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Hintergrund

Kräfte bündeln – mehr bewirken

Novizinnen in einem Kloster in Myanmar

Eine Entwicklungspolitik, die den einzelnen Menschen in den Blick nimmt, muss dessen Kultur, Religion und Weltanschauung ernst nehmen. Religiöse und kulturelle Überlieferungen sind fester Bestandteil jeder Gesellschaft. Sie können verbindend oder spaltend wirken. Sie können gesellschaftliche Entwicklungsprozesse vorantreiben oder blockieren und sie können Frieden fördern oder behindern. Ohne kulturelle Veränderungsprozesse und die Unterstützung durch Religionsgemeinschaften wird es kaum gelingen, weltweit eine ausreichende gesellschaftliche Basis für nachhaltige Lebensstile zu gewinnen.

Religiöse und kulturelle Institutionen stellen überdies seit jeher wichtige soziale Grunddienste bereit. Nach Schätzungen der Weltbank wird beispielsweise in Afrika südlich der Sahara rund die Hälfte aller Leistungen in den Bereichen Bildung und Gesundheit von religiösen oder religiös motivierten Organisationen erbracht. Allerdings wird mit Hilfe religiöser Argumente auch zahlreichen Menschen der Zugang zu diesen Leistungen verwehrt.

Religiöse Akteure gehören in Entwicklungsländern oft zu den wichtigsten zivilgesellschaftlichen Kräften. Sie unterhalten Netzwerke, die Einfluss auf gesellschaftliche Entwicklungen auf lokaler, nationaler und globaler Ebene nehmen. Religion und Kultur können somit sowohl entwicklungshemmend als auch entwicklungsfördernd wirken. Sie sind damit zentrale Faktoren für eine nachhaltige Entwicklung.

Das BMZ möchte das Potenzial der Religionen für nachhaltige Entwicklung und Frieden besser einbeziehen. Das heißt:

  • Wir müssen mehr über die religiösen Zusammenhänge in unseren Partnerländern lernen und dieses Wissen besser in unseren Länderstrategien und Projekten berücksichtigen.
  • Wir werden die Projekte in unseren Partnerländern in Zukunft stärker darauf ausrichten, zum Abbau von religiös begründetem Hass und Vorurteilen beizutragen.
  • Wir werden überall, wo wir gemeinsam mehr erreichen können, neue nationale und internationale Kooperationen mit Religionsgemeinschaften aufbauen.
  • Wir werden Plattformen für den interreligiösen Dialog fördern – in unseren Partnerländern, in Deutschland und in internationalen Organisationen.

Gemeinsam mit anderen Gebern möchten wir das Thema auf der internationalen Agenda verankern. Internationale Prozesse wie die Erarbeitung und Umsetzung der Agenda 2030 müssen religiöse Akteure einbeziehen.

In den folgenden Kapiteln finden Sie Informationen zu einzelnen Aspekten unseres Engagements im Bereich Religion und Entwicklung:

Weitere Informationen

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Der Schauspieler Tom Wlaschiha erfährt von Vertretern der Religionen, was ihre Werte sind und stellt Projekte vor, mit denen sich Religionsgemeinschaften für Frieden und nachhaltige Entwicklung engagieren.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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