilung zwischen den Gebern bestimmen die Schwerpunkte der deutschen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit mit den Ländern Asiens:

In Ländern, mit deren Regierungen die staatliche Zu­sam­men­ar­beit aus­ge­setzt wurde oder nicht möglich ist, unter­stützt die Bun­des­re­pu­blik die Arbeit deutscher nichtstaatlicher Entwicklungsorganisationen.

Referenzrahmen für den Politikdialog mit den Partnerländern und mit anderen Gebern ist die Asienstrategie  des Bundesministeriums für wirt­schaft­liche Zu­sam­men­ar­beit und Ent­wick­lung (BMZ). Sie bildet die Basis für die verschiedenen Länderkonzepte und Schwerpunktstrategiepapiere.

Ein besonderes Anliegen der deutschen Ent­wick­lungs­po­li­tik ist die Förderung der regionalen Zu­sam­men­ar­beit in Asien. Grenz­über­schreitende oder gleich­ge­lagerte Probleme sollen von den asiatischen Staaten gemein­sam gelöst werden. Regionale Zusammen­schlüsse wie der Verband Süd­ost­asia­tischer Nationen (ASEAN) sollen sich festigen. Das fördert nicht nur die wirt­schaft­liche Ent­wick­lung, sondern trägt auch zur politischen Sta­bi­li­sierung der Region bei.

Globale Entwicklungspartner der deutschen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit in Asien

Die asiatischen Staaten Indien und Indonesien zählen – gemeinsam mit Brasilien, Mexiko und Südafrika – zur Kern­gruppe der globalen Ent­wick­lungs­partner der deutschen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit. Die fünf Länder gelten als zukünftige regio­nale Groß­mächte und haben eine Schlüs­sel­rolle bei der Lösung von glo­balen Ent­wick­lungs­fragen. Auch wenn sie laut Ein­stufung der Orga­ni­sa­tion für wirt­schaft­liche Zu­sam­men­ar­beit und Ent­wick­lung (OECD) noch Ent­wick­lungs­länder sind, verfügen sie schon heute über viele Merk­male von In­dus­trie­ländern und haben stark wach­sende Volks­wirt­schaften. Auf dem Gebiet der Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit treten sie inzwischen auch als Geber auf.

Die Kooperation des BMZ mit der Kern­gruppe der globalen Ent­wick­lungs­partner umfasst sowohl Projekte und Pro­gramme im jeweiligen Land, als auch eine länder­über­greifende Zu­sam­men­ar­beit zur Gestaltung der re­gio­nalen und globalen Ent­wick­lung.

Andere Länder wie zum Beispiel China oder die Türkei gehören zwar wegen ihres globalen wirt­schaft­lichen und poli­tischen Gewichts eben­falls zu den globalen Ent­wick­lungs­partnern. Nach Auslaufen der klassischen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit wird mit diesen Ländern jedoch in den Folgestrukturen der staat­lichen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit aus­schließ­lich länder­über­grei­fend zusammen­gearbeitet (zum Beispiel Dialogformate, Regionalprogramme, Dreieckskooperationen).

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Lexikon der Entwicklungspolitik

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