Hintergrund
Naturkatastrophen nehmen zu
Zwischen Juli 2007 und Juni 2008 kam es zu 364 Naturkatastrophen. Etwa 212 Millionen Menschen waren davon betroffen, mehr als 240.000 kamen ums Leben – 13-mal mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Zyklon Nargis, durch den im April 2008 in Myanmar 140.000 Menschen starben, und das Erdbeben im Mai 2008 in China mit mehr als 87.000 Toten gehörten zu den schlimmsten Katastrophen der vergangenen Jahre. Experten der zwischenstaatlichen Sachverständigengruppe über Klimaänderungen (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) nennen den Klimawandel als Hauptursache für die starke Zunahme von Naturkatastrophen. mehr
Internationale Vereinbarungen
Strategien zum weltweiten Schutz vor Naturkatastrophen
Die internationale Gemeinschaft hat erkannt, dass Katastrophen nachhaltige Entwicklung verhindern, Armut verschärfen und so die Verwirklichung der Millenniumsentwicklungsziele gefährden. Angesichts verheerender Naturkatastrophen in den 1970er und 1980er Jahren riefen die Vereinten Nationen das Jahrzehnt von 1990 bis 1999 zur Internationalen Dekade zur Reduzierung von Naturkatastrophen (International Decade for Natural Disaster Reduction, IDNDR) aus. Dadurch gewann die Katastrophenvorsorge erstmals international an Bedeutung. mehr
Deutsche Politik
Katastrophenvorsorge –
wichtiger Bestandteil deutscher Entwicklungspolitik
Naturkatastrophen wie Erdbeben, Wirbelstürme oder Überschwemmungen richten in Entwicklungsländern verheerende Schäden an. Aufgrund ihrer Katastrophenanfälligkeit, mangelnder Vorsorge und Armut sind die Betroffenen den Katastrophen oft hilflos ausgeliefert und meistens nicht in der Lage, die Folgen der Zerstörungen aus eigener Kraft zu überwinden. Doch die Erfahrungen zeigen auch, dass sich der Mensch auf extreme Naturereignisse vorbereiten kann und muss. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit betrachtet Katastrophenvorsorge als eine Schlüsselaufgabe für nachhaltige Entwicklung. mehr
Instrumente
Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge
Um das Risiko von Katastrophen zu vermindern, muss auf vielen verschiedenen Ebenen zusammengearbeitet werden. Grundlage ist, das Risiko zu kennen. In Risikoanalysen werden deshalb sowohl die Wahrscheinlichkeit von Naturereignissen als auch die Anfälligkeit der betroffenen Bevölkerung erfasst. Darauf aufbauend werden Maßnahmen identifiziert, um das Risiko zu senken. Sie können einerseits der Katastrophenvorbeugung, also dem mittel- bis langfristigem Schutz vor Katastrophen, und andererseits der Vorbereitung auf den Katastrophenfall zugerechnet werden. Ein wichtiges Element davon sind Frühwarnsysteme. mehr
Hilfe bei Katastrophen
Soforthilfe, Wiederaufbau, Prävention
Ist eine Katastrophe eingetreten, muss schnell geholfen werden. Rettungstruppen müssen Verletzte aus der Gefahrenzone bergen und sie medizinisch betreuen. Die Betroffenen müssen in sichere Notunterkünfte gebracht und dort versorgt werden. Um die erste, unmittelbare Not zu lindern, unterstützt die Bundesrepublik betroffene Gebiete durch humanitäre Hilfe des Auswärtigen Amtes. Das Auswärtige Amt arbeitet dabei mit deutschen Nichtregierungsorganisationen und internationalen Organisationen wie dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) zusammen. Die Sicherung des Überlebens durch kurzfristige Nahrungsmittelhilfen und die Schaffung oder Wiederherstellung einer sozialen und infrastrukturellen Mindestversorgung wird als Ausgangspunkt für einen anschließenden Prozess der nachhaltigen Entwicklung betrachtet. mehr
Dokumente und Links
Weiterführende Informationen zum Thema Naturkatastrophen
Hier finden Sie eine Auswahl von Links auf Dokumente und Websites mit weiterführenden Informationen zum Thema Naturkatastrophen. mehr
Beispiele
Katastrophenvorsorge in Bangladesch
Die Bevölkerung von Bangladesch muss immer wieder verheerende Naturkatastrophen ertragen. Besonders tückisch sind Wirbelstürme. Sie entwickeln sich alljährlich in der zweiten Jahreshälfte im Golf von Bengalen und richten vor allem in den Küstenregionen im Süden und Südosten des Landes schwere Zerstörungen an. Die Flutwellen, die von den Stürmen ausgelöst werden, können bis zu 100 Kilometer ins dicht bevölkerte Landesinnere reichen.

Projektname: Wiederaufbau von Bildungseinrichtungen im Hinblick auf eine Verbesserung der Katastrophenvorsorge in Südbangladesch
Ziele: Verbesserung der Lebensbe-
dingungen von Kindern und Jugendlichen durch Wiederherstellung der Schul-
infrastruktur, Aufbau von Wissen und Fertigkeiten im Umgang mit Natur-
katastrophen
Strategie: Wiedererrichtung von vier zerstörten Schulen in zwei ausgewählten Distrikten, Ausstattung der Gebäude als Schutzräume und Verteilzentren in Notsituationen, Schulung von Kindern und Jugendlichen sowie von Lehrkräften und lokalen Multiplikatoren zu Themen der Katastrophenvorsorge
Deutscher Beitrag: 234.800 Euro
Geplante Laufzeit: 2008 bis 2009
Beispiele
Katastrophenhilfe in Tadschikistan
Tadschikistan liegt in einer Region, die oft von Naturkatastrophen wie Erdbeben, Erdrutschen, Lawinen und Überschwemmungen heimgesucht wird. Die Zahl der Todesopfer ist hoch und allein die materiellen Schäden der zwischen 2000 und 2005 aufgetretenen Katastrophen entsprechen dem jährlichen Staatshaushalt des zentralasiatischen Landes.

Projektname: Frühwarnung und Katastrophenvorsorge im Zeravshan-Tal, Tadschikistan
Ziel: Befähigung der Bevölkerung besonders bedrohter Distrikte des Zeravshan-Tals, mit Unterstützung der nationalen und regionalen Behörden ihre Anfälligkeit gegenüber extremen Naturereignissen zu reduzieren
Strategie: Beratung relevanter Akteure auf nationaler und regionaler Ebene bei der Erarbeitung von Risikoanalysen und Instrumenten für Frühwarnung, Notfall-
planung und Katastrophenvorsorge, Aufbau von lokalen Notfallkomitees, Erstellung kommunaler Vorsorgepläne, Aus- und Fortbildung der Bevölkerung unter besonderer Berücksichtigung der Frauen
Deutscher Beitrag: 2,3 Millionen Euro (GTZ), 1 Million Euro (Deutsche Welthungerhilfe)
Geplante Laufzeit: 2006 bis 2009


