Hauptinhalt

Arbeitsfelder

Familienplanung


HIV-Bekämpfung: Verkauf von Präservativen an einem Kiosk in Bujumbura, Burundi.

Zum Grundrecht eines jeden Menschen auf sexuelle und repro­duktive Selbst­bestimmung gehört der freie Zugang zu Verhütungs­mitteln und medi­zi­nischen Dienst­leis­tun­gen, unabhängig von Geschlecht, Alter und Familien­stand. Ziel der deutschen Programme zur Förderung der Familien­planung ist, Frauen und Männern die Mög­lich­keit zu geben, dieses Grund­recht wahr­zunehmen. Sie sollen über die Zahl ihrer Kinder und die Geburten­abstände frei entscheiden. Unerwünschte Schwanger­schaften und Schwanger­schafts­abbrüche sollen vermieden werden.

Für Familienplanung sind nicht nur Informationen über Ver­hütungs­methoden erforderlich, sondern auch die Beratung und eventuell die medi­zi­nische Behand­lung von Paaren. Damit auch Männer mehr Ver­ant­wor­tung für die Familien­planung über­nehmen, sind sie bei solchen Beratungen wichtige Ansprech­partner.

Besonders viele Interessenten können über soziales Marketing erreicht werden. Dabei wird mit den Methoden der kommer­ziellen Produkt­vermarktung für die Nutzung von Kondomen geworben. Sie werden meist zu sub­ven­tio­nierten Preisen verkauft, um eine möglichst breite Ver­füg­bar­keit der Produkte – auch für ärmere Bevölkerungs­schichten – zu gewähr­leisten. Die Nutzung von Kondomen ist in vielen Fällen eine besonders geeignete Form der Empfängnis­verhütung, denn sie schützt gleich­zeitig vor sexuell über­trag­baren Infektionen. Die von Deutsch­land unter­stützten Beratungs­stellen bieten auch die Diagnose solcher Erkrankungen und die ent­sprechenden Therapien an.

Um Frauen vor einer Krimi­na­li­sie­rung zu schützen, unter­stützt Deutsch­land die Änderung von Gesetzen zur Regelung von Schwanger­schafts­abbrüchen und setzt sich außerdem dafür ein, dass sie nur von medi­zinisch ausgebildetem Fach­personal durch­geführt werden. Schwanger­schafts­abbrüche sind aus Sicht der deutschen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit jedoch kein Mittel der Familien­planung.

Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen

 

Seite teilen