Hintergrund
Wasser – Schlüssel zur Verwirklichung der Millenniumsentwicklungsziele
Alles Leben auf der Erde ist abhängig von Wasser. Jeder Mensch sollte etwa zwei bis drei Liter pro Tag trinken. Wasser ist aber nicht nur das wichtigste Lebensmittel – unsere gesamte Zivilisation hängt davon ab, dass es in ausreichender Menge zur Verfügung steht: Wir benötigen es für unser tägliches Leben im Haushalt, für die Landwirtschaft und in der Industrie. Ohne Wasser kann ein Mensch nur etwa vier Tage überleben – und auch ganze Staaten und Gesellschaften sind beeinträchtigt, wenn sie nicht genug Wasser haben. Am Anfang des 21. Jahrhunderts fehlt fast 900 Millionen Menschen – das ist etwa ein Siebtel der Weltbevölkerung – der Zugang zu sauberem Trinkwasser. Rund 2,5 Milliarden leben ohne angemessene sanitäre Basisversorgung. mehr
Der deutsche Beitrag
Entwicklungszusammenarbeit im Wassersektor
Weltweit ist Deutschland einer der drei größten bilateralen Geber im Wassersektor. Die Bundesrepublik unterstützt mit durchschnittlich 350 Millionen Euro im Jahr Programme und Projekte in diesem Bereich. Wasser ist in 28 Ländern Schwerpunkt der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, vor allem in Subsahara-Afrika, Nordafrika und im Nahen Osten. Durch die Verbesserung ihrer Wasser- und Sanitärversorgung profitieren von den laufenden Vorhaben der deutschen Entwicklungszusammenarbeit etwa 80 Millionen Menschen weltweit. mehr
Dokumente und Links
Weiterführende Informationen
Hier finden Sie eine Auswahl von Links auf Websites und Dokumente mit weiterführenden Informationen zum Thema Wasser. mehr
Beispiele
Wasser ist Leben
"Wasser ist Leben" lautet das Motto des tansanischen Wasserministeriums und des deutschen Programms in diesem Bereich. Es passt auf die Umgebung des Kilimandscharo besonders gut. Die Hänge des höchsten Bergmassivs Afrikas mit seinen fruchtbaren Böden sind dicht besiedelt. Ergiebige Wasserquellen gibt es aber nur in der oberen geschützten Waldzone. Fast eine Million Menschen sind auf dieses Wasser angewiesen. Es muss über viele Kilometer bis in die Ebene transportiert werden, wo die halbnomadischen Massai leben.

Projektname: Ländliche Wasserversorgung Hai-Distrikt
Ziel: Versorgung der Bevölkerung mit unbedenklichem Trinkwasser
Strategie: Bau von Zapfstellen, Hausanschlüssen, Leitungen; Beratung bei der Entwicklung und Umsetzung von Wartungskonzepten und Buchhaltungssystemen und bei der Einrichtung von Wasserschutzgebieten, Unterstützung der Instandsetzung und Erweiterung des Wasserversorgungssystems
Deutscher Beitrag: 27,1 Millionen Euro (in vier Phasen)
Beitrag der EU-Wasserfazilität: 3,75 Millionen Euro
Geplante Laufzeit: 1990 bis Ende 2008
Beispiele
Grundwasserschutz Jordanien
Jordanien gehört zu den zehn Ländern mit den geringsten verfügbaren und erneuerbaren Wasservorräten pro Einwohner. Bevölkerung, Landwirtschaft und Industrie konkurrieren um das knappe Gut. In zunehmendem Maße werden deshalb auch die nicht erneuerbaren, fossilen Grundwasservorräte ausgebeutet.

Programmname: Grundwasserressourcen-Management
Ziel: Schutz der jordanischen Wasserressourcen vor Verunreinigung und Übernutzung
Strategie: Beratung der jordanischen Wasserbehörden, Aufbau von Fachkompetenzen zum Wasserschutz, Gesetze und Verordnungen zum Wasserschutz
Deutscher Beitrag: 2,172 Millionen Euro
Geplante Laufzeit: 2002 bis 2009
Beispiele
Wissenstransfer sichert Wasservorräte
Nordafrika und der Nahe Osten gehören zu den trockensten Gebieten der Erde. Die hier lebenden fünf Prozent der Weltbevölkerung verfügen nur über ein Prozent der Frischwasserressourcen. Zusätzlich sind im Nahen Osten die Vorkommen sehr unterschiedlich verteilt.

