Wasser für Ernährung
Ohne Wasser keine Ernte. Die Ernährungs-
sicherung hängt entscheidend vom verfügbaren Süßwasser ab: Mehr als 70 Prozent des globalen Wasserverbrauchs entfällt auf die Bewässerungslandwirtschaft. In einigen Entwicklungsländern ist der größte Teil der Bevölkerung von ihr abhängig.
Viele Länder in trockenen (ariden) und halbtrockenen (semiariden) Gebieten haben deshalb ihre Bewässerungssysteme auf- und ausgebaut. Unangepasste Anbau- und Bewässerungstechniken und ineffiziente Anlagen führen jedoch häufig zu hohen Wasserverlusten. Etwa die Hälfte des eingesetzten Wassers versickert oder verdunstet ungenutzt.
Die Bundesregierung unterstützt die Wasserwirtschaft in vielen Partnerländern – gemäß den Prinzipien des integrierten Wasserressourcen-Managements (IWRM) – in einem ganzheitlichen Ansatz. Durch ein effizienteres Management sollen die natürlichen Ressourcen erhalten bleiben und die Lebensbedingungen in der Region nachhaltig verbessert werden.
Abhängig von den jeweiligen natürlichen Bedingungen fördert Deutschland in seinen Partnerländern verschiedenste Maßnahmen im Wassersektor:
- kostengünstige und nachhaltige Wasserbereitstellung,
- wassersparende Techniken,
- gesundheitlich und umweltbezogen unbedenkliche Verwendung von Wasser mit schlechter Qualität (Brackwasser, behandeltes Abwasser) in der Landwirtschaft,
- Maßnahmen zur Bewusstseinsförderung hinsichtlich des sparsamen Umgangs mit der knappen Ressource Wasser,
- Förderung von Dienstleistungen in der Bewässerungslandwirtschaft,
- Beratung von Wassernutzergruppen sowie
- Erosionsschutz und die Bekämpfung der Wüstenausbreitung.
Die Schwerpunkte liegen dabei auf der Instandsetzung und -haltung der vorhandenen Bewässerungsinfrastruktur und der Effizienzsteigerung der bestehenden Systeme sowie auf der Förderung von kleinbäuerlicher Bewässerung. Eine verbesserte Regenwassernutzung hat Vorrang vor der Ausbreitung der Bewässerungslandwirtschaft.
Zusätzlich fördert die Bundesrepublik innovative Ansätze für einen sparsamen Einsatz von Wasser, zum Beispiel durch die Aus- und Weiterbildung des Personals von staatlichen und privaten Unternehmen sowie von Wassernutzergruppen. Außerdem beraten deutsche Expertinnen und Experten bei wasserrechtlichen, intersektoralen und überregionalen Fragenstellungen.
Wichtige Ziele der Bewässerungsvorhaben sind die Erhöhung der Produktivität der Landwirtschaft und die Verbesserung der Einkommenssituation der Landbevölkerung. Dabei soll der Wasserverbrauch möglichst gleich bleiben oder zumindest nicht zu stark steigen.


