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Deutsches Engagement

Umwelt- und Sozialstandards in der Textilwirtschaft verbessern

Arbeiterinnen und Arbeiter in einer Textilfabrik in Bangladesch, in der besonders auf die Einhaltung der gesetzlichen Sozial- und Umweltstandards geachtet wird

Ein paar Cent Stundenlohn, lebensgefährliche Arbeitsbedingungen, das ist nicht nachhaltig. Oder mit anderen Worten: das kann so nicht weitergehen.
Bundesentwicklungsminister Gerd Müller

Deutschlands Entwicklungspolitik hat das Ziel, wirtschaftliches Wachstum zu fördern und zugleich weltweit menschenwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen und den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Umwelt durchzusetzen.

Im Bereich der Textilwirtschaft setzt sich die Bundesrepublik auf verschiedenen Ebenen und mit unterschiedlichen Maßnahmen für Umwelt- und Sozialstandards ein:

Bündnis für nachhaltige Textilien

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (rechts) stellt gemeinsam mit (von links) Christiane Schnura, Koordinatorin der Kampagne für Saubere Kleidung (CCC), Antje von Dewitz, Geschäftsführerin der VAUDE Sport GmbH & Co. KG und Reiner Hoffmann, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), den Aktionsplan des Textilbündnisses vor.

Im April 2014 lud Bundesentwicklungsminister Gerd Müller verschiedene gesellschaftliche Akteure zu einem "Runden Tisch Textil" ein, um über Möglichkeiten zur Verbesserung der Umwelt- und Sozialstandards in der Textilindustrie zu diskutieren. Mehr als 70 Vertreterinnen und Vertreter der Textilwirtschaft, der Gewerkschaften und der Zivilgesellschaft beteiligten sich an diesem Runden Tisch und entwarfen einen ehrgeizigen Aktionsplan.

Am 16. Oktober 2014 wurde der offizielle Startschuss für das Bündnis für nachhaltige Textilien gegeben. Es soll dazu beitragen, die soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit entlang der gesamten Textilproduktionskette kontinuierlich zu verbessern. Seit der Gründung sind rund 150 Unternehmen und Organisationen dem Bündnis für nachhaltige Textilien beigetreten. Damit deckt das Textilbündnis etwa 50 Prozent des Umsatzes der deutschen Textilwirtschaft ab.

Die Standards des Bündnisses für nachhaltige Textilien orientieren sich an bewährten internationalen Grundsätzen wie den Kernarbeitsnormen der ILO, den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen und den Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte der Vereinten Nationen. Eingeflossen sind außerdem vorhandene Standardsysteme (zum Beispiel für Biotextilien und den Fairen Handel), technische Industriestandards, international anerkannte Listen schädlicher Pestizide und Industriechemikalien sowie freiwillige Selbstverpflichtungen (Verhaltenskodizes) der Wirtschaft.

Im Aktionsplan werden verbindliche Bündnis-Standards für die Rohstoffgewinnung und die Textil- und Bekleidungsproduktion (Spinnen, Weben, Stricken, Färben, Veredeln und Verarbeiten) definiert.

In sechs Facharbeitsgruppen wird an den Kernthemen des Textilbündnisses gearbeitet. Bei der Umsetzung ist den Partnern des Textilbündnisses wichtig, den Fokus der Arbeit zunächst auf die drängendsten Herausforderungen der Branche, wie eine verbesserte Transparenz der Lieferkette, den sachgemäßen Gebrauch von Chemikalien, die Einhaltung von Sozialstandards, die Zahlung von angemessenen Löhnen sowie Vereinigungsfreiheit zu legen. Im Mittelpunkt stehen zunächst Naturfasern wie Baumwolle als wichtige Rohstoffe der Textilindustrie. Künftig soll auch die Herstellung synthetischer Fasern erfasst werden.

Für die Bereiche Naturfasern, Chemikalien und Sozialstandards werden derzeit Umsetzungsanforderungen und Indikatoren formuliert, die für alle Mitglieder bindend sind. Jedes Mitglied entwickelt einen eigenen Fahrplan (Roadmap). Diese individuellen Roadmaps legen detailliert dar, was das einzelne Unternehmen – aber auch jedes Mitglied anderer Interessengruppen sowie die Bundesregierung – tun muss, um die Bündnisziele umzusetzen.

