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Trinkwasserversorgung

Ein Mädchen in Laos trinkt Wasser aus einer sicheren Wasserquelle

Trinkwasser wird zum Trinken, zur Zubereitung des Essens und für die Körperhygiene benötigt. Der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist ein anerkanntes Menschenrecht. Jedem Kind, jeder Frau und jedem Mann muss stets bezahlbares Wasser in ausreichender Menge und Qualität zur Verfügung stehen.

Der Zugang zu sauberem Trinkwasser für alle ist eine Voraussetzung für die individuelle Gesundheit, die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes und die Verhinderung von Armut. Nur gesunde Menschen können aktiv am Leben teilnehmen, arbeiten, sich selbst versorgen und zur Entwicklung ihrer Gesellschaft beitragen.

Im Bereich der Trinkwasser- und Sanitärversorgung wurden die Probleme jahrzehntelang unterschätzt. Die Monitoring-Methoden spiegelten die Realität vor allem in den Entwicklungsländern nicht wieder. Der UN-Bericht WHO/UNICEF Joint Monitoring Program for Water Supply, Sanitation and Hygiene (JMP) – 2017 Update and SDG Baselines stellt klar, dass in etwa die dreifache Zahl der Menschen keinen Trinkwasserzugang hat als bisher angegeben – nämlich 2,1 Milliarden Menschen. Die Unterschiede kommen unter anderem dadurch zustande, dass neue Aspekte beim Monitoring mitberücksichtigt werden – etwa die Trinkwasserqualität und nicht hinnehmbare Unterbrechungen bei der Versorgung.

Auf verschmutztes Trinkwasser gehen einige der weltweit häufigsten Krankheits- und Todesursachen zurück. Die dadurch verursachten Krankheiten können, besonders bei kleinen Kindern, alten Menschen oder Personen, die durch Mangelernährung geschwächt sind, zum Tod führen.

In vielen Regionen ist sauberes Trinkwasser nicht in direkter Nähe zum Wohnort verfügbar. Die Menschen dort, meistens die Frauen und Mädchen, müssen lange Wege zurücklegen, um Wasser zu holen. Die Zeit, die hierfür benötigt wird, fehlt dann für andere Tätigkeiten wie den Schulbesuch oder wirtschaftliche Aktivitäten.

Mit der Verabschiedung der Agenda 2030 wurde das Ziel, bis 2030 alle Menschen mit qualitativ sicherem Wasser zu versorgen, politisch verankert (SDG 6). Zugleich ist Wasser ein Menschenrecht. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit verfolgt seit vielen Jahren einen Menschenrechtsansatz im Wassersektor. Die Verwirklichung dieses Rechts und die Umsetzung von SDG 6 ist auch klares Ziel der deutschen Entwicklungszusammenarbeit im Wasserbereich.

Lösungsansätze für den Zugang zu Trinkwasser

Zwei Frauen in Äthiopien pumpen Wasser an einer sicheren Wasserstelle.

Es gibt viele verschiedene Formen des Zugangs zu Trinkwasser. In Industrieländern ist man daran gewöhnt, dass es im eigenen Haus über Wasserleitungen verfügbar ist. Wo eine solche Versorgung nicht kurzfristig ermöglicht werden kann, werden Übergangslösungen gefunden. So kann auch ein gemeinschaftlich genutzter Zugang zu Trinkwasser einen deutlichen Fortschritt bedeuten, wenn hygienisch unbedenkliches Wasser zur Verfügung gestellt wird – entweder über geschützte Quellen und Brunnen oder durch aufbereitetes Wasser. Oft kommen sogenannte "Wasserkioske" zum Einsatz, die als öffentliche Zapfstellen Wasser zu bezahlbaren Preisen anbieten.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt ihre Partnerländer dabei, die Versorgungsysteme zu verbessern. Ziel ist eine Versorgung für alle durch haushaltsgebundene Leitungssysteme.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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