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Arbeitsfelder

Der deutsche Beitrag zur Förderung
der sexuellen und reproduktiven Gesundheit


Eine hochschwangere junge Frau bei einer Routineuntersuchung in Monrovia, Liberia.

Die sexuelle und repro­duktive Gesundheit ist eng mit dem Thema Bevölkerungs­wachstum verbunden. Nur wo Menschen in allen Fragen der Sexualität frei sind und ihre vollen Rechte durch­setzen können, besteht die Chance, das Wachstum der Bevölkerung im Einklang mit den Menschen­rechten zu mindern.

Zwar ist die prozentuale Wachstums­rate der Welt­bevölkerung nicht mehr so hoch wie noch in den 1970er und 1980er Jahren, dennoch steigt die Zahl der Menschen weltweit jährlich um fast 80 Millionen. Auch wenn sich das Wachstum also global leicht verlangsamt hat, ist in einzelnen Welt­regionen eine Beschleunigung zu verzeichnen: Nach Schätzungen der Deutschen Stiftung Welt­bevölkerung wird allein die Bevölkerung der ärmsten Länder der Welt bis 2050 um etwa 2,3 Milliarden auf acht Milliarden Menschen zunehmen.

Die Zunahme der Welt­bevölkerung ist eine enorme He­raus­for­de­rung für die nach­haltige Entwicklung – national und global. Über ihre Bedeutung als Menschen­recht hinaus ist sexuelle und repro­duktive Gesundheit darum auch eine wichtige Voraus­setzung für eine zukunfts­weisende Bevölkerungs­politik.

Breites Spektrum der Zusammenarbeit

In fast allen Bereichen der deutschen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit werden bereits Maßnahmen durch­geführt, die die Bevölkerungs­dynamik des jeweiligen Ko­operations­landes (Bevölkerungs­wachstum, Bevölkerungs­alterung, Urbanisierung, Migration) direkt oder indirekt berühren. So wird zum Beispiel bei Vorhaben zur länd­lichen Ent­wick­lung oder zur Wasser­ver­sorgung berück­sichtigt, wie sich demografische Veränderungen auswirken werden und welche Möglich­keiten zur Anpassung bestehen.

Die Maßnahmen, die direkten Einfluss auf die Bevölkerungs­dynamik haben, umfassen ein breites Spektrum. Sexual­aufklärung und HIV-Prävention sowie Familien­planung und die Versorgung bei Schwanger­schaft und Geburt gehören ebenso dazu wie die Vorbeugung und Behandlung sexuell über­trag­barer Krank­heiten, die Prävention geschlechts­spezifischer Gewalt und Maßnahmen zur Über­windung von weiblicher Genital­verstümmelung. Über­geordnetes Leit­prinzip ist bei allen Maßnahmen die Orientierung an den Menschenrechten.

Seit der Konferenz zu Bevölkerung und Ent­wick­lung im Jahr 1994 in Kairo hat Deutsch­land insgesamt mehr als eine Milliarde Euro für die Ver­bes­se­rung der repro­duktiven Gesundheit in Ent­wick­lungs­ländern zur Verfügung gestellt. Der über­wiegende Teil der Förderung erfolgte über die bilaterale Zu­sam­men­ar­beit. So werden welt­weit in etwa 50 deutschen Vorhaben bevölkerungs­relevante Maßnahmen und Gesund­heits­dienste für sexuelle und repro­duktive Gesundheit gefördert.

Initiative "Selbstbestimmte Familienplanung"

Auf dem G8-Gipfel 2010 in Muskoka hat Deutsch­land zusätzliche Mittel für die Gesundheit von Müttern und Kindern zugesagt. Das BMZ hat dazu unter anderem die Initiative „Selbst­bestimmte Familien­planung“ ins Leben gerufen. Die Initiative verfolgt im Wesentlichen drei Ziele:

  1. das Wissen über und die Akzeptanz von modernen Familien­planungs­methoden zu steigern,
  2. den Zugang zu modernen Familien­planungs­methoden und -dienstleistungen zu verbessern,
  3. die Zahl der medizinisch professionell begleiteten Geburten zu erhöhen.

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf einer umfassenden Sexual­aufklärung, der stärkeren Zu­sam­men­ar­beit mit zivil­gesell­schaft­lichen und privaten Akteuren sowie der Aus­bildung von Hebammen. Zwischen 2012 und 2015 stellt das BMZ dafür rund 90 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung.

Wichtige Partner der Bun­des­re­pu­blik auf über­staat­licher Ebene sind zum Beispiel der Welt­bevölkerungs­fonds der Vereinten Nationen (UNFPA), die In­ter­na­tio­nale Föde­ra­tion für geplante Eltern­schaft (In­ter­na­tional Planned Parent­hood Federation, IPPF), die Welt­gesund­heits­organisation (WHO) sowie die Partner­ship for Maternal, Newborn and Child Health und die Repro­ductive Health Supplies Coalition.

Die folgenden Unterkapitel informieren ausführlich über die verschiedenen Arbeits­felder, in denen sich die deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit für die sexuelle und repro­duktive Gesundheit und die dazu­gehörenden Rechte engagiert:

Weitere Informationen

Lexikon der Entwicklungspolitik

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