Das Textilbündnis schafft ein hohes Maß an Verbindlichkeit. Mit der Beitrittserklärung zum Textilbündnis verpflichten sich die Mitglieder zur gemeinsamen und kontinuierlichen Verfolgung der im Aktionsplan formulierten Ziele. Von der Facharbeitsgruppe Review wird ein glaubwürdiges Kontrollsystem zum Nachweis der Fortschritte der Bündnismitglieder entwickelt. Die Ergebnisse werden durch einen unabhängigen Dritten überprüft und in einem Fortschrittsbericht dokumentiert.

Das Textilbündnis ist von Anfang an international ausgerichtet. Um das Textilbündnis und seine Ziele international zu verankern, werden Partnerschaften innerhalb der EU, mit den G7/G20-Staaten und den OECD-Ländern sowie und mit internationalen Organisationen aufgebaut.

Aktuelle Informationen über das Textilbündnis finden Sie unter www.textilbuendnis.com.


Internationale Organisationen unterstützen

Näherinnen in einer Textilfabrik in Hanoi in Vietnam

Deutschland setzt sich dafür ein, dass internationale Entwicklungsorganisationen wie die Weltbank, der Internationale Währungsfonds (IWF) und das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) im Dialog mit den Entwicklungsländern Umwelt- und Sozialstandards fördern.

Insbesondere die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) wird von Deutschland unterstützt. Sie ist die federführende Institution zur weltweiten Durchsetzung der Kernarbeitsnormen. Im Mai 2014 haben das BMZ und die ILO eine Kooperationsvereinbarung zur Finanzierung von ILO-Vorhaben in der asiatischen Textil- und Bekleidungsindustrie unterzeichnet: Gewerkschaften sollen gestärkt, sozialer Dialog gefördert und existenzsichernde Löhne durchgesetzt werden.


Dialog mit den Partnerländern führen

Kurz vor dem Jahrestag der Gründung des Textilbündnisses hat Bundesentwicklungsminister Gerd Müller Bangladesch besucht, den weltweit zweitgrößten Exporteur von Textilien. Dort engagiert sich das Entwicklungsministerium gemeinsam mit seinen Partnern dafür, die Situation der Arbeiterinnen und Arbeiter in der Textilproduktion zu verbessern. Ein Beispiel für das Engagement ist die Unterzeichnung einer Absichtserklärung zur Einführung einer gesetzlichen Unfallversicherung. Im Bild von links nach rechts: Mikail Shipar, Staatssekretär im bangladeschischen Ministerium für Arbeit, Bundesentwicklungsminister Gerd Müller und Srinivas B. Reddy, Landesdirektor der Internationalen Arbeitsorganisation ILO. Im Hintergrund der Parlamentarische Staatssekretär im BMZ, Hans Joachim Fuchtel und Deutschlands Botschafter in Bangladesch, Thomas Prinz.
Bildergalerie öffnen gallery27069197_2../../../service/zusatzbildergalerien/20151007_Ministerreise_Bangladesch/0200_bangladesh_thumb.jpgMichael Gottschalk/photothek.net Bildergalerie öffnen

Kurz vor dem Jahrestag der Gründung des Textilbündnisses hat Bundesentwicklungsminister Gerd Müller Bangladesch besucht, den weltweit zweitgrößten Exporteur von Textilien. Dort engagiert sich das Entwicklungsministerium gemeinsam mit seinen Partnern dafür, die Situation der Arbeiterinnen und Arbeiter in der Textilproduktion zu verbessern. Ein Beispiel für das Engagement ist die Unterzeichnung einer Absichtserklärung zur Einführung einer gesetzlichen Unfallversicherung. Im Bild von links nach rechts: Mikail Shipar, Staatssekretär im bangladeschischen Ministerium für Arbeit, Bundesentwicklungsminister Gerd Müller und Srinivas B. Reddy, Landesdirektor der Internationalen Arbeitsorganisation ILO. Im Hintergrund der Parlamentarische Staatssekretär im BMZ, Hans Joachim Fuchtel und Deutschlands Botschafter in Bangladesch, Thomas Prinz.