Programmname: Reform des Wassersektors in der Region Mittelmeer/
Naher Osten
Ziel: Reformansätze in der Region vorantreiben, Unterstützung bei der Etablierung effizienter Institutionen und ihre Beratung bei der Entwicklung und Umsetzung von Reformen für eine nachhaltige Nutzung der Wasserressourcen
Strategie: Aus- und Fortbildung der Führungskräfte im Wassersektor, Beratung und Unterstützung des Aufbaus von Netzwerken und bei regionalen Kooperationen
Deutscher Beitrag: 6,318 Millionen Euro
Geplante Laufzeit: 2005 bis 2008
Beispiele
Sauberes Wasser dank Reformprogramm
Im Jemen ist Wasser extrem knapp: Nur 130 Kubikmeter stehen den Menschen pro Kopf und Jahr durchschnittlich zur Verfügung – das als notwendig erachtete Minimum liegt bei 500 Kubikmetern. Immer tiefere Brunnen werden gegraben, der Grundwasserspiegel sinkt. Viele Menschen müssen verschmutztes Wasser trinken, weil sie zu arm sind, sich sauberes Trinkwasser zu kaufen.

Programmname: Institutionelle Entwicklung des Wassersektors in Jemen
Ziel: Verbesserung des Wasserressourcen-Managements, verbesserter Zugang zu sauberem Trinkwasser und geregeltem Abwassermanagement in den Städten, Verminderung der Wasserübernutzung
Strategie: Sektorpolitik und Strategieberatung; Unterstützung der Behörden und der Wasser- und Abwasserbetriebe bei einem effizienteren Management, Aufbau von Wasserkomitees, Ausbau der Bevölkerungsbeteiligung bei Entscheidungen
Deutscher Beitrag: 13,3 Millionen Euro
Geplante Laufzeit: 1997 bis Ende 2015, Finanzierung 1994 bis 2009
Beispiele
Starke Institutionen für grenzüberschreitende Flüsse im südlichen Afrika
Wasser ist ein entscheidender Faktor für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung des südlichen Afrika. Der größte Teil der Region ist gekennzeichnet von stark schwankenden Niederschlagsmengen und periodisch wiederkehrenden Dürren. Die semi-ariden (halbtrockenen) Länder Botsuana und Namibia weisen die ungünstigsten Wasserbilanzen in Afrika auf. Da der Großteil der Wasservorkommen der Region aus den 15 grenzüberschreitenden Flussgebieten gespeist wird, verlangt eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wasserressourcen die Kooperation aller Anliegerstaaten.

Programmname: Grenzüberschreitendes Wassermanagement in der Region der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrikas (SADC)
Ziel: Harmonisierung der Wasserpolitiken, Förderung der Kooperation an den grenzüberschreitenden Flüssen, Vertrauensbildung
Strategie: Technische Beratung für Flussgebietskommissionen, Ausbildungsgänge für Personal, Fachveranstaltungen für Vertreter der Wasserwirtschaft und für Wassernutzergruppen, um sie für die Notwendigkeit einer Harmonisierung der Wasserpolitik zu sensibilisieren.
Deutscher Beitrag: 8.5 Millionen Euro
Geplante Laufzeit: 2005 bis 2011
Publikationen
-

Der Wassersektor
in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit
BMZ Materialien 154
(PDF 2,5 MB) -

Sektorkonzept Wasser
BMZ Konzepte 143
(PDF 1,5 MB) -

Partner für ein
starkes Afrika:
Zusammenarbeit im
Bereich Wasser
BMZ Materialien 162
(PDF 1,7 MB) -

Entwicklungszusammenarbeit im Bereich Siedlungshygiene und Abwassermanagement
(PDF 522 KB, barrierefrei) -
Grenzüberschreitende Wasserkooperation
BMZ Spezial 135
(PDF 389 KB)


