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Arbeitsfelder

Überwindung der weiblichen Genitalverstümmelung


Ein junges Mädchen im Nordosten Kenias, wo weibliche Genitalverstümmelung weiterhin eine gängige Praxis ist.

Weibliche Genital­verstümmelung, in­ter­na­tional mit dem Begriff "Female Genital Mutilation“ (FGM) bezeichnet, ist ein Sammel­begriff für verschiedene Formen der Beschneidung der äußeren weib­lichen Genitalien. Häufig nehmen tradi­tio­nelle Beschnei­de­rinnen oder Geburts­helferinnen den Eingriff vor. Viele von ihnen benutzen unsterile, stumpfe Instrumente. Oft führen sie den Eingriff ohne Betäubung und unter un­hygienischen Bedingungen durch.

Schätzungen zufolge sind weltweit etwa 200 Millionen Frauen und Mädchen von Genital­verstümmelung betroffen. Die traditionelle Praxis verletzt elementare Men­schen­rech­te wie das Recht auf Gesund­heit und das Recht auf Schutz der körperlichen Integrität.

Eine Genital­verstümmelung kann nicht rück­gängig gemacht werden. Sie hinter­lässt schwere seelische und körper­liche Schäden. Der Eingriff führt bei vielen Frauen zu lebens­langen Gesund­heits­problemen, viele Mädchen sterben an den Folgen von Kompli­ka­tionen.

FGM wird in 30 Ländern, zumeist in Afrika, aber auch in einigen wenigen arabischen und asiatischen Ländern, praktiziert und ist auch unter afrikanischen Migran­tinnen in Ein­wande­rungs­ländern verbreitet. Durch sozialen Druck und Macht­losig­keit nehmen viele Frauen das Ritual an und führen es fort. Der Eingriff wird meist bei Mädchen im Alter zwischen vier und vier­zehn Jahren vorgenommen, manchmal aber auch schon im Alter von wenigen Tagen, vor der Ehe­schließung oder vor der Geburt des ersten Kindes.

Afrikanische Aktivistinnen und Aktivisten, Nicht­regierungs­orga­ni­sa­tionen sowie in­ter­na­tio­nale Or­ga­ni­sa­ti­on­en kämpfen seit Jahren für die Beendigung der Genital­verstümmelung. Auch das Bundes­ent­wick­lungs­mi­nis­te­ri­um (BMZ) setzt sich kom­pro­miss­los dafür ein und unter­stützt Initiativen zur Über­windung weib­licher Genital­verstümmelung auf nationaler und inter­nationaler Ebene.

Das Ziel ist noch nicht erreicht, aber erste Erfolge dieser Bemühungen sind zu erkennen und zeigen, dass sich der Einsatz lohnt: Zahlreiche afrikanische Staaten haben die weibliche Genital­verstümmelung inzwischen gesetzlich verboten, die Zahl der Fälle nimmt leicht ab und die Zahl der Menschen, die sich gegen die Praxis wenden, nimmt stark zu.

Engagement des BMZ

Um den vielfältigen Einfluss­faktoren auf die Praktik gerecht zu werden, fördert das BMZ einen ganz­heit­lichen Ansatz. Aufklärung, Sensi­bi­li­sie­rung und Dialog werden dabei kombiniert mit einer Stärkung der Leistungs­fähig­keit von staat­lichen und privaten Or­ga­ni­sa­tionen sowie mit Politik­beratung auf nationaler und inter­nationaler Ebene.

Einige Beispiele für die erfolgreiche Arbeit der deutschen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit:

  • In Burkina Faso unterstützt Deutsch­land zusammen mit anderen Gebern die Umsetzung des Anti-FGM-Aktionsplans der burkinischen Regierung.
  • Mit Unter­stützung eines deutschen Programms zu guter Regierungs­führung hat ein islamisches Kolloquium in Mauretanien eine Fatwa zum Thema FGM verabschiedet. Dieses Rechts­gutachten definiert die Genital­verstümmelung eindeutig als schädliche Praktik und verbietet sie nach islamischer Rechts­auffassung. Die Erfahrungen in anderen Ländern haben gezeigt, dass eine solche offizielle Lehr­meinung der islamischen Geist­lich­keit eine sehr positive Wirkung auf den Kampf gegen die Genital­verstümmelung hat.
  • In Mali hat die deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit im Rahmen der Grund­bildungs­förderung Frauen und Männer unter­schied­lichen Alters zu vertrauens­vollen „Generationen­dialogen“ zusammen­geführt. Die Ergebnisse einer externen Evaluierung aus dem Jahr 2009 haben unter anderem gezeigt: 71 Prozent der Befragten, die an einem solchen Dialog teil­genommen hatten, gaben an, ihre Töchter in Zukunft nicht beschneiden lassen zu wollen. In Gemeinden, in denen kein Dialog statt­gefunden hatte, lag der Prozentsatz nur bei 17 Prozent.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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