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Wasser und Ernährungssicherung

Eine Wasserpumpe in einem Reisfeld

Ohne Wasser kann ein Mensch nur wenige Tage überleben. Wir benötigen unser wichtigstes Lebensmittel täglich in Form von Trinkwasser, aber auch für die Zubereitung unserer Speisen – und um Töpfe und Geschirr abzuwaschen. Auch für die Erzeugung unserer Lebensmittel ist Wasser unverzichtbar; die Landwirtschaft ist der größte Verbraucher unserer Wasserressourcen. Ob Getreide, Gemüse oder Obst – die Pflanzen, die wir anbauen, benötigen Wasser. Ebenso die Tiere, die uns Milch, Käse und Fleisch liefern.

Wasser und Mangelernährung

Ein Kind trinkt Wasser aus einem Wasserhahn.

Weltweit stehen mehr als die Hälfte der Fälle von Mangelernährung mit ungenügender Wasser- und Sanitärversorgung in Verbindung. Verbesserungen dieser Situation helfen, Krankheiten zu vermeiden und die Sterblichkeitsrate zu senken. Durch unhygienische Wasser- und Sanitärverhältnisse verursachte Infektionen können den Körper – vor allem von Kindern – so stark schwächen, dass er Nährstoffe nur noch schlecht verwerten kann. Eine schlechte Wasserversorgung führt dadurch zu einem Kreislauf von Krankheit, Unter- und Mangelernährung, der eine gesunde Entwicklung von Kindern verhindert – ein Verstoß gegen das Menschenrecht auf Gesundheit.


Wasser in der Landwirtschaft

Ein Mann bedient eine Wasserpumpe auf einem Acker im ghanaischen Asamankese.

Um die Ernährung ihrer wachsenden Bevölkerung zu sichern, setzen viele Regierungen in den Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit auf den Ausbau der landwirtschaftlichen Bewässerung.

Weltweit werden rund 70 Prozent der Wasserressourcen für die Bewässerung von landwirtschaftlichen Kulturen genutzt, in den besonders schwach entwickelten Ländern sind es sogar bis zu 90 Prozent. Problematisch wird es, wenn für die Bewässerung fossiles Grundwasser verwendet wird. Dieses Wasser lagert tief in der Erde und steht nicht mehr mit dem Kreislauf des Oberflächenwassers in Verbindung. Anders als Grundwasser kann es nur einmal entnommen werden und wird sich nicht erneuern.

Um die Trinkwasserversorgung langfristig sicherzustellen, muss in Wassereinzugsgebieten mit einer angespannten oder negativen Wasserbilanz in der Landwirtschaft Wasser eingespart werden. Die Förderung von Effizienz- und Produktionssteigerungen in Ackerbau, Vieh- und Forstwirtschaft erfolgt in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit deshalb immer unter Berücksichtigung eines effizienten und nachhaltigen Wassermanagements.

Das bedeutet zum Beispiel, dass einer verbesserten Regenwassernutzung und einer Steigerung der Effizienz von bestehenden Systemen eine größere Bedeutung beigemessen wird als dem Ausbau der Bewässerungslandwirtschaft.

Mit zunehmendem Ressourcenverbrauch spielen Techniken wie Regenwassersammlung, Abwasserwiederaufbereitung, Tröpfchenbewässerung oder künstliche Grundwasseranreicherung eine immer größere Rolle. Insbesondere Feldfrüchtefolgen, die an die geografischen und klimatischen Gegebenheiten angepasst sind, bieten ein großes Potenzial, um den Wasserverbrauch zu verringern. Geklärtes Abwasser kann sowohl zur Grundwasseranreicherung als auch zur Bewässerung der Felder eingesetzt werden.

In allen Wassereinzugsgebieten gilt außerdem: Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit verzichtet auf Maßnahmen, bei denen nicht erneuerbare Grundwasserressourcen für die Landwirtschaft genutzt werden. Diese Ressourcen sollen der vorübergehenden Deckung von akutem Trinkwasserbedarf – zum Beispiel in humanitären Notlagen – vorbehalten sein.

Integriertes Wasserressourcenmanagement (IWRM) und der Nexus von Wasser-, Energie- und Ernährungssicherheit sind in diesem Zusammenhang wichtige Leitbilder der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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