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Wirtschaft, Wachstum und Beschäftigung

Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung – eine Herausforderung für alle


Bauarbeiter beim Hausbau in Ecuador.

Die rasanten politischen, wirtschaftlichen, sozialen und öko­lo­gischen Veränderungen der vergangenen Jahre und Jahrzehnte stellen für viele Volks­wirt­schaften eine Chance und zugleich eine He­raus­for­de­rung dar.

Klima­wandel, Ressourcen­knappheit, die Integration in die Welt­wirt­schaft, politische und wirt­schaft­liche Instabilitäten (Finanz-, Verschuldungs-, Währungs­krisen) belasten die Wirtschafts­systeme im 21. Jahr­hundert. Noch immer leben zahl­reiche Menschen in Armut und haben keinen Zugang zu elementaren Gütern und Dienst­leis­tun­gen wie Nahrung, Bildung und Gesund­heit. Mit ent­wick­lungs­po­litischen Pro­grammen zur nach­hal­tigen Wirt­schafts­ent­wick­lung unterstützt Deutsch­land seine Ko­ope­ra­tions­länder dabei, diese He­raus­for­de­run­gen zu meistern.

Eine nach­hal­tige Wirt­schafts­ent­wick­lung bringt soziale, öko­lo­gische und wirt­schaft­liche Entwick­lungs­ziele in Einklang. Sie schafft damit die Grund­lage für ein sozial gerechtes und öko­logisch nach­haltiges Wachstum, das effektiv zu Beschäftigung und Armuts­bekämpfung beiträgt.

Nachhaltige Ent­wick­lung durch Wirt­schafts­ent­wick­lung

Ohne wirt­schaft­liche Ent­wick­lung gibt es keine nach­hal­tige Ent­wick­lung. Ein ausreichend starkes Wirt­schafts­wachs­tum ist Grund­voraus­setzung für Armuts­reduzierung und Wohl­stand. Dieses muss dabei so ausgestaltet werden, dass es allen Bevölkerungs­teilen zugute kommt – also breiten­wirksam – und ökologisch nach­hal­tig.

Wenn das gelingt, entfaltet wirt­schaft­liche Ent­wick­lung Wir­kun­gen, die über das reine Wirt­schafts­wachs­tum hinausgehen und zur Erreichung vieler entwick­lungs­poli­tischer Ziele beitragen. Zum Beispiel werden Sicher­heit und Frieden gestärkt, wenn den Menschen über produktive Arbeit persön­liche und gesell­schaft­liche Perspek­tiven eröffnet werden. Beschäfti­gung und ein existenz­sicherndes Einkommen ermöglicht es Familien, ihren Kindern eine bessere Bildung zukommen zu lassen und so den Teufels­kreis der Armut zu durchbrechen.

Zugleich werden Steuer­einnahmen für den Staat generiert, so dass sich dessen Handlungs­spiel­raum erweitert. Öko­systeme und Klima werden weniger belastet, wenn Wachstum ressourcen­schonend ausgerichtet wird. In vielen Ent­wick­lungs­ländern ist das besonders wichtig, weil sie – und ins­be­son­dere die verwund­baren Be­völ­ke­rungs­teile – über­durch­schnittlich stark von Klima­wandel und Umwelt­verschmutzung betroffen sind.

Eine nach­hal­tige Wirt­schafts­ent­wick­lung ist also Mittel für eine umfassende und breite Ent­wick­lung. Die deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit unter­stützt ihre Ko­ope­ra­tions­länder dabei, diese Potenziale zu nutzen.

Der deutsche Beitrag

Zur Förderung einer nachhaltigen Wirt­schafts­ent­wick­lung kon­zen­triert sich die deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit darauf, wirtschafts­politische Beratung zu leisten, privat­wirt­schaft­liches Potenzial zu fördern und die Ko­ope­ra­tions­länder beim Aufbau stabiler Finanz­systeme zu unter­stützen. Mit Hilfe von beruflichen Bildungs­systemen und funk­tio­nie­ren­den Arbeits­markt­institutionen werden die Menschen in die Lage versetzt, an Wachstum und Wohl­stand teil­zu­haben. Die Maß­nahmen in diesen Bereichen werden beschäftigungs- und armuts­orientiert ausgerichtet und oft durch Maß­nahmen der direkten Beschäftigungs­förderung ergänzt.

Die deutsche Ent­wick­lungs­po­li­tik orientiert sich dabei an den Grund­sätzen der sozialen und ökologischen Markt­wirt­schaft: Neben guten wirt­schaft­lichen, poli­ti­schen und sozialen Lebens­be­din­gungen für die Menschen wird auch die lang­fristige Sicherung der natürlichen Lebens­grundlagen angestrebt. Ziel ist eine Markt­ordnung, die den jeweiligen Bedingungen im Ko­ope­ra­tions­land entspricht und eine sozial­politische Komponente enthält.

Nachhaltige Wirt­schafts­ent­wick­lung ist einer der am häufigsten zwischen der Bun­des­re­pu­blik und ihren Ko­ope­ra­tions­ländern vereinbarten Schwer­punkte, ins­be­son­dere in Afrika und Asien. Zwischen 2003 und 2010 hat das BMZ dafür jährlich Zusagen in Höhe von durch­schnitt­lich rund 613 Millionen Euro gegeben.

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Publikationen

Lexikon der Entwicklungspolitik

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