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Technologien für nachhaltige Entwicklung

Durch Digitalisierung die Wirksamkeit steigern


Mithilfe digitaler Lösungen sorgt Issakha Youm dafür, dass Solarenergie im Senegal effizient genutzt werden kann.

Ob Landwirtschaft, Klima, Bildung, Gesundheit, Wirtschaft oder Modernisierung des Staates: Der digitale Wandel betrifft alle Bereiche der Entwicklungszusammenarbeit. Mit der Nutzung von zukunftsträchtigen Technologien erreicht das BMZ seine Ziele besser, schneller und nachhaltiger. Es verankert daher die Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) verstärkt in der Entwicklungszusammenarbeit und stellt hierfür mehr Mittel bereit.

Aber: IKT sind nicht das Allheilmittel für alle Probleme. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit setzt nur dann auf Technologien, wenn ein klarer Mehrwert entsteht. Der richtige Einsatz von IKT kann die Entwicklung in den Partnerländern effizienter, gerechter, partizipativer, transparenter und nachhaltiger gestalten. Das BMZ konzentriert sich auf die Einsatzbereiche, bei denen IKT messbare Entwicklungserfolge versprechen. Dieses sind:

  1. IKT-Infrastruktur (Menschen anbinden und Netze ausbauen)
  2. ​Zugang zu Bildung und beruflicher Bildung
  3. ​Kompetenzen für die digitale Welt, Ausbildung von IT-Fachleuten
  4. ​Gute Regierungsführung und Modernisierung des Staates
  5. ​Gesundheit
  6. ​Ernährung, ländliche Entwicklung und Landwirtschaft
  7. ​Klima und Energie
  8. Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und Finanzsystementwicklung
  9. IKT als Chance für Migranten, Menschen auf der Flucht und aufnehmende Gemeinden

Potenziale nutzen

Die folgende Tabelle zeigt, wie IKT in den verschiedenen Themenbereichen eingesetzt werden können und welche Potenziale sich daraus ergeben.

SchwerpunktIKT-Anwendungsmöglichkeiten
Zugang zu Bildung und beruflicher Bildung Elektronisch unterstütztes Lernen (E-Learning) verbessert die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Erschwingliche digitale Medien und Anwendungen verbessern den Zugang zu Bildungsmaterialien.

Der Zugang zu Bildungsangeboten für benachteiligte Bevölkerungsgruppen, zum Beispiel durch Unterricht übers Radio in abgelegenen ländlichen Regionen, wird erleichtert.

Die Förderung digitaler Kompetenzen (Informationstechnik, Informations- und Medienkompetenz) ermöglicht den Anschluss an die globale Wissensgesellschaft.
Gute Regierungsführung und Modernisierung des Staates Informationen über politische Beteiligungsmöglichkeiten und neue Kommunikationswege stärken die Partizipation der Menschen.

Elektronisch gestützte Verwaltungsprozesse sind leichter überprüfbar und verbessern so die Transparenz.

Die Rechenschaftspflicht wird durch die Veröffentlichung von Informationen zu politischen Entscheidungen, zum Beispiel zu Haushaltsplänen oder zum Stand einer Antragsbearbeitung, erfüllt.

Die schnelle und kostengünstige Bereitstellung von Informationen, transparente und nachvollziehbare Prozesse und ein sicheres Datenmanagement erhöhen die Effizienz der öffentlichen Verwaltung.
Gesundheit Die Aus- und Weiterbildung von Personal im Gesundheitswesen wird erleichtert.

​Informationen, auch über sensible Themen wie HIV/Aids oder Familienplanung, werden über Internetseiten, Handy-Applikationen oder Telefon-Hotlines leichter zugänglich.

Die Kommunikation zwischen den verschiedenen Akteuren im Gesundheitswesen (etwa zwischen Krankenstationen auf dem Land und Fachpersonal in entfernten Krankenhäusern) wird erleichtert.

Das Wissensmanagement und der Informationsaustausch, zum Beispiel zu Patienteninformationen wie Krankenakten oder Impfausweisen, werden verbessert.

Die Versorgung chronisch Kranker wird verbessert (beispielsweise durch SMS, die an die Einnahme wichtiger Medikamente erinnern).
Ernährung, ländliche Ent­wick­lung und Landwirtschaft Der Zugang zu Wettervorhersagen oder zu Informationen über neue Anbaumethoden, Saatgut und Schädlingsbekämpfung (etwa über SMS-Infodienste oder Internetforen) steigert die Produktivität in der Landwirtschaft.
Klima und Energie, Umwelt Durch Einsatz von geografischen Informationssystemen (GIS) und von elektronischen Katasterverwaltungen wird die nachhaltige Landnutzung unterstützt.

Die Beobachtung von Umweltveränderungen und -einflüssen wird durch geografische Informationssysteme erleichtert.
Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und Finanzsystementwicklung

Ein besserer Zugang zu wichtigen Marktinformationen (zum Beispiel zu Preisen) per Internet oder Mobilfunk (SMS) schafft ein erhöhtes Einkommen für Bauern und Kleinstunternehmer.

Weiterbildungen, etwa zum Thema Geschäftsmodelle für IT-Dienstleistungen, fördern mittlere, kleine und kleinste Unternehmen.

Die Einführung IKT-gestützter Managementsysteme steigert die Effektivität von Arbeitsabläufen.

Der Zugang zu IKT steigert die Wettbewerbsfähigkeit von Kleinstunternehmen; Online-Handel schafft neue Absatzchancen.

Standardisierte IKT-Anwendungen stärken die Integration in globale Wertschöpfungsketten.

IKT-basierte Dienstleistungen (etwa Informationskioske oder Vermietung von Gemeinschaftshandys) schaffen neue Einkommensmöglichkeiten.

Finanzdienstleistungen werden, insbesondere durch Nutzung von Mobilfunktechnologie (Mobile Banking), besser zugänglich.


Gute Rahmenbedingungen schaffen

Drei Frauen nutzen ein Smartphone

Damit die Entwicklungsvorhaben optimal wirken und nachhaltig sind, legt das BMZ besonderen Wert auf Personal- und Organisationsentwicklung (Capacity Development), Bildungsmaßnahmen in der Landessprache und die Übernahme von Verantwortung durch die Partner vor Ort.

Darüber hinaus ist es wichtig, politische Rahmenbedingungen für den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien zu schaffen. Dies bedeutet

  • ​die Öffnung der oft noch monopolistisch geprägten Märkte,
  • ​die Schaffung von Zugangsmöglichkeiten sowie
  • ​die Förderung lokal relevanter Informationsinhalte, die Förderung der Meinungsfreiheit und die Stärkung des gesellschaftlichen Innovationspotenzials.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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