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Wald

Deutsche Entwicklungs­zusammen­arbeit im Wald­sektor

Baumschule in Acre, Brasilien. Der Bundesstaat fördert die Wiederaufforstung mit Nutzpflanzen für eine nachhaltige Nutzung.

Seit der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro hat die weltweite Diskussion über die Erhaltung und nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder eine vorher nie gekannte Intensität erreicht, die bis heute anhält. Die Umsetzung der Biodiversitätskonvention in Entwicklungs- und Schwellenländern – einschließlich des Schutzes der biologischen Vielfalt im Wald – unterstützt Deutschland jährlich mit 500 Millionen Euro. Mit dem erfolgreichen Abschluss der Klimakonferenz in Paris im Dezember 2015 erhält der Waldschutz weiteren Auftrieb. Auch die Bundesregierung hat ihre Anstrengungen auf dem Gebiet der internationalen Waldpolitik nochmals deutlich erhöht.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) arbeitet derzeit mit 45 Partnerländern im Bereich Waldschutz zusammen. Deutschland verfolgt dabei zwei übergeordnete entwicklungspolitische Ziele: die Bekämpfung der Armut und den Erhalt der ökologischen Ausgleichsfunktionen der Wälder.

Für Projekte, die im Kern auf den REDD-Mechanismus (Reduktion von Emissionen aus Entwaldung und Schädigung von Wäldern) abzielen, beliefen sich Deutschlands bilaterale Zusagen bis 2014 auf 121,5 Millionen Euro. Darüber hinaus fördert das BMZ derzeit 197 Projekte mit einem Gesamtvolumen von mehr als 1,5 Milliarden, deren Hauptziel der Schutz und die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern ist.

Im Rahmen der internationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums wurden seit 2008 rund 126 Millionen Euro für Wald- und Biodiversitätsschutz aufgewendet.

Im September 2014 sagte die Bundesregierung auf dem UN-Sondergipfel zum Klimaschutz in New York neue Fördermittel zum Schutz tropischer Wälder zu. Deutschland erklärte sich bereit, gemeinsam mit Norwegen und dem Vereinigten Königreich Waldschutzprogramme in bis zu 20 Entwicklungsländern zu finanzieren, wenn dadurch nachweislich Entwaldung vermieden wird und Emissionen gesenkt werden.

Auf der UN-Klimakonferenz in Lima im Dezember 2014 erfolgten weitere Neuzusagen in Höhe von 160 Millionen Euro für internationale Waldschutzmaßnahmen.

Kinder sind beim Spiel auf einen Baum geklettert und verstecken sich zwischen den Zweigen.

Von besonderer Bedeutung ist die GNU-Initiative. GNU steht für "Germany – Norway – United Kingdom", also die drei größten Geberländer im Waldbereich. Sie unterstreicht den politischen Willen von Deutschland, Norwegen und dem Vereinigten Königreich, sich noch stärker für Klimaschutz durch Walderhalt zu engagieren.

Beim UN-Klimagipfel in New York am 23.9.2014 wurde die Initiative als Kernstück der Umsetzung der "New York Declaration on Forests" (NYDF) lanciert. Die NYDF ist eine ambitionierte Selbstverpflichtung des öffentlichen und privaten Sektors die Entwaldung zu stoppen, Emissionen aus dem Landnutzungssektor zu senken und substanzielle ökonomische Anreize für die Erreichung dieser Ziele zu schaffen. Mit dieser Erklärung soll die Entwaldung bis 2020 halbiert, die Zerstörung natürlicher Wälder bis 2030 beendet sowie entwaldete und degradierte Waldlandschaften auf einer Fläche von 350 Millionen Hektar weltweit wiederhergestellt werden, also eine Fläche größer als Indien.

Bei der Pariser Klimakonferenz im Dezember 2015 haben GNU erneut ihren politischen Willen bekundet, im Zeitraum von 2015 bis 2020 zum Schutz und Wiederaufbau von Tropenwäldern insgesamt 5 Milliarden US-Dollar zur Verfügung zu stellen und dabei den Anteil ergebnisbasierter REDD+-Finanzierung erheblich zu erhöhen. Das deutsche REDD Early Movers (REM) Programm für Pioniere ist neben der Waldkohlenstoff-Partnerschaft (FCPF) und dem BioCarbon Fund ein wesentliches Instrument zur Umsetzung der GNU-Mittel.

Informationen über weitere Strategien und Maßnahmenbündel der deutschen Entwicklungszusammenarbeit im Waldbereich finden Sie in den folgenden Unterkapiteln:


Lexikon der Entwicklungspolitik

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