Hauptinhalt

Das deutsche Engagement

Menschen mit Behinderung


Ein Rollstuhlfahrer blickt auf den Strand und die Skyline der peruanischen Hauptstadt Lima.

Nach Schätzungen leben weltweit über eine Milliarde Menschen mit einer Form von Be­hin­de­rung, davon 110 bis 190 Mil­lionen mit starken Be­ein­träch­ti­gungen. Dies entspricht etwa 15 Prozent der Welt­be­völ­ke­rung. Ursachen für kör­per­liche, geistige oder see­lische Be­hin­de­rungen sind neben Krank­heiten auch Er­näh­rungs­mängel, falsche oder fehlende Therapie, physische und psychische Gewalt und Krieg, Un­fälle auf­grund un­zu­rei­chender Schutz­be­stim­mungen am Arbeits­platz oder im Straßen­verkehr und zunehmend auch altersbedingte Leiden.

Behinderung ist sowohl ein Grund für als auch eine Konsequenz von Armut: Wer behindert ist, erhält häufig keine angemessene Schul­aus­bildung und kann nur äußerst eingeschränkt erwerbstätig sein. Menschen mit Be­hin­de­rung sind von vielen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Prozessen ausgeschlossen. Damit erhöht sich ihr Risiko, unter die Armutsgrenze zu fallen.

Auf der anderen Seite sind Arme eher von Behinderungen betroffen. Sie sind oft nicht in der Lage, sich und ihre An­ge­hörigen aus­rei­chend zu ernähren, haben keinen Zugang zu medi­zi­nischer Ver­sor­gung und können sich nicht gegen so­zi­ale Risiken oder Natur­katastrophen absichern.

Integration in die Gesellschaft

Moderne Systeme der sozialen Sicherung sind darauf ausgerichtet, Menschen mit Behinderung aktiv in die Ge­sell­schaft einzubinden. Dazu gehören zum Bei­spiel Maßnahmen zur Eingliederung in die Berufs­welt. Auch Fami­lien­mit­glieder und andere Be­treu­ungs­personen werden in die Un­ter­stüt­zung einbezogen.

Die deutsche Ent­wick­lungs­po­li­tik fördert die gesellschaftliche Integration von Menschen mit Behinderungen über einen sogenannten "twin-track approach". Das bedeutet, dass einerseits spezifische Maß­nah­men für die Be­hin­derten selbst ent­wickelt und um­ge­setzt werden. Anderer­seits zielt die deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit darauf ab, struk­tu­relle soziale Un­gleich­heiten im je­wei­ligen Ko­ope­ra­tions­land zu beseitigen.

Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen

 

Seite teilen