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Projektbeispiel

BMZ und TUI eröffnen Frauen Chancen im Tourismus

Strand in Tunesien.

In Tunesien arbeiten rund 12 Prozent der Beschäf­tigten im Tou­ris­mus­sek­tor. Er ist einer der wichtigsten Wirt­schafts­zweige des Landes – und das vorhan­dene Poten­zial ist bei weitem noch nicht aus­ge­schöpft.

Studien haben gezeigt, dass der Service in tune­sischen Hotels noch ver­bessert werden kann. Die Arbeit von weib­lichen An­ge­stellten wurde bei diesen Unter­suchungen im Durch­schnitt besser bewertet als die Ar­beit ihrer männlichen Kollegen. Aller­dings sind in tunesischen Hotels zur­zeit nur zwischen zehn und 30 Prozent der An­ge­stellten Frauen; meist in relativ schlecht be­zahlten Be­rei­chen wie Ge­bäude­reini­gung, Wä­scherei, Küche oder Empfang. Arbeits­stellen in der Touris­mus­branche, beson­ders die von Frauen, genießen in der Ge­sell­schaft bis­her keinen guten Ruf. Die meisten Hotel­ma­nager schätzen in­zwi­schen jedoch die Ar­beit ihrer weib­lichen An­ge­stellten.

Durch eine Initia­tive der deutschen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit werden die Arbeits­chancen und Arbeits­be­dingun­gen von Frau­en im tune­sischen Touris­mus­sektor nun ver­bessert. Die Initia­tive wurde im Auf­trag des BMZ von der Deutschen Ge­sell­schaft für In­ter­na­ti­o­nale Zu­sam­men­ar­beit (GIZ) im März 2012 gestartet. Partner der GIZ ist das Touris­mus­unter­nehmen TUI. Zusätz­lich wird die Initia­tive durch das BMZ-Re­gional­vor­haben "Gender – Wirt­schaft­liche Inte­gration von Frauen in der MENA-Re­gion" (EconoWin) unter­stützt.

Alle Maßnah­men werden zunächst im Bade­ort Hammamet um­ge­setzt und dann auf die Hafen­stadt Sousse und die Insel Djerba aus­ge­weitet.

Soziale Ver­ant­wor­tung im Tourismus fördern

Die Initia­tive bietet für Manager größerer Ho­tels eine Se­minar­reihe an. The­men sind dabei die soziale Ver­ant­wor­tung von Unter­neh­men (CSR), Chancen­gleich­heit und Frauen­för­derung. In den Seminaren werden Projek­tideen ent­wickelt, aus denen eine Jury die viel­ver­sprechendsten auswählt. Diese werden ge­mein­sam mit den Hoteliers um­gesetzt. Von ver­besserten Arbeits­chancen und -be­dingungen im Hotel­sektor sollen in erster Linie Frauen profi­tieren. Ziel der Semi­nare ist außerdem, das Image des Touris­mus in Tunesien und die Akzep­tanz von berufs­tätigen Frauen in diesem Sek­tor zu ver­bessern. Die ersten Seminare haben bereits statt­gefunden. Im Februar 2013 wurden gemein­sam mit Partner-Ho­teliers die ersten Pro­jekte aus­gewählt.

Berufliche Qualifikation von Frauen verbessern

Jungen, vor allem weib­lichen Hotel­ange­stellten werden im Rah­men der Initia­tive Weiter­bildungs­maßnah­men an­gebo­ten, die sie für höher­wertige Tätig­keiten quali­fizieren und ihre Karriere­chancen ver­bessern. Durch diese Maßnah­men soll auch die Service­qualität und Kunden­zufrieden­heit erhöht werden. Als Part­ner dafür wurde eine Hotel­fach­schule gewonnen. Sie baut ein ent­sprechendes Quali­fizierungs­projekt auf, Stipen­dien dafür werden von TUI Nieder­lande ver­geben.

Förderung der Produktion und der Vermarktung von Kunsthandwerk

An ausgewählten Orten nahe touristischer Hoch­burgen wird die Vermark­tung von Kunst­hand­werk, das von Frauen produ­ziert wird, gefördert. Frauen werden in Fragen der Pro­dukt- und Markt­ent­wick­lung beraten. Hierzu wurden bereits Road-Shows in Hotels durch­geführt, die dazu dienten, Infor­ma­tionen über den Ge­schmack der Touristen und Schwächen bei der Her­stellung und Vermark­tung der Pro­dukte zu be­kom­men.

Deutscher Beitrag

Das Projekt wird zu gleichen Teilen von BMZ und TUI mit jeweils 500.000 Euro finan­ziert
Geplante Laufzeit: April 2012 bis April 2016

Lexikon der Entwicklungspolitik

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