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Ziviler Friedensdienst – Fachleute im Einsatz für den Frieden

Feierliche buddhistische Zeremonie zur Würdigung von Opfern des Khmer Rouge-Regimes in Kambodscha im Rahmen eines Versöhnungsdialogs von Jugendlichen und Überlebenden

Der Zivile Friedensdienst (ZFD) wird von deutschen Friedens- und Entwicklungsorganisationen getragen und vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert.

ZFD-Fachkräfte unterstützen weltweit in Krisenregionen örtliche Partnerorganisationen dabei, die Grundlagen für einen nachhaltigen Frieden zu schaffen. Sie vermitteln in Konflikten, bringen Anliegen benachteiligter Menschen an die Öffentlichkeit, begleiten ehemalige Soldaten auf ihrem Weg ins zivile Leben, arbeiten mit traumatisierten Opfern von Gewalt oder helfen bei der Reintegration von Flüchtlingen. Sie arbeiten dabei immer mit lokalen Organisationen und Initiativen zusammen.

Der ZFD gilt als Erfolgsmodell der Kooperation von staatlichen und nicht staatlichen Trägern der Entwicklungs- und Friedensarbeit. Seit Programmbeginn im Jahr 1999 waren bereits mehr als 1.300 Friedensfachkräfte im Rahmen mehrjähriger Einsätze in über 60 Ländern aktiv. Anfang 2018 waren rund 300 Fachkräfte in 43 Ländern im Einsatz. Aktuell arbeiten Fachkräfte in Afrika (unter anderem Burundi, Kenia, Kamerun, Sierra Leone, Uganda), Asien (zum Beispiel Sri Lanka, Kambodscha, Nepal, Myanmar), im Nahen Osten (Palästinensische Gebiete, Jordanien, Libanon), in Lateinamerika (beispielsweise Kolumbien, Bolivien) und in Ost- und Südosteuropa (Ukraine, Mazedonien, Kosovo, Bosnien und Herzegowina, Serbien).

Einschließlich der vorbereitenden und begleitenden Maßnahmen hat das BMZ bislang rund 450 Millionen Euro für den ZFD bewilligt (Stand: Frühjahr 2017). Der Zivile Friedensdienst leistet unter anderem einen wichtigen Beitrag zur BMZ-Sonderinitiative "Fluchtursachen bekämpfen, Flüchtlinge reintegrieren".

Zur Überprüfung der langfristigen Wirkungen des ZFD wurde im April 2011 eine breit angelegte Evaluierung abgeschlossen, die unter anderem auf acht Länderfallstudien basierte. Auf Grundlage der Evaluierungsempfehlungen haben das BMZ und die ZFD-Trägerorganisationen den Friedensdienst reformiert – unter anderem durch die systematische Einführung von trägerübergreifenden Länderstrategien, ein effizienteres Antragswesen und ein verbessertes internes Monitoring- und Evaluierungssystem. Die Reform hat dazu beigetragen, die Wirksamkeit des Friedensdienstes zu verbessern.

Aufgaben

Frau vor Plakat, das Frauen zum Engagement in der Politik aufruft

Ziel des ZFD ist, dauerhafte gesellschaftliche Veränderungsprozesse zu bewirken. Die Aufgaben der Friedensfachkräfte sind entsprechend vielfältig und erfordern für jeden ZFD-Einsatz unterschiedliche Fähigkeiten. Unter anderem müssen die Fachkräfte zur interkulturellen Kommunikation in der Lage sein und Instrumente ziviler Konfliktbearbeitung erfolgreich einsetzen können, Sprachkenntnisse werden ebenfalls vorausgesetzt.

Der ZFD arbeitet mit lokalen Partnerorganisationen zusammen, die

  • über Konfliktlinien hinweg Kooperations- und Dialogstrukturen aufbauen (und dabei zum Beispiel auch traditionelle Schlichtungsinstanzen stärken),
  • Anlaufstellen und gesicherte Räume schaffen, in denen sich Konfliktparteien begegnen können,
  • Informations- und Kommunikationsstrukturen stärken, die den Ursachen und Auswirkungen gewaltsamer Konflikte nachspüren (unter anderem durch Förderung von Friedensjournalismus, Vernetzung von Friedensorganisationen und Beobachtung von Konfliktverläufen),
  • von Gewalt besonders betroffene Gruppen unterstützen und sie wieder in die Gesellschaft integrieren (etwa durch psychosoziale Unterstützung oder Arbeit mit traumatisierten Menschen),
  • zu Methoden und Konzepten ziviler Konfliktbearbeitung beraten und ausbilden,
  • Friedenspädagogik betreiben und Feindbilder abbauen,
  • die Rechtssicherheit vor Ort stärken und für Menschenrechte eintreten.

Bewerbung als Friedensfachkraft

Der Zivile Friedensdienst (ZFD) ist ein Freiwilligendienst von lebens- und berufserfahrenen Frauen und Männern. Der Einsatz erfolgt auf der Grundlage des Entwicklungshelfergesetzes. Voraussetzungen für die Tätigkeit als Friedensfachkraft sind eine abgeschlossene Berufsausbildung, mehrjährige Berufserfahrung in einem für den ZFD relevanten Arbeitsfeld, gute Sprachkenntnisse in mindestens einer internationalen Verkehrssprache und zivilgesellschaftliches Engagement. Dazu kommen weitere Qualifikationen, die sich aus dem jeweiligen Einsatzbereich ergeben.

Stellenangebote finden Sie unter: www.ziviler-friedensdienst.org/de/jobs


Die Trägerorganisationen des Zivilen Friedensdienstes

Boniface Cissé und Jean de Dieu Dembélé, Mitarbeitende der malischen ZFD/EIRENE-Partnerorganisationen ORFED und ASEFOD bei einer Aktion an der Grenze zwischen Mali und Burkina Faso

Die Aufgaben des Zivilen Friedensdienstes werden im Auftrag des BMZ von den staatlich anerkannten Entwicklungsdiensten übernommen, die sich zum Konsortium Ziviler Friedensdienst (Konsortium ZFD) zusammengeschlossen haben:

  • Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF)
  • Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe (AGEH)
  • Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst
  • Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)
  • EIRENE – Internationaler Christlicher Friedensdienst
  • Forum Ziviler Friedensdienst (forumZFD)
  • KURVE Wustrow – Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion
  • peace brigades international (pbi)
  • Weltfriedensdienst (WFD)

Die administrative Abwicklung des Programms erfolgt über die Servicegesellschaft Engagement Global. Über das Gesamtprogramm und alle Projekte des ZFD entscheidet das BMZ im Einvernehmen mit dem Auswärtigen Amt. Weitere Informationen zu den vielfältigen Projektaktivitäten finden Sie unter www.ziviler-friedensdienst.org.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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