Hauptinhalt

Hintergrund

Wald in Gefahr

Brandrodung im Regenwald im Dreiländereck Demokratische Republik Kongo, Kamerun und Zentralafrikanische Republik

Knapp ein Drittel der Landfläche der Erde ist von Wald bedeckt und Wälder dienen einem großen Teil der Menschheit als Lebensgrundlage. Sie bieten fast alles, was wir benötigen: Lebensraum, Nahrung, Wasser, Baumaterial, Brennstoffe, Rohstoffe und Heilpflanzen. Wälder enthalten und bewahren die Vielfalt des Lebens, sie sind Biotope mit einer unüberschaubaren Zahl von Tier- und Pflanzenarten. Sie bilden Sauerstoff, binden Kohlendioxid und regulieren das Weltklima.

Obwohl unsere Zivilisation also eng mit den Wäldern verbunden ist und obwohl wir von ihnen abhängig sind, zerstören wir sie. Laut einem Bericht der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) über die genetischen Ressourcen der Wälder werden jedes Jahr 7,6 Millionen Hektar Wald zerstört – das entspricht der Fläche von Bayern.

Der Bericht stellt fest, dass sich der Verlust von Wäldern im Vergleich zu den 1990er Jahren verlangsamt hat, zum Beispiel dank größerer Anstrengungen bei der Wiederaufforstung. Die Zerstörung von sogenanntem "Primärwald", also bisher unberührten Urwäldern, hält jedoch vor allem in den tropischen Zonen in Afrika, Asien und Südamerika an und ist nicht mehr rückgängig zu machen. Der beginnende Klimawandel führt – zum Beispiel durch die ansteigende Zahl von Waldbränden – zu zusätzlichen Waldverlusten.

Politisch vernachlässigt

Waldlandschaft mit Flussarmen im Bundesstaat Amazonas, Brasilien

Die besondere Bedeutung der Wälder für die Artenvielfalt, das Klima und letztlich für den Menschen wurde von politischer Seite lange Zeit nicht ausreichend wahrgenommen. Das zeigt sich unter anderem in der schlechten Datenlage: Nach Einschätzung der FAO liegen nicht genügend Erkenntnisse über die genetische Vielfalt und den sozioökonomischen Nutzen der Wälder vor. Darum ist es schwierig, zukunftsweisende politische Entscheidungen zu ihrem Schutz und ihrer nachhaltigen Nutzung zu treffen. Erst in jüngster Zeit gibt es Anstrengungen, solche Daten systematisch zu erfassen und das Thema Wald ganz oben auf die Tagesordnung der internationalen Politik zu setzen.


Wirtschaft und Waldschutz in Einklang bringen

Ein Arbeiter in Indonesien sortiert gebrauchtes Tropenholz.

Immerhin: Viele Länder haben die Gefahren erkannt, die sich aus der Zerstörung der Wälder ergeben, und versuchen, ihre Waldbestände zu schützen. In den industrialisierten Staaten konnte die Waldzerstörung dadurch inzwischen weitgehend aufgehalten werden. Zu den wichtigsten Voraussetzungen für wirksamen Waldschutz zählt laut FAO eine positive Wirtschaftsentwicklung. Gleichzeitig geht aber von einer wachsenden Wirtschaft auch Gefahr für den Wald aus, etwa wenn unter ihm wertvolle Rohstoffe lagern.

Für die Zukunft werden also Konzepte benötigt, die eine positive Entwicklung der Gesamtwirtschaft mit dem Schutz und der nachhaltigen Nutzung der Wälder in Einklang bringen. Die Bundesrepublik Deutschland unterstützt ihre Partnerländer durch vielfältige entwicklungspolitische Programme dabei, solche Konzepte zu entwickeln und zu verwirklichen.

Links zu den Unterkapiteln


Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen

 

Seite teilen