Hauptinhalt

Wasser und Klimawandel

Gärtner in einer Mangrovenbaumschule. Die Bäume werden als Erosionsschutz bei Überschwemmungen gepflanzt.

Schmelzende Gletscher, ein ansteigender Meeresspiegel, knapper werdende Süßwasserressourcen, zunehmende Wetterextreme wie Dürreperioden, Starkregen, Überflutungen und Wirbelstürme: Der Klimawandel macht sich vielfältig bemerkbar – und dies fast immer durch zu viel oder zu wenig Wasser.

Klimaforscher vermuten, dass in vielen wasserarmen Regionen zukünftig noch weniger Niederschlag fallen wird, bei einer gleichzeitig höheren Wasserverdunstung aus Flüssen, Seen und der Vegetation. Aber auch extreme Wetterereignisse wie Starkregen könnten in vielen Ländern häufiger auftreten.

Das erschwert besonders die Landwirtschaft und damit die Versorgung mit Lebensmitteln. Niedrigwasserstand führt aber zum Beispiel auch zu Problemen bei der Kühlwasserversorgung von Kraftwerken und der Energieumwandlung in Wasserkraftgeneratoren.

Anpassung an den Klimawandel

Überschwemmung in Cox's Bazar, Bangladesch, nach heftigen Monsunregenfällen.

Eine andere Niederschlagsverteilung, höhere Temperaturen, sinkende Grundwasserspiegel, längere Trockenzeiten mit Dürren und teilweise intensivere Regenzeiten mit Überflutungen – auf all diese Veränderungen müssen sich die Bewohner der betroffenen Regionen einstellen. Durch den direkten Einfluss des Klimawandels auf die Wasserressourcen bildet der Wassersektor einen Schwerpunkt der Entwicklungszusammenarbeit bei Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel.

Die Auswirkungen der klimatischen Veränderungen sind in vielen Entwicklungsländern besonders stark zu spüren. Gleichzeitig verfügen diese Länder häufig nicht über die finanziellen und institutionellen Ressourcen, die für eine Anpassung nötig sind. Deutschland engagiert sich deshalb dafür, seine Partnerländer widerstandsfähiger gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels zu machen.

Weitere Maßnahmen der Klimaanpassung sind die Verringerung von Wasserverlusten in der Siedlungswasserwirtschaft, der Bau von Entsorgungssystemen und Kläranlagen, die auch bei Hochwasser nicht versagen, die Stadtentwässerung, der Aufbau von Frühwarnsystemen, die Wiederverwendung von geklärten Abwässern in der Landwirtschaft und die Errichtung natürlicher und künstlicher Wasserspeicher, die Schutz vor Dürre und Hochwasser bieten, wie zum Beispiel Feuchtgebiete und Wasserrückhaltesysteme.

Eine wichtige Rolle bei der Klimaanpassung spielen die Grundwasserressourcen. Sie bieten natürliche Wasserspeicher, die Klimaschwankungen über Jahre und Jahrzehnte abpuffern können. Dieses Prinzip kann durch den Menschen genutzt werden, indem Wasser in regenreichen Perioden gesammelt und dem Grundwasser zugeführt wird. So steht in trockenen Perioden zusätzliches Grundwasser zur Trinkwasserversorgung oder Bewässerung der Felder zur Verfügung.

Der Aufbau von Informations- und Analysesystemen, zum Beispiel hydrologischen und meteorologischen Messnetzen, sowie die Entwicklung von Wassernutzungsplänen helfen, die Wasserressourcen optimal zu nutzen und Reserven für Klima- und Katastrophenvorsorge einzuplanen.


Minderung des Treibhausgasausstoßes

Ein Mitarbeiter eines jordanischen Klärwerks studiert eine technische Zeichnung.

Die Wasserver- und Abwasserentsorgung tragen durch ihren erheblichen Energieverbrauch und den damit einhergehenden Ausstoß von Treibhausgasen auch selbst zum Klimawandel bei.

In vielen Entwicklungs- und Schwellenländern entstehen durch eine ineffiziente Versorgungsinfrastruktur zudem hohe Wasser- und Energieverluste. Bei der Abwasserbehandlung und Klärschlammentsorgung werden Potenziale zur Einsparung der dabei entstehenden Treibhausgase oft nicht genutzt.

Um zum Schutz des Klimas beizutragen, verfolgt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit im Wassersektor verschiedene Ansätze. Um Energie einzusparen werden zum Beispiel energieeffiziente Pumpsysteme zur Wasserversorgung eingesetzt. Technische Wasserverluste auf dem Weg zum Konsumenten werden reduziert. Dies spart Energie und mindert (im Fall von fossilen Brennstoffen) auch den Kohlendioxidausstoß.

Bei der Abwasserbehandlung und der Entsorgung von Klärschlamm entstehen erhebliche Mengen an klimaschädlichen Treibhausgasen wie Methan und Lachgas. Daher fördert die deutsche Entwicklungszusammenarbeit den Bau von neuen Kläranlagen, die mit energieeffizienten Verfahren arbeiten und diese Treibhausgase als Energiequelle nutzen oder abfackeln.


Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen

 

Seite teilen