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Stadtentwicklung

Stadtentwicklung – ein wichtiges Handlungsfeld der Ent­wick­lungs­politik

Passanten in einem Slum in Indien

Eine zukunftsweisende Stadtentwicklung ist ein wesentlicher Schlüssel, um die globalen Klimaschutzziele und die Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) der Agenda 2030 zu erreichen. Sie ist daher ein wichtiges Handlungsfeld der deutschen Entwicklungspolitik. Derzeit werden städtische Vorhaben mit einem Gesamtvolumen von rund 15 Milliarden Euro (technische und finanzielle Zusammenarbeit) in mehr als 50 Ländern durchgeführt.

Die Entwicklungspolitik trägt dazu bei, die für die Städte bedeutsamen Dimensionen der international vereinbarten Ziele konkreter zu fassen und Wege zu ihrer Erreichung zu erarbeiten. Dabei sind aus deutscher Sicht drei Kernaufgaben von besonderer Bedeutung:

  • Städte als Entwicklungsakteure anerkennen und befähigen
  • Lebenswerte Städte für Menschen schaffen
  • Integrierte Stadtentwicklung verwirklichen

Ziel der deutschen Entwicklungspolitik im Bereich Stadtentwicklung ist es, die Lebensbedingungen der städtischen Armen nachhaltig zu verbessern und den Bürgern politische und wirtschaftliche Beteiligung zu ermöglichen. Negative ökologische Folgen des städtischen Wachstums sollen begrenzt, die natürlichen Grundlagen der Städte und ihres Umlandes erhalten und die Potenziale der Siedlungen, insbesondere der Städte, für die Entwicklung des Landes genutzt werden.

Die Stadt ist Lebens-, Arbeits- und Wirtschaftsraum. In den urbanen Zentren werden politische Entscheidungen und gesellschaftliche Veränderungen für die Menschen konkret sichtbar. Hier stoßen die Interessen unterschiedlicher Akteure auf engstem Raum aufeinander und müssen in Einklang gebracht werden. Die Stadtverwaltungen sind gefordert, ein friedliches Miteinander zu fördern, die soziale Grundversorgung zu gewährleisten und transparente politische und finanzielle Entscheidungen zu treffen.

"Wenn er gut geleitet wird, kann der Verstädterungsprozess Antrieb für wirtschaftliche und soziale Entwicklung sein", heißt es im Abschlussbericht zum "World Urban Forum", das 2010 vom UN-Programm für menschliche Siedlungen (UN-HABITAT) in Rio de Janeiro veranstaltet wurde. "Wird sie jedoch schlecht oder gar nicht gesteuert, wird Urbanisierung zu sozialer Ausgrenzung, Armut und einer größeren Spaltung der städtischen Gesellschaft führen."

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt ihre Partner in den Entwicklungsländern, die erheblichen Herausforderungen zu meistern, die sich aus dem schnellen Wachstum der Städte ergeben. Ziel sind lebenswerte Städte, die vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten für Menschen bieten. Die gegenwärtige Verstädterung und die mit ihr einhergehenden sozioökonomischen Veränderungen sollen nicht zu einer Hypothek, sondern zu einer Chance für zukünftige Generationen werden. Es gilt, allen Bürgerinnen und Bürgern gleichermaßen Zugang zu Infrastruktur, Dienstleistungen und Wohnraum zu verschaffen. Zugleich müssen der Ressourcenverbrauch gesenkt und unumkehrbare Umwelt- und Klimaschäden vermieden werden.

Für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit ergeben sich daraus folgende Aufgabenfelder:

Weitere Informationen

Lexikon der Entwicklungspolitik

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