Wasser ist Leben
"Wasser ist Leben" lautet das Motto des tansanischen Wasserministeriums und des deutschen Programms in diesem Bereich. Es passt auf die Umgebung des Kilimandscharo besonders gut. Die Hänge des höchsten Bergmassivs Afrikas mit seinen fruchtbaren Böden sind dicht besiedelt. Ergiebige Wasserquellen gibt es aber nur in der oberen geschützten Waldzone. Fast eine Million Menschen sind auf dieses Wasser angewiesen. Es muss über viele Kilometer bis in die Ebene transportiert werden, wo die halbnomadischen Massai leben.
Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit mit Tansania unterstützt Deutschland die Wasserversorgung in den Distrikten, die an das Bergmassiv angrenzen. Besonders weit fortgeschritten und erfolgreich sind die Maßnahmen inzwischen im Hai-Distrikt im Westen des Kilimandscharo.
Die KfW Entwicklungsbank hat dort in einer ersten Phase des Programms den Bau von Zapfstellen, Hausanschlüssen und Leitungen gefördert. Die Einrichtung von Wasserschutzgebieten und die Entwicklung und Umsetzung von Managementkonzepten für die Wasserversorgung wurde durch Beratung unterstützt. Weitere Phasen umfassen die Instandsetzung und Erweiterung des Wasserversorgungssystems.
Im Mittelpunkt des Programms steht die aktive Mitwirkung der Bevölkerung. Frauen sind am stärksten vom Wassermangel betroffen, darum ist ihre Mitarbeit besonders wichtig. Schon während der Bauarbeiten organisiert die Bevölkerung so genannte Dorfwasserkomitees. Gleichzeitig wählen sie ihre Vertreterinnen und Vertreter in die Aufsichtsräte der neuen Wasserversorgungsbetriebe.
Bis zu 20 Dörfer sind durch ein gemeinsames Wasserversorgungsnetz miteinander verbunden und müssen einen Interessenausgleich herbeiführen: zwischen den verschiedenen Ethnien, zwischen den Dörfern in den höheren, wasserreichen und den unteren, trockenen Gebieten und zwischen Bewässerungsbauern und denjenigen, für die Trinkwasser am wichtigsten ist.
Die Regierung unterstützt und steuert die Projekte, entlässt sie aber sofort in die Unabhängigkeit, wenn die dazu notwendigen Voraussetzungen geschaffen sind. Sie handelt damit nach dem Subsidiaritäts-Prinzip, gibt also der Eigenverantwortung den Vorrang vor staatlichem Handeln. Dadurch wird eine optimale Nähe der neuen Unternehmen zu ihren Kunden erreicht.
Erfolge
Der Erfolg ist bemerkenswert. Obwohl die neuen Wasserversorgungssysteme weit über die einzelnen Dörfer hinausgehen, fühlen sich die Menschen als verantwortliche Eigentümer. Im Durchschnitt werden mehr als 95 Prozent der Rechnungen bezahlt, und die neuen Betriebe arbeiten kostendeckend. Die in der Kilimandscharo-Region entwickelte Lösung wird mittlerweile mit viel Interesse in ganz Tansania und darüber hinaus beobachtet.
Das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE) hat in einer Studie im September 2004 bestätigt, dass das Vorhaben hinsichtlich der international verfolgten Ziele zur Bekämpfung der Armut nachhaltig positive Wirkungen für die Bevölkerung aufweist.
Bis zum Ende der jetzt laufenden letzten Phase werden fast alle Bewohner des Hai-Distrikts angeschlossen sein.
Deutscher Beitrag: 27,1 Millionen Euro (in vier Phasen)
Beitrag der EU-Wasserfazilität: 3,75 Millionen Euro
Geplante Laufzeit: 1990 bis Ende 2008