Bild: © Michael Gottschalk/photothek.net

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Mit Unterstützung des BMZ wurden 19 sogenannte Frauen-Cafés eingerichtet, um Arbeitnehmervertreterinnen einen Raum zur Selbstorganisation zu geben und den Textilarbeiterinnen juristische Beratung anzubieten.

Bild: © Michael Gottschalk/photothek.net

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Minister Müller sprach in einem Frauen-Café mit Überlebenden des Rana-Plaza-Unglücks. 2013 kamen beim Einsturz des Rana-Plaza-Fabrikgebäudes in der Nähe der Hauptstadt Dhaka mehr als 1.000 Menschen ums Leben, die meisten von ihnen waren Textilarbeiterinnen. Deutschland hat sich seitdem für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen stark gemacht und vor knapp einem Jahr das Textilbündnis gegründet. Es soll die Arbeits- und Umweltstandards in der gesamten Lieferkette für Textilprodukte verbessern und faire Arbeits- und Einkommensbedingungen für die Arbeiterinnen und Arbeiter schaffen.

Bild: © Michael Gottschalk/photothek.net

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Entwicklungsminister Müller beim Besuch einer Textilfabrik in Bangladesch, die Mitglied im Textilbündnis ist: In der Fabrik wird auch für zahlreiche deutsche Marken produziert. Der Leiter der Textilfabrik, Abdul Jabbar (rechts) führte die deutschen Besucher, darunter auch der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (links), über das Gelände.

Bild: © Michael Gottschalk/photothek.net

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Minister Müller in einer Textilfabrik, die dem Textilbündnis angehört. Seit der Gründung des Bündnisses im Herbst 2014 sind fast 160 Unternehmen beigetreten, darunter rund die Hälfte der deutschen Textilindustrie und des Handels. Auch namhafte Unternehmen in Bangladesch sind dabei.

Bild: © Michael Gottschalk/photothek.net

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Minister Müller im Gespräch mit einer Textilarbeiterin in einem Betrieb, das dem Textilbündnis angehört

Bild: © Michael Gottschalk/photothek.net

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Beim Besuch einer Textilfabrik, die Mitglied im Textilbündnis ist, übergab Bundesentwicklungsminister Müller symbolisch den Schlüssel für eine kleine Feuerwache. Deutschland unterstützt die Ausbildung von Inspektoren für Sicherheit und Arbeitsschutz in Bangladesch.

Bild: © Michael Gottschalk/photothek.net

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Zum Abschluss seiner Reise traf Bundesminister Müller die Premierministerin von Bangladesch, Sheikh Hasina, zu Gesprächen.

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Kurz vor dem Jahrestag der Gründung des Textilbündnisses hat Bundesentwicklungsminister Gerd Müller Bangladesch besucht, den weltweit zweitgrößten Exporteur von Textilien. Dort engagiert sich das Entwicklungsministerium gemeinsam mit seinen Partnern dafür, die Situation der Arbeiterinnen und Arbeiter in der Textilproduktion zu verbessern. Ein Beispiel für das Engagement ist die Unterzeichnung einer Absichtserklärung zur Einführung einer gesetzlichen Unfallversicherung. Im Bild von links nach rechts: Mikail Shipar, Staatssekretär im bangladeschischen Ministerium für Arbeit, Bundesentwicklungsminister Gerd Müller und Srinivas B. Reddy, Landesdirektor der Internationalen Arbeitsorganisation ILO. Im Hintergrund der Parlamentarische Staatssekretär im BMZ, Hans Joachim Fuchtel und Deutschlands Botschafter in Bangladesch, Thomas Prinz.

Mit Unterstützung des BMZ wurden 19 sogenannte Frauen-Cafés eingerichtet, um Arbeitnehmervertreterinnen einen Raum zur Selbstorganisation zu geben und den Textilarbeiterinnen juristische Beratung anzubieten.

