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Der deutsche Beitrag

Durch pflegliche Nutzung schützen

Zwei Mitarbeiter einer Baumschule in Beira, Mosambik, kontrollieren Setzlinge.

Die Auffassungen darüber, wie Wälder bewirtschaftet werden sollen, gehen oft weit auseinander. Viele Regierungen von Partnerländern der Entwicklungszusammenarbeit erkennen das globale Interesse am Schutz ihrer Wälder zwar an. Forderungen zu deren Erhaltung werden aber häufig als Einmischung in ihre inneren Angelegenheiten betrachtet.

Doch eine nachhaltige Waldwirtschaft nützt allen: den Wäldern, dem Klima, den genetischen Ressourcen und den Menschen, die vom Reichtum der Natur profitieren können, ohne sie zu zerstören. "Schutz durch Nutzung" lautet daher eine wichtige Strategie der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Die Partnerländer werden dabei unterstützt, das Management ihrer Waldressourcen zu verbessern. Mit deutscher Unterstützung werden die rechtlichen, organisatorischen und sozialen Rahmenbedingungen reformiert. Es werden Konzepte entwickelt, die besonders wertvolle Wälder unter Schutz stellen und zugleich eine schonende Nutzung der übrigen Waldflächen zulassen. So sollen alle wichtigen Aspekte gleichermaßen berücksichtigt werden: wirtschaftlicher Ertrag, Naturschutz, Erhalt des kulturellen Erbes und sozialer Ausgleich.

Das BMZ setzt auf drei thematische Schwerpunkte, um die übergeordneten Entwicklungsziele zu erreichen, die direkt mit Wäldern verbunden sind:

  • Die Honorierung von Anstrengungen der Partnerländer, Entwaldung und Walddegradierung zu bremsen (Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation, REDD+)
  • Die Wiederherstellung von vielfältigen, wirtschaftlich produktiven und ökologisch intakten Waldlandschaften (Forest Landscape Restoration, FLR)
  • Entwaldungsfreie Lieferketten (ELK)

Multi- und bilaterale Unterstützung bei der Umsetzung von REDD+

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21.03.2011 - Animationsfilm des BMZ über REDD – ein innovatives Modell zum Wald- und Klimaschutz.

21.03.2011

Animationsfilm des BMZ über REDD – ein innovatives Modell zum Wald- und Klimaschutz.

REDD+ (Reduktion von Emissionen aus Entwaldung und Schädigung von Wäldern) sieht Geldleistungen für Entwicklungsländer vor, die durch Schutz und nachhaltige Nutzung von Wäldern nachweislich Kohlendioxidemissionen vermeiden und damit einen Beitrag zum weltweiten Klimaschutz leisten.

Über REDD+ wird die Entwaldung und Degradierung von Wäldern reduziert. Deutschland unterstützt als zweitgrößter Geber neben Norwegen die multilaterale Initiative "Waldkohlenstoff-Partnerschaft" (FCPF) mit 160 Millionen Euro, davon kommen 150 Millionen Euro aus dem Haushalt des BMZ. Auf bilateraler Ebene hat das BMZ von 2008 bis 2014 in über 30 Ländern Programme mit dem Schwerpunkt REDD+ mit etwa 600 Millionen Euro gefördert. Außerdem honoriert das Programm "REDD for Early Movers" (REM) Partnerländer, die als Pioniere frühzeitig Entwaldung nachweisbar reduzieren. Die erste subnationale Verwaltungseinheit, die für nachgewiesene Emissionsminderungen kompensiert wird, ist der brasilianische Bundesstaat Acre. Partnerschaften mit Ecuador und dem Amazonasgebiet Kolumbiens stehen kurz vor dem Abschluss, weitere sind in Vorbereitung.


Waldlandschaften wiederherstellen

Das BMZ unterstützt afrikanische Partnerländer dabei, degradierte Waldlandschaften wiederherzustellen, sodass sie ihre ökologischen und wirtschaftlichen Funktionen wieder besser erfüllen können. Die sogenannte "African Forest Landscape Restoration"-Initiative (AFR100) setzt sich zum Ziel, bis zum Jahr 2030 auf bis zu 100 Millionen Hektar degradierter Flächen neuen Wald und produktive, baumreiche Landschaften wieder aufzubauen. Gemeinsam mit dem World Resources Institute (WRI) und der Afrikanischen Union werden derzeit die politischen, institutionellen, technischen und finanziellen Voraussetzungen für den Erfolg dieser Initiative geschaffen. Mit AFR100 leistet das BMZ einen sichtbaren Beitrag zur Umsetzung internationaler Waldschutz- und Wiederaufforstungsziele (Bonn Challenge, New York Declaration on Forests), und damit auch zum Klimaschutz.


Entwaldungsfreie Lieferketten aufbauen

Ölpalmenplantage in Indonesien

Viele Waldflächen werden gerodet, um für unsere alltäglichen Konsumgüter Agrarrohstoffe zu produzieren, zum Beispiel Palmöl, Soja, Kakao, Naturkautschuk, Fleisch und Leder. Angesichts dieser Gefahr für die globalen Wälder verpflichten sich Unternehmen zunehmend dazu, nur noch Agrarrohstoffe zu beziehen, deren Produktion nachweislich keine Entwaldung verursacht hat. So kann durch die Nachfrage nach zertifizierten, entwaldungsfrei produzierten Gütern ein ökonomischer Anreiz für Waldschutz gesetzt werden. Doch allein ist die Umsetzung dieser Selbstverpflichtungen für die meisten Unternehmen kaum zu schaffen.

Mit der Initiative zu entwaldungsfreien Lieferketten unterstützt das BMZ daher global handelnde Unternehmen dabei, ihre Selbstverpflichtungen zur Beschaffung entwaldungsfrei produzierter Agrarrohstoffe in Produktionsländern umzusetzen. Dafür werden Strategien entwickelt, mit denen staatliche Instrumente, wie Landnutzungsplanung, und privatwirtschaftliche Instrumente, wie Nachhaltigkeitsstandards, besser verknüpft werden können. Zudem werden Kleinbauern bei der Erlangung von Zertifizierungen gefördert und damit in globale Lieferketten eingebunden.

Das BMZ trägt zum Walderhalt bei, indem es Unternehmen befähigt, ihre Selbstverpflichtungen zu entwaldungsfreien Lieferketten umzusetzen. Es bringt somit in den BMZ-Partnerländern Walderhalt und wirtschaftliche Entwicklung langfristig in Einklang.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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