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Länder
Wirtschaftswachstum fördern – Armut bekämpfen – Klima schützen
Diese Kartendarstellung gibt nicht in jedem Einzelfall die völkerrechtliche Position der Bundesregierung wieder.
In den vergangenen Jahren hat die Bevölkerung in vielen Ländern Asiens die wirtschaftliche Entwicklung dynamisch vorangetrieben. Die zunehmende Öffnung der Märkte hat den Handel der asiatischen Länder auch untereinander stark anwachsen lassen. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit hat sich deutlich verbessert.
Dennoch können noch nicht alle Menschen in gleicher Weise am Aufschwung Asiens teilhaben. Das wird unter anderem deutlich, wenn man die Fortschritte beim Erreichen der Millenniumsentwicklungsziele betrachtet, vor allem des Ziels, den Anteil der Armen an der Bevölkerung bis 2015 weltweit zu halbieren. Laut des entsprechenden Fortschrittsberichts der Vereinten Nationen (MDG Report 2011) sind die Armutsraten in Ostasien zwar gesunken – ein Erfolg, der vor allem auf dem wirtschaftlichen Wachstum in China beruht –, trotzdem leben in Asien noch immer mehr als 700 Millionen Menschen in absoluter Armut. Dies sind rund zwei Drittel aller absolut Armen weltweit.
Auch andere Indikatoren zeigen, dass der wirtschaftliche Aufschwung nicht für die gesamte Bevölkerung zu Verbesserungen geführt hat. So weist Südasien weltweit den höchsten Prozentsatz an untergewichtigen Kindern auf. Bei Kindern aus den ärmsten Haushalten hat sich das seit 1995 kaum verändert.
Zahlreiche innerstaatliche Konflikte – zum Beispiel in Afghanistan – gefährden die Entwicklung der betroffenen Länder und wirken sich auf die Stabilität der gesamten Region aus. Ein großes Entwicklungshemmnis ist außerdem, dass Asien immer wieder von Naturkatastrophen betroffen ist.
Das Spektrum der Regierungssysteme in Asien reicht von der größten Demokratie der Welt in Indien bis zu totalitären Regimen wie in Nordkorea. In vielen Ländern Asiens werden die Menschenrechte verletzt – teilweise massiv. Frauen und ethnische Minderheiten leiden besonders darunter. Viele Regierungen schaffen es zudem nicht, die nötigen öffentlichen Dienstleistungen bereitzustellen. Korruption ist weit verbreitet und viele Verwaltungsstrukturen sind veraltet.
Die Bevölkerung Asiens wächst jedes Jahr im Durchschnitt um mehr als ein Prozent. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung von 2011 leben zurzeit 4,21 Milliarden Menschen in Asien. Das sind rund 60 Prozent der Weltbevölkerung.
Aufgrund des starken Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstums nehmen die Umweltprobleme in Asien zu. Jedes Jahr werden riesige Waldflächen abgeholzt, oftmals illegal. Viele Menschen aus ländlichen Regionen wandern auf der Suche nach Arbeit in die Städte ab. Das führt vor allem in den großen Ballungsgebieten zu Problemen: Wegen des hohen Wasserverbrauchs sinkt der Grundwasserspiegel und ungeklärte Abwässer und wilde Müllhalden verschmutzen das Trinkwasser. In Südasien leben 44 Prozent der Menschen ohne geregelte Sanitärversorgung.
Der Energiebedarf in der Region steigt. Die Sicherung einer ausreichenden Energieversorgung – auch für Arme – wird die weitere wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Kontinents bestimmen. Die großen asiatischen Länder tragen durch ihre Kraftwerke und Industrieanlagen mittlerweile erheblich zur Veränderung des Weltklimas bei. Bei der Eindämmung des Klimawandels sind sie darum unverzichtbare Partner.
