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Arbeitsfelder

Müttergesundheit


Eine schwangere Frau verlässt nach einer Vorsorgeuntersuchung das Gesundheitszentrum in Juba, Südsudan.

Millionen von Frauen leiden jedes Jahr unter Kom­pli­ka­tio­nen in Ver­bin­dung mit Schwanger­schaft und Geburt, die heute ver­meid­bar wären – jeden Tag sterben schätzungs­weise 800 Frauen daran, 53 Prozent der Todes­opfer kommen aus Afrika süd­lich der Sahara und weitere 25 Prozent aus Süd­ost­asien.

Die deutsche Ent­wick­lungs­po­li­tik unter­stützt ihre Ko­ope­ra­tions­länder bei der Ver­bes­se­rung der Qualität, Ver­füg­bar­keit und Zu­gäng­lich­keit von Gesund­heits­diensten für Schwangere und Mütter. Das Basis­angebot der repro­duktiven Gesund­heit umfasst neben der Familien­planung zur Vermeidung ungewollter Schwanger­schaf­ten Unter­suchungen während der Schwanger­schaft und nach der Geburt, pro­fessio­nelle Betreuung bei der Geburt und eine Erst­versorgung der Neu­geborenen.

Zur Betreuung der Schwanger­schaft und der Geburt gehört grund­sätz­lich auch die Förderung des Stillens. Bei HIV-positiv getesteten Müttern gilt es, das Risiko einer Ansteckung des Kindes gegen die Gefahr der Unter­ernährung und Erkrankung durch unsauberes Wasser abzu­wägen. Wenn möglich, erhalten die Schwangeren und Wöch­nerinnen einen frei­willigen HIV-Test mit individueller Beratung. Infizierten Frauen wird eine medi­ka­men­töse Therapie angeboten, mit der es möglich ist, das Risiko der Über­tragung des HI-Virus auf das Kind während der Geburt erheblich zu senken.

Deutsch­land setzt sich im Rahmen der geltenden Gesetze in den Kooperations­ländern auch für die Bereit­stellung qualifizierter Versorgungs- und Beratungs­leistungen nach Schwanger­schafts­abbrüchen ein und trägt zu deren Vermeidung bei, indem es die zuver­lässige Versorgung mit Verhütungs­mitteln unter­stützt. Schwanger­schafts­abbrüche sind für die deutsche Ent­wick­lungs­zusammen­arbeit jedoch kein Mittel der Familien­planung.

Um das Risiko von Frauen und Mädchen, sich mit HIV zu infizieren, zu senken und ihren Zugang zu Prävention, Behandlung und Für­sorge zu verbessern, müssen die verschiedenen Gesund­heits­bereiche enger mit­einander verzahnt werden. Die Ver­bes­se­rung der Mutter-Kind-Gesundheit kann nur erreicht werden, wenn Angebote der Schwangerenvor- und -nachsorge, sexuelle und repro­duktive Gesund­heits­dienste einschließlich Familien­planung und Angebote der medi­ka­men­tösen Prävention und Behandlung aufeinander abgestimmt werden.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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