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Länder

Diese Kartendarstellung gibt nicht in jedem Einzelfall die völkerrechtliche Position der Bundesregierung wieder.

Wirtschaftswachstum fördern – Armut bekämpfen

Asien

Zwei Mädchen aus Kambodscha. Urheberrecht: David Gough/IRINIn den vergangenen Jahren hat eine junge, dynamische Bevölkerung in vielen Ländern Asiens die wirtschaftliche Entwicklung vorangetrieben.

Die zunehmende Öffnung der Märkte hat den Handel der asiatischen Länder untereinander stark wachsen lassen – und auch die internationale Wett­bewerbs­fähigkeit ist gestiegen. Doch nach wirt­schaftlichen Erfolgen mit hohen Wachstums­raten von durchschnittlich sieben Prozent hat die Wirtschafts­krise im Jahr 2009 auch Asien erreicht.

 Der Rückgang der Nachfrage in den Industrieländern wirkt sich stark auf die Länder der Region aus. Nach Schätzungen der Asiatischen Entwicklungsbank (AsDB) werden durch die Wirtschaftskrise mehr als 60 Millionen Menschen in Asien zusätzlich unter die Armutsschwelle fallen oder in Armut bleiben.

Das Erreichen der Millenniumsentwicklungsziele, vor allem des Ziels, den Anteil der Armen an der Bevölkerung bis 2015 weltweit zu halbieren, hängt wesentlich von der Entwicklung Asiens ab. Laut Fortschrittsbericht der Vereinten Nationen zur Umsetzung der Millenniumsentwicklungsziele (MDG Report 2009) sind die Armutsraten in Ostasien zwar stark gesunken – Vor allem dank des schnellen wirtschaftlichen Wachstums in China konnten 475 Millionen Menschen aus extremer Armut befreit werden. Insgesamt leben auf dem Kontinent aber noch immer mehr als 700 Millionen Menschen in absoluter Armut. Dies sind rund zwei Drittel aller absolut Armen weltweit.

Zerstörte Häuse in Afghanistan. Urheberrecht: Patrick Kinuthia/IRINZahlreiche innerstaatliche Konflikte – zum Beispiel in Afghanistan und Sri Lanka – gefährden die Entwicklung der betroffenen Länder und wirken sich auf die Stabilität der gesamten Region aus. Eine große Belastung für die Entwicklung ist außerdem, dass der Kontinent immer wieder von Naturkata­strophen betroffen ist.

Das Spektrum der Regierungssysteme in Asien reicht von der größten Demokratie der Welt in Indien bis zu totalitären Regimen in Nordkorea und Myanmar. In vielen Ländern Asiens werden die Menschenrechte – teilweise massiv – verletzt. Frauen und ethnische Minderheiten leiden besonders darunter. Viele Regierungen schaffen es zudem nicht, die nötigen öffentlichen Dienstleistungen bereitzustellen. Korruption ist weit verbreitet und viele Verwaltungsstrukturen sind veraltet.

Die Bevölkerung Asiens wächst jedes Jahr im Durchschnitt um 1,2 Prozent. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung von 2009 leben zurzeit 4,12 Milliarden Menschen in Asien. Das sind mehr als 60 Prozent der Weltbevölkerung.

Ein Fährboot vor Shanghai. Urheberrecht: phalanxAufgrund des Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstums haben die Umweltprobleme in Asien zugenommen. Jedes Jahr werden riesige Waldflächen abgeholzt – oftmals illegal.

Viele arme Menschen aus ländlichen Regionen wandern auf der Suche nach Arbeit in die Städte ab – das führt vor allem in den großen Ballungsgebieten zu Problemen. Wegen des hohen Wasserverbrauchs ist dort der Grundwasserspiegel abgesunken. Ungeklärte Abwässer und wilde Müllhalden verschmutzen das Trinkwasser. Allein in Südasien leben 580 Millionen Menschen ohne geregelte Sanitärversorgung.

Der Energiebedarf in der Region steigt. Die Energiesicherung – auch für Arme – wird die weitere wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Kontinents bestimmen. Die großen asiatischen Länder tragen mittlerweile erheblich zur Veränderung des Weltklimas bei. Auch von ihnen wird abhängen, ob der Klimawandel eingedämmt werden kann.

Zusammenarbeit Deutschlands mit den Ländern Asiens

Keine andere Region weist derart unterschiedliche Entwicklungsstände auf wie Asien. Die Zusammenarbeit mit den Partnerländern differenziert zu gestalten, bleibt daher auch in Zukunft eine besondere Herausforderung.

Das deutsche Engagement in Asien wird eng mit den Aktivitäten anderer Geber abgestimmt. Der Bedarf der Partnerländer, die besonderen Kompetenzen Deutschlands und die Arbeitsteilung zwischen den Gebern bestimmen die Schwerpunkte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit den Ländern Asiens:

In Ländern, mit deren Regierungen die staatliche Zusammenarbeit ausgesetzt wurde oder nicht möglich ist – wie Myanmar oder Nordkorea – unterstützt die Bundesrepublik die Arbeit deutscher nicht-staatlicher Entwicklungsorganisationen.

Referenzrahmen für den Politikdialog mit den Partnerländern und mit anderen Gebern ist die Asienstrategie des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Sie bildet die Basis für die verschiedenen Länderkonzepte und Schwerpunktstrategiepapiere.

Ein besonderes Anliegen der deutschen Entwicklungspolitik ist die Förderung der regionalen Zusammenarbeit in Asien. Grenzüberschreitende oder gleichgelagerte Probleme sollen von den asiatischen Staaten gemeinsam gelöst werden. Regionale Zusammenschlüsse wie der Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN) sollen sich festigen. Das fördert nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung, sondern trägt auch zur politischen Stabilisierung der Region bei.



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