Wasser – Schlüssel zur Verwirklichung der Millenniumsentwicklungsziele
Alles Leben auf der Erde ist abhängig von Wasser. Jeder Mensch sollte etwa zwei bis drei Liter pro Tag trinken. Wasser ist aber nicht nur das wichtigste Lebensmittel – unsere gesamte Zivilisation hängt davon ab, dass es in ausreichender Menge zur Verfügung steht: Wir benötigen es für unser tägliches Leben im Haushalt, für die Landwirtschaft und in der Industrie. Ohne Wasser kann ein Mensch nur etwa vier Tage überleben – und auch ganze Staaten und Gesellschaften sind beeinträchtigt, wenn sie nicht genug Wasser haben.
Am Anfang des 21. Jahrhunderts fehlt fast 900 Millionen Menschen – das ist etwa ein Siebtel der Weltbevölkerung – der Zugang zu sauberem Trinkwasser. Rund 2,5 Milliarden leben ohne angemessene sanitäre Basisversorgung.
Wassermangel und mangelnde Wasserqualität gehören zu den Hauptursachen für Armut, Krankheiten und Umweltzerstörung. Das Wachstum der Weltbevölkerung, die zunehmende Verstädterung und die verstärkte Industrialisierung führen dazu, dass die Versorgung mit Wasser immer schwieriger wird. Weltregionen, in denen Wassermangel herrscht, wie zum Beispiel im Nahen Osten oder in weiten Teilen Afrikas, sind durch die Folgen des Klimawandels zusätzlicher Nachfrage nach Wasser ausgesetzt. Dadurch werden die Wasserressourcen noch stärker beansprucht.
Am meisten leiden darunter die Armen. Ihre Situation ist aber nicht nur eine Folge der klimatischen und geografischen Bedingungen: In vielen Ländern missachten die politisch Verantwortlichen die Bedürfnisse der Armen und stellen nicht genügend Mittel für die Wasser- und Sanitärversorgung und das Management der Wasserressourcen bereit.
"Für die Achtung des Rechts auf Wasser ist als Minimalvoraussetzung zu gewährleisten, dass jedem Menschen mindestens 20 Liter sauberes Wasser am Tag für seine Grundbedürfnisse zur Verfügung stehen – dies sollte die Mindestvorgabe sein, die sich Regierungen setzen."
(Bericht über die menschliche Entwicklung 2006: Nicht nur eine Frage der Knappheit – Macht, Armut und die globale Wasserkrise.)
Eine der Zielvorgaben des siebten Millenniumsentwicklungsziels (ökologische Nachhaltigkeit sichern) lautet: "Zwischen 1990 und 2015 den Anteil der Menschen um die Hälfte senken, die keinen nachhaltigen Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitärer Grundversorgung haben."
Die Verbesserung der Wasser- und Sanitärversorgung und des Managements der Wasserressourcen ist eine der größten Herausforderungen für die weltweite Entwicklung der Menschheit. Die heutige Situation reduziert die Entwicklungschancen erheblich. Nur wenn bei der Wasser- und Sanitärversorgung und dem Wasserressourcen-Management erheblich größere Erfolge als bisher erzielt werden, kann das siebte Millenniumsentwicklungsziel erreicht werden. Eine verbesserte Wasser- und Sanitärversorgung ist auch Grundlage zur Erreichung weiterer Millenniumsentwicklungsziele wie Ernährungssicherung, Armutsbekämpfung, Gesundheit, Umweltschutz und sogar Gleichstellung – Mädchen sind oft viele Stunden am Tag mit dem Holen von Wasser beschäftigt, statt zur Schule zu gehen. Viele werden auch durch fehlende Sanitäranlagen vom Schulbesuch abgehalten.
Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit hat sich zu einem integrierten Wasserressourcen-Management (IWRM) verpflichtet. Integriertes Wasserressourcen-Management ist ein Prozess, der die koordinierte Entwicklung und ein koordiniertes Management von Wasser, Land, und den damit in Beziehung stehenden Ressourcen fördert und auf die Maximierung des ökonomischen und menschlichen Wohles unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeit lebenswichtiger Ökosysteme abzielt.
Das Wasserressourcen-Management berücksichtigt dabei sämtliche – oft auch überregionale und übersektorale – Nutzungsinteressen und Aktivitäten, die sich auf die Wasserhaushalte auswirken können. Bei einem Vorhaben zur Trinkwasserversorgung kann das zum Beispiel bedeuten, auch etwaige Wasserkraftanlagen, den Wald- und Erosionsschutz im Oberlauf eines Flusses, die Belastung von Wasser und Böden durch Abfälle oder die allgemeine Landnutzungsplanung zu berücksichtigen.
Sauberes Wasser ist die Grundlage allen Fortschritts. Ist es in ausreichender Menge verfügbar, wirkt es wie ein Beschleuniger auf die Entwicklung eines Landes. Der Wassersektor ist darum ein Schwerpunktbereich der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.
Informationen
Siehe auch
- Die Millenniumsziele – Herausforderungen für die Zukunft
- Millenniums-
entwicklungsziel 7:
Ökologische Nachhaltigkeit sichern - Integriertes Wasserressourcen-
Management (IWRM)