Zusammenarbeit Deutschlands mit den Ländern Asiens
Kein anderer Kontinent weist derart unterschiedliche Entwicklungsstände auf wie Asien: Aufstrebende Schwellenländer wie China, Indien und Indonesien haben wachsenden politischen und wirtschaftlichen Einfluss auf globaler Ebene. Staaten wie die Mongolei, Nepal oder Tadschikistan konnten dagegen bisher kaum vom wirtschaftlichen Wachstum in der Region profitieren. Die Zusammenarbeit mit den sehr unterschiedlichen Kooperationsländern differenziert zu gestalten, ist daher eine besondere Herausforderung für die deutsche Entwicklungspolitik.
Das deutsche Engagement in Asien wird eng mit den Aktivitäten anderer Geber abgestimmt. Der Bedarf der Partnerländer, die besonderen Kompetenzen Deutschlands und die Arbeitsteilung zwischen den Gebern bestimmen die Schwerpunkte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit den Ländern Asiens:
In Ländern, mit deren Regierungen die staatliche Zusammenarbeit ausgesetzt wurde oder nicht möglich ist, unterstützt die Bundesrepublik die Arbeit deutscher nichtstaatlicher Entwicklungsorganisationen.
Referenzrahmen für den Politikdialog mit den Partnerländern und mit anderen Gebern ist die Asienstrategie des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Sie bildet die Basis für die verschiedenen Länderkonzepte und Schwerpunktstrategiepapiere.
Ein besonderes Anliegen der deutschen Entwicklungspolitik ist die Förderung der regionalen Zusammenarbeit in Asien. Grenzüberschreitende oder gleichgelagerte Probleme sollen von den asiatischen Staaten gemeinsam gelöst werden. Regionale Zusammenschlüsse wie der Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN) sollen sich festigen. Das fördert nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung, sondern trägt auch zur politischen Stabilisierung der Region bei.
Globale Entwicklungspartner der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in Asien
Die asiatischen Staaten Indien und Indonesien zählen – gemeinsam mit Brasilien, Mexiko und Südafrika – zur Kerngruppe der globalen Entwicklungspartner der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Die fünf Länder gelten als zukünftige regionale Großmächte und haben eine Schlüsselrolle bei der Lösung von globalen Entwicklungsfragen. Auch wenn sie laut Einstufung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) noch Entwicklungsländer sind, verfügen sie schon heute über viele Merkmale von Industrieländern und haben stark wachsende Volkswirtschaften. Auf dem Gebiet der Entwicklungszusammenarbeit treten sie inzwischen auch als Geber auf.
Die Kooperation des BMZ mit der Kerngruppe der globalen Entwicklungspartner umfasst sowohl Projekte und Programme im jeweiligen Land, als auch eine länderübergreifende Zusammenarbeit zur Gestaltung der regionalen und globalen Entwicklung.
Andere Länder wie zum Beispiel China oder die Türkei gehören zwar wegen ihres globalen wirtschaftlichen und politischen Gewichts ebenfalls zu den globalen Entwicklungspartnern. Nach Auslaufen der klassischen Entwicklungszusammenarbeit wird mit diesen Ländern jedoch in den Folgestrukturen der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit ausschließlich länderübergreifend zusammengearbeitet (zum Beispiel Dialogformate, Regionalprogramme, Dreieckskooperationen).
Informationen
Siehe auch
- Länderbeitrag Afghanistan
- Länderbeitrag Bangladesch
- Länderbeitrag China
- Länderbeitrag Indien
- Länderbeitrag Indonesien
- Länderbeitrag Kambodscha
- Länderbeitrag Kirgisistan
- Länderbeitrag Laos
- Länderbeitrag Mongolei
- Länderbeitrag Nepal
- Länderbeitrag Pakistan
- Länderbeitrag Philippinen
- Länderbeitrag Sri Lanka
- Länderbeitrag Tadschikistan
- Länderbeitrag Timor Leste
- Länderbeitrag Usbekistan
- Länderbeitrag Vietnam









