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Hintergrund

Folgen der Waldzerstörung

Ein Mann in seinem Einbaum auf dem Seitenarm des Dzanga-Fluss in der Zentralafrikanischen Republik

Wenn Wälder zerstört werden, hat das weitreichende Folgen. Wertvoller Lebensraum für Tiere, Pflanzen und Menschen geht verloren – oft unwiederbringlich. Besonders schwerwiegend sind die Auswirkungen der Waldzerstörung auf das globale Klima.

Folgen für die Menschen

Mehr als 2.000 indigene Völker bewohnen weltweit die Wälder. Ihre gesamte Existenz und Kultur hängt vom Wald ab. Wird er zerstört, verlieren sie ihren Lebensraum, ihre Ernährungsgrundlage und ihre kulturelle Identität.

Rund 1,6 Milliarden Menschen sind auf den Wald angewiesen. Er versorgt sie mit Nahrung, Arzneien und Baumaterial. Sie erwirtschaften mit Waldprodukten wie Ölen, Nüssen und Harzen ihr Einkommen. Handwerkliche oder industrielle Weiterverarbeitung von Waldprodukten bieten Einkommens- und Beschäftigungsmöglichkeiten. Holz ist in vielen Gegenden außerdem die einzige Energiequelle. Laut Schätzungen hängen etwa 2,4 Milliarden Menschen von Brennholz als Energiequelle zum Kochen und Heizen ab.

Waldzerstörung ist oft unumkehrbar. Weil die gesamte Biomasse eines Regenwaldes in den Pflanzen und einer relativ dünnen Humusschicht steckt, bleiben nach der Abholzung unfruchtbare Böden zurück. Die Folgen des Verlustes großer Waldflächen sind Bodenerosion, Überschwemmungen, Schlammlawinen und Wüstenbildung. Auch die Trinkwasserreserven schwinden.

Für die Bevölkerung bedeutet das den Verlust ihres Lebensraumes. Entwaldung bedroht die landwirtschaftliche Nutzung ganzer Regionen. Die Menschen verlieren ihre Erwerbsmöglichkeiten – die Armut steigt.


Folgen für die Artenvielfalt

Leguan in Costa Rica

Wälder beherbergen weltweit rund 90 Prozent der Artenvielfalt an Land. Besonders artenreich sind die tropischen Regenwälder – und gerade ihre Zerstörung schreitet besonders schnell voran. Die Vernichtung der Artenvielfalt ist unumkehrbar und mit ihr gehen auch enorme wirtschaftliche Werte verloren.

Die von Deutschland veranlasste und mitfinanzierte Studie zur wirtschaftlichen Bewertung von Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen (The Economics of Ecosystems and Biodiversity, TEEB) schätzt den wirtschaftlichen Nutzen eines Hektars intakten Regenwalds auf durchschnittlich 6.120 US-Dollar pro Jahr.

Die Vielfalt des Lebens in den Wäldern ist das biologische Potenzial für die nachfolgenden Generationen. Die Verwendungsmöglichkeiten der genetischen Ressourcen von Wäldern sind noch nicht annähernd erforscht. Besonders für die Ernährungssicherung und die Entwicklung neuer Arzneimittel besitzen sie einen hohen Wert.


Folgen für das Klima

Anpflanzung eines Windschutzstreifens gegen Bodenerosion in Georgien

Wälder setzen Sauerstoff frei, binden das Treibhausgas Kohlendioxid und speichern Süßwasser. Vor allem die großen Regenwaldgebiete haben dadurch entscheidenden Einfluss auf das Erdklima. Sie wirken regulierend auf die Temperatur und die Niederschlagsmengen.

Entwaldung setzt dagegen große Kohlendioxidmengen frei – etwa 12 Prozent des weltweiten von Menschen verursachten Treibhausgasausstoßes entstehen durch die Schädigung oder Zerstörung von Wäldern. Werden kohlenstoffreiche Torfmoorwälder abgeholzt, entweichen noch Jahre nach der Rodung klimaschädliche Gase aus dem ehemaligen Waldboden. Diese verstärken den Klimawandel – der dann wiederum die Wälder schädigt, zum Beispiel durch extreme Stürme, eine Erhöhung der Brandgefahr und die Vermehrung von Schädlingen.

Wälder spielen somit eine Schlüsselrolle beim Kampf gegen den Klimawandel.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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