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Reiseberichte
Bundesminister Niebel besucht Gaza
Im Rahmen seines Besuches in Israel und den Palästinensischen Gebieten hat sich Bundesminister Niebel am 14.06.2011 selbst ein Bild von wichtigen Vorhaben der deutsch-palästinensischen Zusammenarbeit in Gaza gemacht.
Im Mittelpunkt des Besuchs standen die Baufortschritte bei der aus BMZ-Mitteln geförderten Rehabilitierung der Kläranlage in Gaza-Mitte.
Bislang gelangen die Abwässer von hunderttausenden Bewohnern des Gaza-Streifens ungeklärt ins Meer. Davon betroffen sind auch die israelischen Küstengewässer. Durch das Projekt soll die Abwasserreinigung von Gaza-Stadt und den angrenzenden Gemeinden sichergestellt und damit die Umwelt-und Gesundheitssituation im Gazastreifen verbessert werden.
Nach der Genehmigung durch israelische Behörden kann das deutsche Projekt der Rehabilitierung und Erweiterung des Klärwerks Gaza-Mitte nun verwirklicht werden. In einer ersten Phase wird die bestehende Kläranlage "Sheik Eijleen" durch lokal ansässige Bauunternehmer rehabilitiert und erweitert. Anschließend soll in einer zweiten Phase eine neue, moderne Kläranlage errichtet werden.
Bundesminister Niebel traf darüber hinaus mit dem Generalkommissar des für Palästinaflüchtlinge in Nahost zuständigen Hilfswerks der Vereinten Nationen UNRWA, Filippo Grandi, zusammen und sprach mit jungen Absolventinnen des deutsch-palästinensischen Berufsbildungsprogramms.
UNRWA ist ein wichtiger Partner der deutsch-palästinensischen Zusammenarbeit in Gaza und der Region. Für den Bau von zwei UNRWA-Schulen hat das BMZ bei dieser Gelegenheit 3 Millionen Euro bereitgestellt. Davon werden 4.400 Mädchen und Jungen in Gaza profitieren.
Bundesminister Niebel sagte: "Investitionen und Wiederaufbau der Infrastruktur in Gaza sind ohne Alternative. Gleichzeitig brauchen Menschen und vor allem Jugendliche eine Zukunftsperspektive. Deswegen leisten wir Unterstützung bei beruflicher Ausbildung und stellen –
in enger Zusammenarbeit mit UNRWA und Organisationen der Zivilgesellschaft – Angebote zur Förderung von Kindern und Jugendlichen bereit. Klar ist: eine Entwicklung in Gaza ist ohne eine politische Lösung nicht möglich. Wichtig sind nun ein dauerhafter Waffenstillstand sowie die Öffnung der Grenzübergänge von und nach Gaza für humanitäre Hilfe sowie den Waren- und Personenverkehr. Nur so kann Wiederaufbau ermöglicht und der am Boden liegende Privatsektor in Gaza wiederbelebt werden."
Die Bundesregierung hatte 2009 anlässlich der internationalen Geberkonferenz in Sharm-el-Sheikh 150 Millionen Euro für humanitäre Hilfe und den Wiederaufbau Gazas zugesagt. Fortschritte bei der Umsetzung dieser Vorhaben, die den Menschen in Gaza direkt zugute kommen, sind dringlich. Deutschland setzt sich auch weiterhin mit hoher Kontinuität für eine Verbesserung der Lebensumstände in Gaza ein.
Die Schwerpunkte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit der Palästinensischen Autonomiebehörde liegen im Bereich Wasser, Wirtschaftsentwicklung, Institutionenaufbau, Bildung und Förderung der Zivilgesellschaft. Damit sollen insbesondere auch die moderaten Kräfte gestärkt und Extremisten geschwächt werden.









