HINTERGRUND
Soziale Sicherung: Wichtiges Instrument im Kampf gegen die Armut
Drei Viertel der Weltbevölkerung müssen ohne jegliche soziale Absicherung leben. Sie sind Lebensrisiken wie Krankheit oder Arbeitslosigkeit schutzlos ausgeliefert. 100 Millionen Menschen sinken jedes Jahr allein darum unter die Armutsgrenze, weil sie die Kostenlast nicht bewältigen können, die ihnen durch Erkrankungen entsteht. Krankheit ist die weltweit häufigste Ursache für Verarmung. Soziale Sicherheit ist ein Menschenrecht. Sie ist aber auch Voraussetzung für eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und eine erfolgreiche Armutsbekämpfung – und damit ein Schlüssel für das Erreichen der Millenniumsentwicklungsziele. mehr
ANSATZPUNKTE UND INSTRUMENTE
Solidarische Umverteilung bietet Schutz vor Verarmung
Mehr als eine Milliarde Menschen leben in extremer Armut. Systeme der sozialen Sicherung tragen zur Armutsminderung und zur langfristigen sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung bei. Die Entwicklungszusammenarbeit setzt dabei auf verschiedenen Ebenen an, etwa bei Krankenversicherung, Grundsicherung und Alterssicherung. mehr
DAS DEUTSCHE ENGAGEMENT
Politikdialog, Beratung, finanzielle Förderung
Die Bundesrepublik Deutschland engagiert sich gemeinsam mit ihren Partnerländern seit vielen Jahren für soziale Sicherung. Die Stärkung von Sicherungssystemen und die Gewährleistung sozialer Grunddienste ist ein wichtiges Instrument der deutschen Politik zur Armutsbekämpfung. Die Bundesrepublik engagiert sich in rund 30 Ländern für soziale Sicherungssysteme. mehr
DOKUMENTE UND LINKS
Weiterführende Informationen
Hier finden Sie eine Auswahl von Links auf Dokumente und Websites mit weiterführenden Informationen zum Thema Soziale Sicherung. mehr
Beispiele
Gesundheitsgutscheine in Kenia
Nur etwa ein Viertel der Bevölkerung Kenias ist krankenversichert. Von den im informellen Sektor beschäftigten neun Millionen Kenianerinnen und Kenianern sind es sogar weniger als sieben Prozent. Alle anderen müssen medizinische Behandlungen und Medikamente selbst bezahlen. Viele können sich das nicht leisten. Folge der Unterversorgung ist unter anderem eine extrem hohe Mütter- und Säuglingssterblichkeitsrate. Nach Angaben der Weltbank sterben in Kenia im Durchschnitt 120 von 1.000 lebend geborenen Kindern noch vor ihrem fünften Geburtstag. Umgerechnet auf 100.000 Lebendgeburten sterben 560 Mütter während der Schwangerschaft oder bei der Geburt ihres Kindes.

Projektname: Programm zur Entwicklung des Gesundheitssektors in Kenia
Ziel: Aufbau eines effizienten und wettbewerbsfähigen Gesundheitssystems, das sich an den Bedürfnissen vor allem armer Frauen orientiert, Senkung der Sterblichkeitsrate bei Müttern und Kleinkindern, Reduzierung der HIV/AIDS-Quote
Strategie: Ausgabe von Gutscheinen zu stark subventionierten Preisen für vorab definierte medizinische Leistungen wie betreute Geburten, Beratung zu Familienplanung sowie Behandlung nach sexueller Gewalt
Deutscher Beitrag: 16,6 Millionen Euro
Laufzeit: 2004 bis 2009
Beispiele
Grundsicherung in El Salvador
In El Salvador leben rund 40 Prozent der Bevölkerung in Armut. Um das größte Leid zu lindern und einen Beitrag zur Erreichung der Millenniumsentwicklungsziele zu leisten, startete die Regierung 2005 ein groß angelegtes Sozialprogramm: Red Solidaria (deutsch: Solidarisches Netz). Verbesserungen sollen vor allem in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Ernährung erzielt werden. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Unterstützung von Frauen und Kindern.

Projektname: Red Solidaria
Ziel: Soziale Grundsicherung für besonders arme Bevölkerungsgruppen in El Salvador, Verbesserung der Basisinfrastruktur in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Ernährung, Reduzierung von Armut und Unterernährung, Senkung der Sterblichkeitsrate bei Müttern und Kleinkindern
Strategie: Unterstützung des Regierungsprogramms Red Solidaria, Beratung der Partner vor Ort, Aufbau eines Monitoring- und Evaluierungssystems, finanzielle Förderung der sozialen Infrastruktur
Deutscher Beitrag: 1,8 Millionen Euro
Laufzeit: 2005 bis 2011
Publikationen
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Soziale Sicherungs-
systeme in Entwicklungs-
ländern stärken
Armut bekämpfen – Globalisierung
gerecht gestalten
Faltblatt
(PDF 330 KB, barrierefrei) -

Sektorkonzept
Soziale Sicherung
BMZ Konzepte 180
(PDF 579 KB, barrierefrei) -

Unternehmerische Verantwortung aus entwicklungspolitischer Perspektive
BMZ Spezial 167
(PDF 481 KB, barrierefrei) -

Kleine Beiträge –
große Sicherheit
Mikroversicherungen in der Finanzsystementwicklung
BMZ Konzepte 176
(PDF 303 KB, barrierefrei)


