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Hintergrund

Rohstoffe – Potenzial für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung

Arbeiter einer Mine in Ruanda.

Mineralische und Energierohstoffe sind weltweit – und besonders für Industrieländer wie Deutschland – von großer Bedeutung. Ohne sie wären die technischen Errungenschaften, die unser Leben prägen, nicht möglich. Gleichzeitig sind diese Rohstoffe für viele Entwicklungsländer eine wichtige Einnahmequelle: Vor dem Hintergrund einer wachsenden Nachfrage bietet ihnen der Rohstoffsektor Perspektiven für soziale, politische und wirtschaftliche Entwicklung. Bei schlechter Regierungsführung können mit Rohstoffprojekten allerdings auch negative Entwicklungen wie zum Beispiel Korruption, Umweltverschmutzung oder soziale Konflikte einhergehen.

Mineralische und Energierohstoffe sind Voraussetzung für viele gesellschaftliche Errungenschaften und elementarer Bestandteil von Produktions- und Lebensweisen heutiger Gesellschaften. Wir benötigen sie zum Beispiel für den Wohnungs- und Wegebau, als Düngemittel in der Landwirtschaft und als Grundlage der industriellen Produktion.

Die fossilen Ressourcen Erdöl, Erdgas und Kohle tragen einen Großteil zur weltweiten Energieerzeugung bei. Und auch die "stoffliche Nutzung" der Rohstoffe ist von zentraler Bedeutung. So dienen Erdöl und Kohle zum Beispiel als Ausgangsstoff für Chemieprodukte wie Kunststoffe und Kunstfasern. Abbau und Weiterverarbeitung der verschiedenen mineralischen Rohstoffe und Energieträger – die zusammenfassend auch extraktive Rohstoffe genannt werden – sind bedeutende Wirtschaftszweige mit entsprechenden Beschäftigungszahlen.

Extraktive Rohstoffe sind ortsgebunden, nicht erneuerbar und ungleich über die Welt verteilt. Während zahlreiche Entwicklungsländer Rohstoffe in erster Linie exportieren, übersteigt in den meisten Industrie- und Schwellenländer der Bedarf die eigene Rohstoffproduktion, so dass sie auf Importe angewiesen sind. Um allen Staaten Zugang zu den jeweils benötigten Rohstoffen zu sichern, ist ein weltweiter fairer Handel mit Rohstoffen und Verarbeitungsprodukten notwendig.

Maßnahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit

Ziel der deutschen Entwicklungspolitik ist es, Partnerländer dabei zu unterstützen, ihren Rohstoffreichtum für die eigene Entwicklung zu nutzen. Eine zentrale Voraussetzung für den Aufbau eines nachhaltigen Rohstoffsektors ist gute Regierungsführung. Im "Entwicklungspolitischen Strategiepapier Extraktive Rohstoffe" des BMZ werden fünf Ansatzpunkte genannt, um eine nachhaltige Rohstoffwirtschaft in Entwicklungsländern zu unterstützen:

  • ​Nutzung des Rohstoffsektors für Aufbau und Stärkung der Wirtschaft, Steigerung der lokalen Wertschöpfung
  • Aufbau leistungsfähiger Strukturen im Rohstoffsektor, Schaffung angemessener staatlicher Rahmenbedingungen
  • Förderung von Transparenz bei Waren- und Zahlungsströmen
  • Verwirklichung ökologischer und sozialer Mindeststandards
  • Verbesserung der Ressourcennutzung und -effizienz

Lexikon der Entwicklungspolitik

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