Minister Müller sprach in einem Frauen-Café mit Überlebenden des Rana-Plaza-Unglücks. 2013 kamen beim Einsturz des Rana-Plaza-Fabrikgebäudes in der Nähe der Hauptstadt Dhaka mehr als 1.000 Menschen ums Leben, die meisten von ihnen waren Textilarbeiterinnen. Deutschland hat sich seitdem für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen stark gemacht und vor knapp einem Jahr das Textilbündnis gegründet. Es soll die Arbeits- und Umweltstandards in der gesamten Lieferkette für Textilprodukte verbessern und faire Arbeits- und Einkommensbedingungen für die Arbeiterinnen und Arbeiter schaffen.

Entwicklungsminister Müller beim Besuch einer Textilfabrik in Bangladesch, die Mitglied im Textilbündnis ist: In der Fabrik wird auch für zahlreiche deutsche Marken produziert. Der Leiter der Textilfabrik, Abdul Jabbar (rechts) führte die deutschen Besucher, darunter auch der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (links), über das Gelände.

Minister Müller in einer Textilfabrik, die dem Textilbündnis angehört. Seit der Gründung des Bündnisses im Herbst 2014 sind fast 160 Unternehmen beigetreten, darunter rund die Hälfte der deutschen Textilindustrie und des Handels. Auch namhafte Unternehmen in Bangladesch sind dabei.

Minister Müller im Gespräch mit einer Textilarbeiterin in einem Betrieb, das dem Textilbündnis angehört

Beim Besuch einer Textilfabrik, die Mitglied im Textilbündnis ist, übergab Bundesentwicklungsminister Müller symbolisch den Schlüssel für eine kleine Feuerwache. Deutschland unterstützt die Ausbildung von Inspektoren für Sicherheit und Arbeitsschutz in Bangladesch.

Zum Abschluss seiner Reise traf Bundesminister Müller die Premierministerin von Bangladesch, Sheikh Hasina, zu Gesprächen.

Das BMZ fördert die Einführung und Anerkennung von Umwelt- und Sozialstandards in den Kooperationsländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Im Bereich der Textilproduktion gibt es entsprechende Programme zum Beispiel in Bangladesch, Pakistan und Kambodscha. Unter anderem werden die Regierungen dieser Länder bei der Ausgestaltung der Arbeits- und Umweltgesetzgebung beraten.

Damit die ILO-Kernarbeitsnormen in der Textilbranche besser eingehalten werden, fördert Deutschland gezielt den Dialog zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern: Gemeinsam sollen sie Probleme erkennen und Lösungen entwickeln. Damit die Arbeitnehmerseite ihre Interessen wirksam vertreten kann, unterstützt Deutschland die Bildung von Gewerkschaften und Verbänden und fördert die Aus- und Weiterbildung gewerkschaftlicher Fachkräfte.

Allein in Bangladesch wurden seit 2010 mehr als 100.000 Textilarbeiterinnen und -arbeiter, Manager und Fabrikbesitzer durch Aufklärungskampagnen sowie Aus- und Fortbildungsangebote unterstützt. Nach dem Einsturz des Fabrikgebäudes Rana Plaza wurden dort außerdem Fortbildungen für ehemalige Textilarbeiterinnen angeboten. Sie wurden dabei unterstützt, sich als Kleinunternehmerinnen eine neue Existenz aufzubauen.

Ziel eines Programms in Pakistan ist der Schutz natürlicher Ressourcen. Deutschland fördert dort die effiziente Wassernutzung in der Textilindustrie. Dadurch verringert sich der Wasserverbrauch. Und da auch weniger Wasser verschmutzt wird, verbessert sich die gesundheitliche Situation der Arbeiterinnen und Arbeiter.


Mit der Wirtschaft kooperieren

Frauen pflücken Baumwolle.

Wenn es um die Durchsetzung von Umwelt- und Sozialstandards geht, ist die Privatwirtschaft ein wichtiger Partner der Politik. Das BMZ arbeitet darum in vielfältiger Weise mit ihr zusammen.

Im Rahmen von Kooperation zwischen deutscher Entwicklungszusammenarbeit und privaten Unternehmen werden zum Beispiel die Produktionsunternehmen in Entwicklungsländern dabei unterstützt, die Ziele des Textilbündnisses umzusetzen. Das BMZ arbeitet über das Public-Private-Partnership-Programm (develoPPP.de) schon seit mehreren Jahren mit einigen Mitgliedern des Bündnisses zusammen.

