Hauptinhalt

Der deutsche Beitrag

Zertifizierung und Konfliktprävention

Minenarbeiter der Wolfram Bergbau und Hütten AG, Gifurwe, Ruanda

Die Rolle von Rohstoffen bei der Finanzierung von bewaffneten Konflikten erregte in den vergangenen Jahren international große politische und mediale Aufmerksamkeit. Wenn hochpreisige Rohstoffe wie Gold, Diamanten oder Tantal in Konfliktgebieten vorkommen, in denen keine rechtsstaatliche Kontrolle stattfindet, können sie zur Finanzierung bewaffneter Konflikte beitragen.

Davon ist zwar nur ein verschwindend kleiner Anteil der weltweiten Rohstoffwirtschaft betroffen, doch ist zum Beispiel die Diamantenproduktion in Sierra Leone während des dortigen Bürgerkriegs oder der Abbau des Erzes Coltan im Ostkongo von den verheerenden Wirkungen der bewaffneten Konflikte nicht zu trennen.

Vor diesem Hintergrund haben die USA im Rahmen ihrer Finanzmarktreform von 2011 (Dodd-Frank Act) alle US-börsennotierten Firmen zur Offenlegung der Lieferketten bestimmter mineralischer Rohstoffe und deren Derivate verpflichtet. Unternehmen sind verpflichtet nachzuweisen, ob verwendete Mineralien wie Tantal, Wolfram, Zinn, Gold oder deren Derivate (sogenannte Konfliktmineralien) aus konfliktbelasteten Minen der Demokratischen Republik Kongo oder den angrenzenden Staaten stammen.

Seit der Gründung der Internationalen Konferenz der Großen Seen (International Conference on the Great Lakes Region, ICGLR) unterstützt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit den Kampf gegen den illegalen Abbau und Handel mit Konfliktrohstoffen. Zu diesem Zweck wurde von der ICGLR eine "Regionale Initiative zur Eindämmung des Handels mit Konfliktrohstoffen" etabliert. Mit verschiedenen Instrumenten versucht diese Initiative, den illegalen Handel mit Rohstoffen zu unterbinden, der in der Geschichte der Region oft als Motor für kriegerische Konflikte gewirkt hat.

Transparenz und Information stehen dabei im Vordergrund. Zu den Ansätzen zählen unter anderem der Aufbau einer regionalen Datenbank zur Erfassung der Handelsströme sowie die Entwicklung eines anonymen Warnsystems. Im Rahmen dieses Engagements unterstützt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit beispielsweise den Aufbau eines Zertifizierungsmechanismus im Kongo und den Anrainerstaaten, um legal abgebauten Rohstoffen den Weg auf den internationalen Rohstoffmarkt zu öffnen. Bestandteil ist auch ein eigens dafür entwickelter Herkunftsnachweis für die Erze sowie die Zertifizierung der Handelsketten bis zum Export in der Demokratischen Republik Kongo und der gesamten Region der Großen Seen.

Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen

 

Seite teilen