Hauptinhalt

Informations- und Kommunikationstechnologien

Technologien für nachhaltige Entwicklung nutzen


Digitale Bezahlsysteme – wie dieses Prepaid-Meter zum Stromkauf in Kenia – erleichtern den Alltag.

Der digitale Wandel vollzieht sich in einem atemberaubenden Tempo. Dank technischer Innovationen entstehen nicht nur neue Geschäftsmodelle und Produktionsmethoden. Auch die Lebens- und Arbeitsweisen ändern sich weltweit radikal.

Aus der Digitalen Agenda der Bundesregierung leitet sich der politische Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) ab, Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) als Querschnittsthema aktiv in allen Bereichen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zu verankern. So sollen Effizienz, Transparenz und Nachhaltigkeit gesteigert werden.

IKT sind ein Motor für nachhaltige Entwicklung und spielen eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung der Agenda 2030. Das Kernstück der Agenda bildet ein Katalog mit 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs). Ausdrücklich erwähnt werden die Informations- und Kommunikationstechnologien in den Zielen zur Bildung (SDG 4), zur Geschlechtergerechtigkeit SDG 5), zu Infrastruktur, Industrialisierung und Innovation (SDG 9) und zu den globalen Partnerschaften (SDG 17).

Insgesamt beeinflussen IKT jedoch alle 17 Ziele. Ihre Bedeutung spiegelt sich im "Technology Facilitation Mechanism (TFM)" wider, der im Rahmen der Agenda 2030 ins Leben gerufen wurde. Der TFM fördert den Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen Mitgliedsstaaten, UN-Organisationen, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Forschung und stellt den systematischen Einsatz von Wissenschaft, Technik und Innovationen für die Erreichung der 17 Ziele in den Mittelpunkt.

Konkrete Lösungen für regionale Probleme

Größtenteils aus Elektronikschrott baut Kodjo Afate Gnikou in Lomé, Togo, einen 3D-Drucker.

Durch Informations- und Kommunikationstechnologien können sich Gesellschaften in Entwicklungsländern sehr rasch stark vernetzen. IKT liefern neue marktwirtschaftliche Lösungen für zahlreiche Branchen und Lebensbereiche. So können zum Beispiel in einigen Ländern Ostafrikas Besitzer eines Mobiltelefons an vielen Orten direkt mit diesem bezahlen und Geld überweisen, ohne ein klassisches Konto bei einer Bank zu haben. Es ist eine afrikanische Lösung – von afrikanischen Telekommunikationsunternehmen umgesetzt und weiterentwickelt. Viele Tausend neue Arbeitsplätze sind dadurch entstanden.

In Entwicklungsländern gründen sich immer mehr Start-ups, um neue Smartphone-Anwendungen (Apps) und Software zu entwickeln oder wichtige Güter mit digitaler Hilfe zu produzieren. Das reicht von der rasch vor Ort angefertigten Prothese aus dem 3D-Drucker bis hin zu batteriebetriebenen Internet-Zugangsgeräten (Routern), die auch unter den härtesten Bedingungen funktionieren. So entstehen neue Märkte, Jobs und neuartige Lösungen, die zu den konkreten regionalen Problemen passen.


Chance auf mehr Teilhabe

Ein Hirte der Massai mit Handy: Digitale Technologien schaffen auch in entlegenen Gebieten der Welt neue Möglichkeiten.

Digitale Anwendungen eröffnen darüber hinaus Chancen, Bildung in ländliche Gebiete zu bringen oder das Gesundheitssystem zu reformieren. IKT ermöglichen auch mehr Teilhabe marginalisierter Gruppen – inklusive Menschen mit Behinderungen – und damit eine ganz praktische Verwirklichung des übergeordneten Prinzips der Agenda 2030, niemanden zurückzulassen ("leave no one behind").

Auch in der Landwirtschaft entstehen neue Möglichkeiten: Kleinbauern nutzen ihre Mobiltelefone, um Wetterinformationen abzurufen und dementsprechend planen zu können. Sie erfragen Marktpreise per SMS und sind so weniger abhängig von Zwischenhändlern. IKT sind schließlich auch wichtige Werkzeuge für einen globalen Klimaschutz und das Ziel, alle Menschen mit nachhaltiger Energie zu versorgen.

IKT machen es technisch möglich, dass Bürgerinnen und Bürger sich informieren, an politischen Entscheidungen teilhaben und sich engagieren können. Regierungen müssen diese Möglichkeiten jedoch aufgreifen und in ihre Politik einbetten. IKT helfen ihnen dabei, Verwaltungsabläufe effizienter und transparenter zu organisieren, Daten und Informationen offen zu kommunizieren, die Korruption zu verringern und Steuern effizienter zu erheben. Damit können sie nicht nur die Staatseinnahmen erhöhen, sondern auch die Beziehung zwischen Bürger und Staat verbessern. Viele Staaten wollen solche Lösungen mit der deutschen Entwicklungspolitik zusammen entwickeln. Zusätzlich eröffnen sogenannte "Crowdfunding-Plattformen" neue Wege, Entwicklungsvorhaben jenseits staatlicher Quellen zu finanzieren. Die Entwicklungszusammenarbeit kann einen entsprechenden Austausch fördern.


Weitere Informationen

Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen

 

Seite teilen

BMZ-Adventskalender 2017

Gewinnen Sie 24 Einblicke in die deutsche Entwicklungszusammenarbeit und mit etwas Glück eine Überraschung!

Hier geht es zum BMZ-Adventskalender 2017!