Im Mai 2016 hat das BMZ in Pakistan eine regionale Konferenz zu existenzsichernden Löhnen in der asiatischen Textilindustrie organisiert. 190 Vertreterinnen und Vertreter von Gewerkschaften, Regierungen, Produktionsunternehmen und internationalen Abnehmerfirmen aus 19 Ländern, unter anderem aus Vietnam, Indien, Bangladesch, China, Kambodscha und Pakistan, haben gemeinsam über das Thema Vereinigungsfreiheit, Kollektivverhandlungen in Produktionsländern und mögliche Ansätze zur Erhöhung der Lohnniveaus diskutiert.

Innerhalb der Textilbranche unterstützt das BMZ unter anderem die Initiative "Cotton made in Africa", die eine nachhaltige Baumwollproduktion fördert. Textilunternehmen zahlen eine Lizenzgebühr, um ihre Ware mit Cotton-made-in-Africa-Label anbieten zu dürfen. Diese Einnahmen werden in den afrikanischen Projektgebieten investiert. Durch die Initiative wurden bereits mehr als 750.000 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern unterstützt.


Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft

Logo Fairtrade International

Bei der Erarbeitung, Einführung und Kontrolle von Umwelt- und Sozialstandards in Entwicklungsländern spielen Nichtregierungsorganisationen (NRO) eine wichtige Rolle. Sie verfügen meist über gute Kontakte zur Bevölkerung und genießen aufgrund ihrer Unabhängigkeit von staatlichen Stellen hohes Vertrauen.

Um die Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie zu verbessern, nehmen NRO zum Beispiel Kontakt zu den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern auf, organisieren Fortbildungen und Workshops und setzen sich in Betrieben und bei öffentlichen Stellen für die Belange der Belegschaft ein.

Auch im Fairen Handel übernehmen zivilgesellschaftliche Organisationen und Initiativen eine wichtige Funktion. Sie definieren zum Beispiel gemeinsam mit allen Beteiligten Standards und kontrollieren ihre Einhaltung. Die weltweit größte Organisation zur Zertifizierung von Sozialstandards ist die "Fairtrade Labelling Organizations International" (kurz: Fairtrade International, FLO). Sie garantiert, dass Produkte mit dem Fairtrade-Siegel überall auf der Welt einheitlichen Kriterien entsprechen.

Das BMZ unterstützt Fairtrade International dabei, ein Textilsiegel zu entwickeln. Bislang beschränkt sich der Fairtrade-Ansatz auf den Baumwollanbau. Ziel ist nun, ihn auf die gesamte Produktions- und Lieferkette von Textilien auszuweiten.


Verbraucherinnen und Verbraucher aufklären

Kundin mit Einkaufstüten

Durch ihr Konsumverhalten tragen deutsche Verbraucherinnen und Verbraucher Mitverantwortung für die Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie. Das heißt aber auch: Sie können durch bewusste Kaufentscheidungen dafür sorgen, dass nach und nach immer mehr umwelt- und sozialverträglich hergestellte Produkte auf den Markt kommen.

Dafür braucht es Transparenz – die Konsumenten müssen erkennen können, unter welchen Bedingungen ihre Kleidungsstücke hergestellt wurden. Bestehende Gütesiegel wie das Fairtrade-Siegel oder das Label des "Global Organic Textile Standard" (GOTS) helfen dabei. Es gibt mittlerweile auch immer mehr Händler, die sich auf ökologisch und ethisch korrekte Mode spezialisiert haben. Doch noch fehlt eine umfassende Orientierungshilfe für den Kunden.

Das BMZ hat daher im Februar 2015 das Internetportal www.siegelklarheit.de gestartet. Über die Webseite können sich Konsumentinnen und Konsumenten über die Glaubwürdigkeit von Umwelt- und Sozialsiegeln für Textilien informieren. Direkt beim Einkauf können Kundinnen und Kunden auch die dazugehörige Smartphone-App "Siegelklarheit" nutzen.


Weitere Informationen

Lexikon der Entwicklungspolitik

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