NACHHALTIGE WIRTSCHAFTSENTWICKLUNG
Nachhaltiges und breitenwirksames Wirtschaftswachstum ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Reduzierung der Armut. Durch breitenwirksames Wachstum entstehen Beschäftigungsmöglichkeiten, die armen Bevölkerungsgruppen helfen, ihre Existenz aus eigener Kraft zu sichern. Durch die zunehmende Globalisierung von Wirtschaftsprozessen und die Liberalisierung des Handels stehen die Partnerländer der Entwicklungszusammenarbeit vor großen Herausforderungen, aber auch Chancen für ihre eigene Entwicklung. Einigen Ländern und Unternehmen gelingt es, sich an die neuen Bedingungen und den globalen Wettbewerb anzupassen. Anderen Ländern, Unternehmen und Menschen droht wiederum von der weltweit positiven Wachstumsdynamik ausgeschlossen und letztlich abgehängt zu werden. Um allen eine gerechte und nachhaltige Teilhabe am globalen Wachstumsprozess zu ermöglichen, fördert die deutsche Entwicklungspolitik wirtschaftliche Entwicklung auf Grundlage der Grundsätze der sozialen und ökologischen Marktwirtschaft. mehr
Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft
Die sozialen, ökonomischen und ökologischen Probleme der Entwicklungsländer stellen die Politik vor Herausforderungen, die nicht alleine auf Regierungsebene bewältigt werden können. Durch Zusammenarbeit von Regierungen und Privatwirtschaft kann zusätzliches Geld und auch zusätzliches Know-how für die Entwicklungs-
zusammenarbeit gewonnen werden. Dadurch steigt die Effizienz der Entwicklungszusammenarbeit, denn das Engagement und die Gestaltungskraft privater Unternehmen dringen in Bereiche vor, in denen der Staat aus politischen, ökonomischen oder logistischen Gründen oft an Grenzen stößt. Die Bundesregierung arbeitet darum auf verschiedenen entwicklungspolitischen Ebenen intensiv mit der Privatwirtschaft zusammen. mehr
Fairer Handel
Verbraucherinnen und Verbraucher spielen eine wichtige Rolle im Welthandelssystem, denn durch ihre Kaufentscheidungen können sie unmittelbar Einfluss auf die Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen in Entwicklungsländern nehmen. Der Faire Handel ("Fair Trade") kann die beteiligten Produzentinnen und Produzenten aus häufig extremer Armut befreien und fördert lokale organisatorische Basisstrukturen sowie nachhaltiges Wirtschaften. Indem Verbraucherinnen und Verbraucher fair gehandelte Produkte kaufen, sichern sie den Produzentinnen und Produzenten ein gerechtes Einkommen, von dem diese sich und ihre Familien ernähren können. Im Fairen Handel werden durch langfristige Verträge, durch sichere Abnahmemengen und durch den Verzicht auf Zwischenhändler Preise erzielt, die über dem Weltmarktniveau liegen. Hinzu kommt eine Fairtrade-Prämie. Diese garantierten Mehreinnahmen können die Erzeuger der fair gehandelten Produkte in die Sicherung der wirtschaftlichen und sozialen Existenz ihrer Gemeinschaften investieren und so ihre Lebensbedingungen verbessern. Fairer Handel ist ein kleiner Anteil des Welthandels, dennoch hat er das Potenzial, Globalisierung gerecht zu gestalten und langfristig ungerechte Weltwirtschaftsstrukturen abzubauen. mehr
Welthandel
Die globale Marktwirtschaft erfordert internationale Einrichtungen, die geeignete Rahmenbedingungen für einen fairen weltweiten Handel schaffen. Das wichtigste Forum dafür ist die Welthandelorganisation (WTO). Sie legt seit 1995 Regeln für den Verkehr von Waren, Dienstleistungen und geistigem Eigentum fest, die fast alle Menschen der Welt betreffen. Ziel der deutschen Entwicklungspolitik ist, zu einer stabilen und sozial verantwortlichen Weltwirtschaftsordnung beizutragen. Die Bundesrepublik setzt sich auf internationaler Ebene dafür ein, handelsverzerrende Subventionen in den Industrieländern abzubauen und die Märkte der Industrieländer für die Produkte der Entwicklungsländer zu öffnen. Um zu verhindern, dass aus Wettbewerb Ausbeutung wird, setzt sie sich außerdem für menschenwürdige Arbeitsbedingungen ein. mehr
Sozialstandards
Die globale Konkurrenz um Märkte und Investoren ist hart. Um sich kurzfristig Wettbewerbsvorteile zu verschaffen, werden in manchen Entwicklungsländern grundlegende Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern missachtet – die so genannten Sozialstandards. Deutschland setzt sich für die weltweite Durchsetzung dieser Standards ein, denn ihre Umsetzung ist ein wesentlicher Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen in den Partnerländern – und damit auch ein Beitrag zur Minderung der Armut. Außerdem sind Sozialstandards und Wettbewerbsvorteile nicht unbedingt Gegensätze, wie viele Unternehmen festgestellt haben. mehr
Ökostandards
Umweltschutzmaßnahmen und umweltfreundliche Produktionsverfahren kosten Geld und mindern den Gewinn von Unternehmen. Freiwillig für solche Maßnahmen und den daraus resultierenden allgemeinen Nutzen zu bezahlen, ist aus Unternehmenssicht "unwirtschaftlich". Das kann sich ändern, wenn mit den Mitteln der Marktwirtschaft für mehr Umweltschutz gesorgt wird. Dazu sind Rahmenbedingungen erforderlich, unter denen die Verursacher auch für die Umweltkosten aufkommen, die bisher von der Allgemeinheit getragen werden. Ein wichtiges Element solcher Rahmenbedingungen sind Umwelt- oder Ökostandards. Sie haben das Ziel, eine wirtschaftliche Entwicklung zu ermöglichen und dabei gleichzeitig die dauerhafte Verfügbarkeit der Naturressourcen zu gewährleisten. Die Bundesrepublik unterstützt ihre Partnerländer bei der Einführung solcher Standards. mehr
Information und Kommunikation
Trotz der schnellen technischen Entwicklung gibt es weltweit viele Menschen, denen der Zugang zu Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und den damit verbundenen Möglichkeiten verwehrt bleibt. Laut Index der menschlichen Entwicklung (HDI) von 2007/08 hatten in den am wenigsten entwickelten Ländern (least developed countries) 2005 im Durchschnitt nur 48 von 1.000 Einwohnern ein Mobiltelefon, Zugang zum Internet hatten sogar nur 12 von 1.000. IKT werden für die Entwicklungszusammenarbeit immer wichtiger. Sie sind nicht nur unverzichtbare Werkzeuge für die Projektplanung und Koordination, sie spielen auch für das Erreichen spezifischer Entwicklungsziele eine zentrale Rolle. mehr
Publikationen
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Unternehmerische Verantwortung aus entwicklungspolitischer Perspektive
BMZ Spezial 167
(PDF 481 KB, barrierefrei) -

Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft – Public Private Partnerships (PPP)
Jahresbericht 2008
BMZ Materialien 200
(PDF 1,7 MB, barrierefrei) -

Mit Mikrofinanzierung
aus der Armut:
Der deutsche Beitrag zur Entwicklung nachhaltiger Finanzsysteme
BMZ Materialien 191
(PDF 1018 KB, barrierefrei) -

Grundsätze der sozialen und ökologischen Marktwirtschaft in der deutschen Entwicklungspolitik
BMZ Konzepte 157
(PDF 208 KB, barrierefrei)


