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Das deutsche Engagement

Mikroversicherungen


Im Flüchtlingslager Badbado in der somalischen Hauptstadt Mogadischu warten Vertriebene und Dürreopfter auf die Ausgabe von Nahrungsmitteln.

In vielen Staaten sind nur die Arbeit­neh­mer­innen und Arbeit­nehmer, die im for­mellen Sektor oder bei der öffent­lichen Hand beschäftigt sind, gegen Le­bens­risiken ver­sichert. In den Ko­ope­ra­tions­ländern der deutschen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit arbeiten jedoch bis zu 85 Prozent der Erwerbs­tätigen im in­for­mel­len Sek­tor, etwa als Klein­bauern, Land­ar­bei­ter, Haus­an­ge­stellte oder Ge­wer­be­trei­bende. Sie wer­den durch her­kömm­liche staat­liche Sozial­ver­siche­rungs­systeme nicht erreicht.

Hinzu kommt, dass gerade in ländlichen Gebieten von Ent­wick­lungs­ländern viele Menschen von klima­be­dingten Risiken wie Dürre, Erd­beben, Sturm oder Über­schwemmung bedroht sind. Natur­katastrophen und Ernte­ausfälle können sie in existen­zielle Not stürzen. Der globale Klima­wandel könnte diese Situation in vielen Regionen der Welt in Zukunft zusätzlich verschärfen.

Bedarfs- und zielgruppen­orien­tierte Ansätze zur Ab­siche­rung von Risiken

Passgenaue Modelle und Instrumente für die höchst unter­schied­lichen Risiken und die indi­vi­duellen Lebens­situa­tionen der Menschen zu entwickeln, ist eine sehr komplexe Aufgabe. Im Rahmen der Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit erprobt Deutsch­land ver­schiedene bedarfs- und ziel­gruppen­orientierte Ansätze zur Ab­sicherung solcher Risiken.

Eine Möglichkeit zur sozialen Absicherung von Beschäftigten im informellen Sektor bieten Mikro­ver­sicherungen. Diese Ver­sicherungen decken Einzel­risiken (zum Beispiel Krankheit, Tod, Wetter- oder Über­flutungs­schäden) ab. Sie werden durch relativ geringe Beiträge finanziert und zum Teil auch von den Ver­sicherten – etwa auf Ge­mein­de­ebene – selbst verwaltet.

Deutsch­land fördert Kleinst­ver­siche­rungen unter anderem durch die Fi­nan­zie­rung von Durch­führ­bar­keits­studien, Fonds zur Grün­dung von Mikro­ver­siche­rungen und Risiko­aus­gleichs­fonds zu markt­nahen Kon­di­tionen. Vor­aus­set­zung für die För­de­rung ist, dass der Ver­sicherer be­legen kann, dass sein Kon­zept fi­nan­ziell trag­fähig ist und mit­tel­fristig ohne Un­ter­stüt­zung von außen aus­kommt. Außer­dem müs­sen die Mikro­ver­siche­rungen an der Nach­frage der Be­völ­ke­rung orien­tiert sein und die Lebens­be­din­gungen der Versicherten nachweisbar ver­bes­sern. Eine weitere Vor­aus­set­zung ist die Breiten­wirk­sam­keit, was bedeutet, dass breite Be­völ­ke­rungs­teile auch tat­säch­lich Zugang zu den Produkten haben.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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