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Zusammenarbeit konkret

Fußball für Entwicklung

Straßenfußballprojekt "Bola Pra Frente" in Rio de Janeiro, Brasilien

Schlechte Bildungs- und Be­schäf­tigungs­perspektiven, mangelhafte Wohn­bedingungen, Banden- und Drogenkriminalität sowie sexuelle Ausbeutung prägen das Leben junger Menschen in den sozialen Brenn­punkten brasilia­ni­scher Städte. Die Politik steuert mit staatlichen Programmen dagegen an. Doch die Möglichkeiten, die große Sportbegeisterung der Jugendlichen mit sozial­pädago­gischen Angeboten zu verknüpfen, werden bei Weitem noch nicht ausgeschöpft.

Das Projekt "Fußball für Ent­wick­lung" setzt genau hier an: Es will den Fußball systematisch und breitenwirksam für die Jugendförderung nutzen und die sozialen Kompetenzen junger Menschen verbessern. Die gemeinsame Initiative des BMZ und des in­ter­na­ti­o­nalen Netzwerks streetfootballworld wurde in Zu­sam­men­ar­beit mit brasilianischen Nicht­re­gierungs­or­ga­ni­sa­tio­nen (NROs), sozialen Bewegungen und den Gastgeberstädten der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 ins Leben gerufen.

Die Arbeit von Trainern, Sozialarbeitern und Erziehern wird unterstützt durch:

  • die Erarbeitung neuer jugendpädagogischer Instrumente und Lehr­mate­ria­lien, die zum Beispiel in der Gewaltprävention, im Um­welt­schutz, in der Berufsvorbereitung und der Diskussion über die Gleichstellung der Geschlechter eingesetzt werden können,
  • die Vernetzung von NROs und Gastgeberstädten durch ein kommunales Themenforum, gemeinsame Fortbildungen zu Projektmanagement und Förderrichtlinien, Workshops zu Fach­themen und zum Er­fah­rungs­aus­tausch
  • Beratung der Präfekturen der WM-Gastgeberstädte, wie sie Entwick­lungs­projekte fördern können
  • Un­ter­stüt­zung von Straßen- und Freizeitfußballinitiativen bei der Orga­ni­sa­tion von Turnieren und kulturellen Aktivitäten

Vom Sport fürs Leben lernen

Ergänzt wird das Programm "Fußball für Ent­wick­lung" durch ein Aus­bildungs­projekt, das in Zu­sam­men­ar­beit mit der lokalen Nicht­re­gierungs­or­ga­ni­sa­ti­on "Bola pra Frente" umgesetzt wird. Trainer und Lehrer werden darin geschult, den gesellschaftlichen Wert des Sports zu erkennen und an die Jugend­lichen weiterzugeben. Besonders an Schulen in benachteiligten Wohn­gebieten und durch offene Angebote neben dem normalen Unter­richt sollen die ausgebildeten Trainer soziale Kom­petenzen wie Fairness und Toleranz vermitteln. Ein besonderes Augen­merk liegt auf der Förderung der Mädchen.

Das Programm konzen­triert sich zunächst auf Fußball, um von der Zugkraft der Fußballweltmeisterschaft 2014 zu profitieren, die in Brasilien statt­findet. Eine Erweiterung auf andere Sport­arten ist aber möglich. In Rio de Janeiro sollen im Zuge der WM Sportcamps und Festivals organisiert werden.

Projektbezeichnung: Fußball für Ent­wick­lung / Förderung qualifizierter Sportangebote in Brasilien

Geplante Laufzeit: 2012 bis 2014

Lexikon der Entwicklungspolitik

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